„Dieses Tor gibt mir ein gutes Gefühl“ / Positive Erfahrung mit Abstiegskampf

Prödl macht Naldo vergessen – nur wie lange?

Schrei es raus! Sebastian Prödl war nach seinem Ausgleich gegen Leverkusen kaum zu bremsen, hat aber schon wieder die Euphoriebremse gefunden.

Von Björn Knips · Es war eine absolute Seltenheit in dieser Saison, quasi die große Ausnahme. Nach dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen gab’s ein Werder Bremen so ganz ohne Naldo. Fast reflexartig hielt der Name des seit Monaten verletzten Brasilianers als Erklärung für die sportliche Talfahrt her.

Doch diesmal kamen Sportchef Klaus Allofs, Trainer Thomas Schaaf und die Profis ohne den Naldo-Hinweis aus, weil ausgerechnet dessen Ersatz den viel umjubelten Ausgleich erzielt hatte: Sebastian Prödl. Endlich konnte der Österreicher seinen so geschätzten Teamkollegen mal vergessen machen. Doch wie lange hält der Zustand an?

Eine direkte Antwort vermeidet Prödl. Er mag das Thema Naldo nicht, den Mitspieler Naldo dafür schon: „Ich hoffe, dass er bald wieder fit ist.“ Viele Profis sagen so etwas, weil es sich so gehört und gut ankommt. Prödl sagt es, weil er es auch so meint. Zumindest kommt es so rüber. Der 23-Jährige genießt außerhalb des Platzes einen hervorragenden Ruf, weil er freundlich und ehrlich daherkommt.

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Auf dem Rasen wird er in der Öffentlichkeit weniger geachtet. Auch wegen Naldo, der als äußerst zuverlässig galt, während Prödl in seinen Leistungen starke Schwankungen aufweist. „Ich weiß, dass das mit Naldo ein Thema ist“, gesteht Prödl zumindest: „Aber ich lese das nicht mehr. Ich konzentriere mich nur auf mich.“ Seine Leistung möchte er dabei öffentlich nicht bewerten, „das steht mir nicht zu, das müssen andere tun“.

Das heißt aber nicht, dass es Prödl an Selbstkritik mangelt. Der Innenverteidiger sieht sich durchaus als Teil von „Fehlerketten, die wir in dieser Saison zu oft hatten“. Und er wünscht sich manchmal mehr Lockerheit, eine Eigenschaft, die im nervenaufreibenden Abstiegskampf gerne mal verloren geht. Als gutes Beispiel dient ihm seine Profi-Premiere in Österreich vor fast genau vier Jahren. „Damals standen wir mit Sturm Graz ganz unten – und dann durfte ich zum ersten Mal ran. Ich war als junger Bursche total unbekümmert. Das hat der Mannschaft wohl ganz gut getan, wir sind noch Vierter geworden“, erinnert sich Prödl, verbietet aber prompt jeden Gedanken an einen ähnlichen Höhenflug mit Werder: „In Österreich gibt’s ja nur eine Zehner-Liga.“

Die Lage jetzt sei bedrohlicher. Und schon gar nicht dürfe man sich vom späten Punktgewinn gegen Leverkusen blenden lassen. „In den letzten 15 Minuten war nicht alles gut. Wir sind hohes Risiko gegangen, es hätte auch hinten klingeln können“, mahnt Prödl und fordert: „Wir müssen weiter hart arbeiten. Und wir sollten den Mut der letzten Viertelstunde mitnehmen – und natürlich das Selbstvertrauen, das wir durch den Ausgleich neu gewonnen haben.“

Prödl wirkt durch seinen Dauerbetrieb, er hat nur ein Pflichtspiel verpasst, gereift. Und die Tatsache, dass Naldo endlich mal keine Rolle spielte und Prödl selbst im Blickpunkt stand, wird ihn weiter stärken, wie er zumindest ansatzweise durchblicken lässt: „Natürlich gibt mir dieses Tor ein gutes Gefühl.“

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