Prödl: „Naldo ist für mich keine Bedrohung“

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Will und darf sich nicht ausruhen: Innenverteidiger Sebastian Prödl hat in der Bremer Abwehr harte Konkurrenz.

Bremen - Nicht, dass Sebastian Prödl etwas gegen Per Mertesacker hätte. Den „alten Sack“, wie er den Ex-Kollegen vor kurzem durchaus freundschaftlich genannt hatte, würde er gerne mal wiedersehen. Aber dass Fans und Medien nach Mertesackers Demission zu Arsenal London noch keine Vermisstenanzeige für den abhanden gekommenen Abwehrchef aufgegeben haben, freut ihn dann doch.

Im umgekehrten Fall „würde das ja bedeuten, dass unsere Leistung bei Werder nicht gut wäre“, sagt der Innenverteidiger. Fürs Erste hat er Mertesackers Erbe angetreten. Dabei soll es auch bleiben – meint Prödl.

Er hat auch lange genug darauf warten müssen. Drei Jahre lang, seit seinem Wechsel von Sturm Graz zu Werder, war die Situation für den Österreicher sonnenklar: „Mertes Stammplatz war einbetoniert.“ Naldos auch. Weshalb Prödl über den langen Zeitraum gesehen nur gelegentlich zu Einsätzen kam. Er war nur der Ersatzmann – für den Moment, aber auch für die Zukunft. Denn geholt wurde der 1,91 Meter große Abwehrspezialist, um irgendwann einen der beiden Etablierten zu ersetzen.

„Irgendwann“ war schon vergangene Saison, als Naldo komplett ausfiel. Prödl wurde zur Stammkraft, bis er sich selber schwer verletzte. Aber „irgendwann“ ist auch jetzt wieder. Mertesacker ist bei Werder Geschichte und „seine Position neu ausgeschrieben. Ich bewerbe mich und bin bereit, die Aufgaben zu übernehmen“, so Prödl.

Training am Mittwoch - noch ohne Sokratis

Training - noch ohne Sokratis

Mächtig Betrieb herrschte gestern Vormittag auf dem Bremer Trainingsplatz. 25 Werder-Spieler waren bei der rund anderthalbstündigen Einheit dabei. Neben den langzeitverletzten Mikael Silvestre, Sebastian Boenisch, Denni Avdic, Tim Borowski und Leon Balogun fehlte nur noch einer: Sokratis. © nordphoto
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Das hat er in den ersten drei Spielen der Nach-Mertesacker-Ära auch tun dürfen. Und wenn die eingetretene Stille um Mertesackers Abgang als Indiz für zuverlässige Arbeit seines Nachfolgers gewertet werden darf, hat sich der 24-Jährige in den übergroß erscheinenden Fußstapfen nicht verirrt. „Es tut mir gut“, sagt Sebastian Prödl, dass das „Merte“-Thema in Bremen nicht mehr auf der Tagesordnung steht. „Aber es tut auch dem Verein gut, weil es zeigt, dass die Philosophie, ,Merte‘ gehen zu lassen, richtig war“, sagt er.

Nun sind drei Partien sicherlich zu wenig, um sich bereits ein abschließendes Urteil bilden zu können. Aber Sebastian Prödl glaubt fest daran, dass auch sein Platz in der Innenverteidigung der Viererkette bald in Beton gegossen sein wird: „Ich bin mit dem Ziel nach Bremen gekommen, Stammspieler zu werden. Wenn ich verletzungsfrei bin, habe ich auch die Qualität dafür.“

Allerdings gibt es da noch jemanden, der den Lauf der Dinge entscheidend verändern könnte. Naldo, das Abwehr-Ass im Werder-Ärmel, drängt zurück in die Startelf. Dass er dieses Ziel irgendwann erreichen wird, scheint programmiert. Die Frage ist nur, wer dann dauerhaft weichen muss. Andreas Wolf, der derzeit mit Prödl das Innenverteidiger-Paar bildet? Oder Prödl selbst? Darüber mache er sich aktuell keine Gedanken, gibt der österreichische Nationalspieler vor: „Naldo wird bestimmt wieder eine wertvolle Rolle für Werder spielen. Aber ich empfinde ihn nicht als Bedrohung für meine Position. Ich stelle mich dem Konkurrenzkampf und hoffe, dass er mich weiterbringt und auch abhärtet.“ · csa

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