Neuer Vertrag oder Wechsel

Prödl spricht von Abschied

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Arme hoch zum Jubeln. Sebastian Prödl ist mit Werder seit vier Spielen ungeschlagen. Er genießt das, denkt aber trotzdem an einen Wechsel im Sommer – wenn Werder sich nicht bewegen sollte. 

Bremen - Im Grunde erlebt Sebastian Prödl gerade eine richtig gute Zeit. Mit Werder Bremen ist der Abwehrchef dreimal in Folge ohne Gegentor geblieben, hat in den Wochen der Wahrheit schon sieben von neun möglichen Punkten geholt und damit das Abstiegsgespenst erstmal vor die Tür gescheucht.

Da kommen Glücksgefühle auf. „Wir haben schon oft genug Prügel eingesteckt, da tut es gut, auch mal gelobt zu werden“, sagt der Österreicher. Dennoch hegt er düstere Gedanken. Prödl denkt an seinen Abschied im Sommer, falls Werder Bremen seinen bis 2015 laufenden Vertrag nicht vorzeitig verlängert.

Was der 26-Jährige, seit 2008 im Club, über seine Zukunftsplanung zu sagen hat, klingt ein wenig wie eine Drohung. „Es wird Ende der Saison Gespräche mit dem Verein geben, wie es weitergeht. Ich möchte spätestens im Sommer über meine Zukunft Bescheid wissen. Dann bin ich 27, und obwohl ich noch ein Jahr Vertrag habe, will ich wissen, wie es weitergeht. Wenn Werder dann sagt, sie wollen noch nicht verlängern, dann werde ich die Entscheidung treffen – entweder zu einem anderen Club zu gehen oder das Vertragsjahr auslaufen zu lassen.“ Ohne Verlängerung, um 2015 ablösefrei zu gehen.

Prödl prescht also gewaltig vor. Vielleicht weil er aktuell kräftig Argumente für einen neuen Vertrag sammelt. Der Innenverteidiger ist derzeit in einer überragenden Form, gehörte bei den Siegen in Nürnberg (2:0), gegen den HSV (1:0) und beim 0:0 in Frankfurt mit seiner Zweikampfstärke und der Lufthoheit zu den jeweils eindeutig besten Bremern. Und es sieht sehr danach aus, dass Prödl nach einem sehr langen Anlauf endlich das geworden ist, was er in Bremen immer sein wollte: Leistungs- und Verantwortungsträger.

Vielleicht geht aber er in die Offensive, weil er sich über seine Reservistenrolle im Herbst („Da war ich der Abwehrchef von der Bank und offenbar nicht gut genug, um Verantwortung zu übernehmen“) geärgert hat. Oder über einen schon vor Wochen erschienenen Medienbericht, in dem er wegen seines verhältnismäßig hohen Gehalts als Verkaufskandidat für den Sommer gehandelt wurde. „Demnach stehe ich ja auf einer Abschussliste bei Werder“, grantelt Prödl. Will er nun das Gegenteil beweisen?

Fakt ist, dass er schnellstmöglich mit Werder den Klassenerhalt schaffen will. „Nur das zählt im Moment“, beteuert er. Seine Gedanken galoppieren dennoch schon ein paar Monate voraus – und Sebastian Prödl will nicht nur einen Vertrag für sich, sondern auch für die eine oder andere sichere Verstärkung. „Es muss sich was ändern – vom Kader her“, fordert der 44-fache Nationalspieler und erklärt: „Wir haben vor dieser Saison Sokratis und De Bruyne verloren, haben aber in der Qualität nicht nachgekauft. Trotzdem können wir den Klassenerhalt schaffen. Für die neue Saison muss man sich aber weiter entwickeln – vor allem spielerisch.“

Doch genau in diesem Bereich droht der nächste Rückschlag. Sollte sich Aaron Hunt gegen einen neuen Vertrag bei Werder entscheidend, geht im Sommer viel von dem ohnehin nur noch geringen spielerischen Potenzial verloren. „Aaron spielt ein gutes Jahr, er wird die Qual der Wahl haben“, sagt Prödl. Mit seiner Vertragsoffensive tut er so, als würde es ihm nicht anders gehen. · kni/csa

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