0:4 - Tag der Dilettanten

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Erster Hattrick in der Bundesliga: Raul

Gelsenkirchen - Ein Dreierpack von Raul hat dem FC Schalke 04 vorerst aus der Krise geholfen. Bei Werder Bremen vertieft sie sich nach dem 0:4 in Gelsenkirchen immer mehr.

Sie waren ausgezogen, um endlich ihr wahres Gesicht zu zeigen – doch stattdessen präsentierten sie wieder einmal ihre hässliche Fratze. Am Tag der Dilettanten von der Weser bezog Werder Bremen gestern in der Fußball-Bundesliga auswärts erneut eine kräftige Tracht Prügel, verlor beim ebenfalls krisengeschüttelten FC Schalke 04 mit 0:4 (0:2) und in der 85. Minute zusätzlich noch Philipp Bargfrede durch eine Gelb-Rote Karte.

Eindrücke von der Niederlage

Deutliche Niederlage auf Schalke

Bis auf Torwart Tim Wiese blieb die gesamte Mannschaft wie schon bei der 0:6-Klatsche in Stuttgart die Bundesligatauglichkeit schuldig. Und hätte eben dieser Tim Wiese in der Schlussphase nicht noch mehrfach mit schier unglaublichen Reflexen klarste Kopfballchancen von Klaas-Jan Huntelaar zunichte gemacht, hätte der starke Jefferson Farfan in der 59. Minute Raul gelingt Dreierpack nicht mutterselenallein danebengezielt – Werder wäre wohl mindestens mit der gleichen Packung wie in Stuttgart auf die Heimreise geschickt worden. So besaß dieses 0:4 von gestern für die Hanseaten noch den zusätzlichen, demütigenden Beigeschmack, eigentlich ein gefühltes 0:6 oder 0:7 gewesen zu sein.

„Wir haben wieder einmal Aufbauhilfe betrieben. Wir haben es dem Gegner wieder viel zu leicht gemacht“, klagte Werder-Sportchef Klaus Allofs, der trotz des neuerlichen Debakels ziemlich aufgeräumt wirkte. Vielleicht ist der 53-Jährige auch mittlerweile einfach zu müde, um nach einer wieder einmal desaströsen Leistung seiner scheinbar lernresistenten Spieler immer wieder die Peitsche knallen zu lassen.

Vielleicht aber sind auch Allofs und Trainer Thomas Schaaf so langsam mit ihrem Latein am Ende.

Wie auch immer, Fakt bleibt: Werder hat gestern versagt, Werder hat sich blamiert. In einem Spiel, in dem sich lange Zeit Not gegen Elend gegenüberstanden, einem Spiel, das von haarsträubenden Abspielfehlern geprägt war, einem Spiel, das lange als Stückwerk zweier ängstlicher, mit dem Rücken zur Wand stehender Mannschaften bezeichnet werden durfte, lebten die Schalker von dem schlampigen, indiskutablen Defensivverhalten der Gäste. Beispiele gefällig?

Gegentor 1: Nach einem Eckball von Farfan fühlte sich Sebastian Prödl nicht für den mit aufgerückten Christoph Metzelder verantwortlich. Dessen Kopfball sprang von der Unterkante der Latte an Wieses linke Schulter – 1:0 (22.).

Gegentor 2: In der 45. Minute jagte Edu einen Freistoß von der Strafraumkante auf den Kasten von Wiese. Der Torwart parierte den schwer zu haltenden Ball, doch kein Bremer war geneigt, den Abpraller zu sichern. Gedankenschnell drückte Raul – der an diesem Tag noch zum Bremer Alptraum werden sollte – den Abstauber über die Linie – 2:0 (45. + 1). „Da muss man bereit sein, nachzusetzen“, monierte Allofs. Waren die Bremer aber nicht.

Gegentor 3: Nach einer Hereingabe von Farfan war Per Mertesacker schon drauf und dran, vor Huntelaar zu klären. Doch der Bremer stellte sich dabei derart ungeschickt an, dass die Kugel Raul vor die Füße fiel kam – 3:0 (56.).

Gegentor 4: Was in den eingewechselten Daniel Jensen gefahren war, wird dieser wohl selbst nicht erklären können. Halbherzig, ja schlampig wollte der Däne Raul im eigenen Strafraum ausspielen – doch der Spanier roch den Braten, klaute Jensen den Ball, Mertesacker griff nur halbherzig ein, und mit einem sensationellen Heber und seinem dritten Tor des Tages verpasste der frühere Star von Real Madrid den Bremern die Höchststrafe: eine Demütigung – 4:0 (71.).

Werder war zu diesem Zeitpunkt längst auseinandergefallen. Auflösungserscheinungen wie in Stuttgart, die Allofs gestern mit dem „immer weiter sinkenden Selbstvertrauen der Spieler“ zu erklären versuchte.

Da kann einem vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Tottenham Hotspur (gestern 3:2 bei Arsenal London) Angst und Bange werden. Und für die Bundesliga gilt für Werder seit gestern: der Abstiegskampf ist eingeläutet. Nur vier Punkte sind’s noch bis zu Platz 16. Und Allofs, der sich vor dem Spiel noch mit einer Forderung von 15 Punkten aus den fünf Spielen vor der Winterpause und dem befohlenen Angriff auf die Spitze sehr weit aus dem Fenster gelehnt hatte, musste nach der peinlichen Vorstellung kräftig zurückrudern: „So wird das nichts. Ich kenne die Tabelle . . .“

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