Vielleicht reicht es „für ein paar Minütchen“

Prödls Heilung wohl zu spät

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Wie sich Sebastian Prödl den Samstag vorstellt? So: „Ich komme rein, um das 1:0 ins Ziel zu retten.“ ·

Bremen - Eigentlich ist es so: Am liebsten würde Robin Dutt seinen Innenverteidiger Sebastian Prödl am Samstag im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr) von Anfang an aufs Feld schicken.

Allein, um einen der anderen beiden Innenverteidiger zur vorzeitigen Pause zu verhelfen. Aber dass Prödl nach sechswöchiger Verletzungspause wegen eines Muskelfaserrisses noch vor der Winterunterbrechung der Liga durchstartet, ist eher unwahrscheinlich. „Mir fehlt einfach die spielspezifische Ausdauer“, sagt er.

Prödls Vorstellungen für das letzte Spiel der Hinrunde sind deshalb deutlich bescheidener. „Für mich ist es ein gutes Ziel, überhaupt wieder im Kader zu sein. Und vielleicht reicht es dann sogar für ein paar Minütchen Spielzeit“, sagt der Österreicher, der die „paar Minütchen“ gleichwohl mit großen Taten anreichern möchte. Sein idealer letzter Arbeitstag vor dem Weihnachstfest wäre dieser: „Ich komme rein, um das 1:0 ins Ziel zu retten.“

Wenn‘s so käme, wären Robin Dutt und der ganze SV Werder von einer großen Last befreit. Ein Sieg zum Abschluss der Hinrunde würde die Stimmung enorm heben, nachdem es zuletzt erst Gegentore, dann Kritik gehagelt hatte. Beides ist eng verbunden mit der Arbeit der Innenverteidiger Assani Lukimya und Luca Caldirola. Deren Fehlerquote stieg stetig an, Dutt sagt, er hätte einem von beiden gerne längst eine Pause gegeben. Ging aber nicht, weil in Prödl die derzeit einzige Alternative viel länger als erwartet ausgefallen war. „Das war ein ganz herber Verlust für uns, das hat uns weh getan“, sagt Dutt.

Nun ist es allerdings nicht so, dass Sebastian Prödl unumstritten war, als ihn am zehnten Spieltag beim 0:3 gegen den VfL Wolfsburg die Verletzung ereilte. Doch die Zahlen sprechen für ihn. Nur zehn Gegentore fielen in den neun Partien, in denen er auf dem Platz stand. Ohne Prödl sind es bis dato 27 in nur sieben Spielen. Bemerkenswert. Doch der 26-Jährige nimmt die Statistik lediglich „zur Kenntnis“. Und klar: „Ich versuche natürlich Selbstvertrauen daraus zu ziehen.“

Aber vermutlich erst nach der Winterpause. Dann geht es für Sebastian Prödl auf jeden Fall wieder richtig los. Die Verletzung, die ihn so lange geärgert hat, ist dann wohl nur noch eine böse Erinnerung. „Die Zeit hat extrem genervt“, gibt der österreichische Nationalspieler zu. · csa

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