Ein Punkt als Mutmacher

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Aaron Hunt , hier im Duell mit Sebastian Schweinsteiger, leistete die Vorarbeit zum 1:0.

Von Björn Knips - München. Ein Punkt nach zwei Bundesliga-Spielen ist eigentlich nicht der Anspruch von Werder Bremen. Weil aber der erste Zähler der Saison heute beim aufgerüsteten FC Bayern München eingefahren wurde, herrschte bei den Norddeutschen Zufriedenheit.

Das 1:1 (1:0) macht Mut, mehr aber noch nicht. Denn von großer Klasse ist Werder noch ein ganzes Stück entfernt. Mit Abstrichen gilt das allerdings auch für die Bayern, die erst nach der Einwechslung von Superstar Franck Ribery zum Ausgleich kamen. Den erzielte schließlich Mario Gomez (72.), nachdem Mesut Özil (39.) die Gäste in Führung geschossen hatte.

Das Spiel in Bildern

Hart erkämptes Unentschieden

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, das war nach der Niederlage gegen Frankfurt ganz wichtig“, meinte der sichtlich erleichterte Werder-Boss Klaus Allofs und lobte: „In der Defensive haben wir viel besser gestanden.“ Das lag auch an einer neuen Taktik von Thomas Schaaf. Der Trainer hatte den leicht angeschlagenen Stürmer Hugo Almeida (Schmerzen am rechten Fuß) draußen gelassen und dafür Aaron Hunt als hängende Spitze aufgeboten. Der 22-Jährige sollte auch die Vorstöße von Münchens Mittelfeld-Mann Anatoly Tymoshchuk unterbinden. Werder wirkte dadurch so defensiv eingestellt wie selten zuvor. Fast schien es so, als würde es den Bremern in der mit 69 000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena vornehmlich um Schadensbegrenzung gehen. Den Bayern wurde das Spiel überlassen, doch die konnten daraus trotz drückender Überlegenheit in der ersten halben Stunde kein Kapital schlagen. Mario Gomez und Miroslav Klose hatten nicht nur mit der starken Bremer Innenverteidigung Per Mertesacker und Petri Pasanen so ihre liebe Mühe, sondern auch mit der Abseitsregel.

Ein Kopfball von Werders Petri Pasanen an den Innenpfosten (29.) sorgte dann für die überraschende Wende. Die Gastgeber waren geschockt, wirkten verunsichert – und wurden dafür prompt bestraft: Özil markierte in der 39. Minute dank seiner starken Technik per Flachschuss die Führung, die er auch noch selbst mit einem Pass auf Borowski eingeleitet hatte. Der Ex-Münchner bediente Hunt, und der setzte schließlich Özil in Szene. Ein Klasse-Tor! „Mesut macht da weiter, wo er letzte Saison aufgehört hat“, jubelte Allofs. Für die Bayern gab’s dagegen zur Pause ein Pfeifkonzert der eigenen Fans. Das zeigte Wirkung. Die Gastgeber drehten nach der Pause auf. Doch Holger Badstuber (50.) verpasste nach einem Patzer von Werder-Keeper Tim Wiese den Ausgleich. Genauso wie Ivica Olic (61. und 65.), der zweimal am glänzend reagierenden Wiese scheiterte.

Mittlerweile stand auch Ribery erstmals nach seiner Verletzungspause auf dem Platz und wurde frenetisch gefeiert. Der Franzose brachte Schwung ins Münchner Spiel, der Ausgleich lag in der Luft und fiel dann auch: Sebastian Boenisch ließ Philipp Lahm flanken, Clemens Fritz den Neu-Bayern Mario Gomez laufen – 1:1 (72.).

Das reichte den Bayern aber nicht, sie wollten den Sieg. Und der Schuss wäre beinahe nach hinten losgegangen. Der eingewechselte Almeida (87.) und Boubacar Sanogo (90.) hatten gute Chancen zum Bremer Siegtreffer. „Mit ein bisschen mehr Glück wäre hier sogar ein Dreier drin gewesen“, ärgerte sich Borowski. Mit dem einen Punkt konnte er bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte trotzdem gut leben: „Das gibt ein gutes Gefühl.“ Und Pasanen blickte schon einmal optimistisch nach vorne: „Wenn wir nächsten Sonntag gegen Gladbach gewinnen, dann ist der Bundesliga-Start doch noch in Ordnung.“

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