Die Qual mit der Überzahl

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Werder hatte nach dem Platzverweis für Dortmunds 1:0-Torschützen Ivan Perisic vor allem riesige Probleme beim Überzahlspiel – mal wieder.

Bremen - Eine umfassende Analyse per Video oder Flipchart kann sich Trainer Thomas Schaaf eigentlich sparen. Was beim 0:2 am Freitagabend gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund schiefgelaufen ist, war offensichtlich. Werder hatte nach dem Platzverweis für Dortmunds 1:0-Torschützen Ivan Perisic vor allem riesige Probleme beim Überzahlspiel – mal wieder.

Gegen Hertha war es vor drei Wochen noch gut ausgegangen, hatte Claudio Pizarro in der Nachspielzeit für das erlösende 2:1 gesorgt. Zuvor waren die Bremer mit Elf gegen Neun allerdings ziemlich „blind“ angerannt.

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„In den Trainingswochen haben wir das thematisiert, aber dann waren wir durch die Länderspiele auseinandergerissen – vielleicht ist da nicht alles hängengeblieben“, kommentierte Schaaf süffisant das erneut aufgetretene Überzahl-Problem. „Wir haben nichts dazugelernt, wieder die gleichen Fehler gemacht, die Ordnung verloren, sind ins Eins-gegen-Eins gegangen und manchmal sogar in Unterzahl geraten. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir ein paar 100-prozentige Chancen hintereinander herausgespielt haben“, polterte der 50-Jährige, der an der Seitenlinie wild gestikuliert und sich beim Vorantreiben seines Teams ziemlich heiser geschrien hatte.

Geholfen hat es allerdings nichts, weil Werder beim Belagern des Dortmunder Strafraums fast eine komplette Halbzeit lang viel zu kopflos agierte. „Bis zum Sechzehner war‘s ja noch o.k., aber dann hat der letzte Pass oder der Abschluss gefehlt. Wir wollten den Ball zu oft ins Tor tragen, das war nicht besonders schlau“, meinte Aaron Hunt. Fand auch Kapitän Clemens Fritz, der urteilte: „Was wir schon gegen Hertha falsch gemacht haben, haben wir jetzt wieder falsch gemacht. Wir haben es viel zu sehr durch die Mitte versucht.“

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Und genau das missfiel Sportchef Klaus Allofs gehörig. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit nicht die Klasse, das klarer auszuspielen. Jeder Hobbyfußballer weiß, was man gegen Mannschaften, die hintendrin stehen und in Unterzahl sind, tun muss – über außen kommen.“

Das taten die Bremer zwar teilweise, aber dann kamen die Flanken – insgesamt immerhin 21 – viel zu ungenau. Besonders die von Rechtsverteidiger Sokratis, der es sechs Mal mit hohen Bällen probierte, allerdings keinerlei Gefahr heraufbeschwor. Allofs fand das Bremer Offensivspiel „zu statisch und nicht diszipliniert genug“, Schaaf „zu langsam und zu schläfrig“. So war der Dortmunder Abwehrriegel mit den starken Neven Subotic und Mats Hummels in der Mitte nicht zu knacken.

Und dazu gesellte sich der zweite große Makel, der sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht: Im neunten Spiel gerieten die Bremer bereits zum sechsten Mal in Rückstand. „Wir mussten schon wieder hinterherlaufen, das ist alles andere als optimal. Da müssen wir einfach konzentrierter arbeiten“, forderte Fritz. „Wir kassieren zu billige Tore. Das war schon in Hannover so und hat sich jetzt fortgesetzt. So geht’s nicht“, kritisierte Hunt und warnte: „Wenn wir diese Fehler nicht abstellen, finden wir uns bald in den Regionen des Vorjahres wieder.“ · mr

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