Der Werder-Stürmer weiß Bescheid, „aber der Verein soll es sagen“

SV „Rätselhaft“ – wer verkündet Pizarros Ausfall?

Ratlos! Claudio Pizarro hat die Nase voll von seinem rätselhaften Kniefall. ·

Bremen - von Carsten Sander und Björn Knips. Zur Unterhaltung mal ein Kreuzworträtsel: Unverzichtbarer Torjäger aus Peru, waagerecht mit sieben Buchstaben, der dritte ist ein „z“? Klar, Pizarro! Sieben Buchstaben senkrecht: Medizinisches Mysterium (Vorname Claudio)? Logisch, wieder Pizarro. Das war leicht. Richtig schwierig ist es jedoch, Werders Pizarro-Rätsel zu lösen.

Denn wie lange der verletzte Stürmer ausfallen wird, ob er möglicherweise sogar am Sonntag gegen den VfB Stuttgart schon wieder mitwirken kann, daraus machen Spieler und Verein ein Geheimnis.

„Ich weiß es zwar, aber ich sage es nicht“, meinte Pizarro gestern, nachdem er sich stundenlang am lädierten rechten Knie hatte behandeln lassen. Der Peruaner verwies auf den Verein: „Der soll‘s sagen!“ Gut gelaunt wirkte er dabei nicht. Eher wie einer, der klare Anweisungen bekommen hat, sich zum Thema nicht mehr zu äußern.

Am Dienstag hatte der 33-Jährige mit Aussagen zu seiner Knieverletzung für einen Schock in der Werder-Welt gesorgt. Innen-bandanriss, möglicherweise vier Wochen Pause – das war sein Glaube. Der aus einer Kernspintomographie herrührte. Der durchführende Arzt habe von einem Innenbandanriss gesprochen, so Pizarro. Werder-Teamarzt Dr. Götz Dimanski verkündete dagegen einen Tag später, es sei nur eine Zerrung. Ein Widerspruch? Nicht unbedingt. Eine Zerrung beinhaltet auch Faserrisse im Mikrobereich, und diese Bezeichnung habe der Peruaner Pizarro nach der Kernspintomographie wohl auf Deutsch missverstanden, ließ Werder inzwischen verlauten.

Werders Saison in Bildern

Werders Bremens Saison 2011/2012 in Bildern

Anriss oder Zerrung – für Thomas Schaaf ist das ein großer Unterschied. Der Coach wollte von einer langen Pizarro-Pause nichts wissen, glaubte am Mittwoch sogar noch ziemlich fest an einen Einsatz des Torjägers am Sonntag gegen Stuttgart. Gestern Nachmittag klang das dann nicht mehr so optimistisch. „Es wird eng fürs Wochenende“, sagte Schaaf.

Die Trainingseinheit zuvor hatte (natürlich) ohne Pizarro stattgefunden. Der 33-Jährige war in den Katakomben des Weserstadions geblieben. Dort sind nun viel Physiotherapie mit Ultraschall, Lymphdrainagen, Elektrotherapie und so weiter angesagt. Alles Maßnahmen, die übrigens sowohl bei einem Anriss als auch einer Zerrung zum Einsatz kommen. Auch die Ausfalldauer muss sich nicht zwangsläufig unterscheiden. Denn eine Zerrung kann im Einzelfall zu einer genauso langen oder gar längeren Pause führen wie ein Anriss – oder auch umgekehrt. Als Minimum werden allerdings zehn Tage veranschlagt, was einen Einsatz von Pizarro am Sonntag eigentlich unmöglich macht.

Aber Werder tut sich offenbar sehr schwer damit, schon so früh vor dem extrem wichtigen Spiel gegen Stuttgart den wichtigsten Spieler abzuschreiben. Sehr zum Verdruss von Pizarro, der nun schmollt. „Das nimmt ihn schon mit“, verriet Teamkollege Sebastian Boenisch nach dem gemeinsamen Mittagessen mit Pizarro. Der sonst so fröhliche Peruaner war da schon längst schwer gefrustet verschwunden. Nicht nur ihm ist wahrscheinlich völlig rätselhaft, warum dieser Kniefall so kompliziert geworden ist. · csa/kni

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