Köpfchen, Körpersprache, klares Bekenntnis

Prödl hat das Zeug zur Leitfigur

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Sebastian Prödl geht voran und blickt nach vorn. Er mahnt zur Konzentration auf noch „sechs schwere Spiele“.

Bremen - Das hatte er nun davon! Am Vormittag nach seinem so unglaublich wichtigen Siegtor im Sechs-Punkte-Nordderby bei Hannover 96 war für Sebastian Prödl gestern noch nicht Feierabend, denn der Innenverteidiger musste zur Siegerehrung samt PR-Termin. Denn wer sonst als der 26-Jährige hätte wohl die Wahl zum „Man of the Match“ gewinnen können?

Wichtiger als dieser Titel war ihm aber diese „Befreiung für die Mannschaft: Wir haben gewusst, dass die Konkurrenz gepatzt hatte“, berichtete Prödl aus der Kabine, als er und seine Kollegen vor dem Anpfiff von der Niederlage des HSV in Gladbach erfuhren. „Das war unsere Chance, uns abzusetzen. Dafür haben wir dann den absoluten Willen und die nötige Einstellung gezeigt.“

Mit Sebastian Prödl als Leader. Der österreichische Nationalspieler bewies wieder mal eindrucksvoll, wie wertvoll er für Werder ist – hinten zweikampf- und kopfballstark, vorn mit Köpfchen kurz vor ultimo (Kreiszeitungs-Note 1). Danach baute sich „Basti“ ganz groß vor dem mitgereisten Anhang im Gästeblock auf – Brust raus, Arme weit ausgestreckt. „Das Tor zu machen und auf die eigene Fankurve zu laufen, tut gut und ist schon unglaublich“, beschrieb Prödl dieses Gefühl, das „ich in meinem Leben nicht vergessen werde“.

In der kommenden Saison könnte ein Mann mit dieser Körpersprache, diesem „Köpfchen“ und diesem Bekenntnis für die Grün-Weißen noch wichtiger werden: Nach dem Abschied von Aaron Hunt im Sommer brauchen die Bremer in ihrer dritten Umbruchsaison einen solchen Leitwolf wohl dringender denn je.

Zuletzt hatte der seit 2008 für Werder spielende Innenverteidiger seine Zukunft an der Weser allerdings offen gelassen („Obwohl ich noch ein Jahr Vertrag habe, will ich wissen, wie es weitergeht“). Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung gab's noch nicht, doch für Prödl gibt's derzeit ohnehin viel Wichtigeres. Sich selbst und der Mannschaft verordnet er volle Konzentration auf den Abstiegskampf mit den noch „sechs anstrengenden Spielen“. Sechs Spiele, in denen Sebastian Prödl aber auch weitere Argumente für sich und einen neuen Kontrakt sammeln will. · ck

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