Prödl und Junuzovic ignorieren die knallende Peitsche und verharren im Vertragspoker

Ein Spiel auf Zeit

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Zlatko Junuzovic (Bild) hat wie sein Landsmann Sebastian Prödl derzeit kein Interesse, bei Werder einen neuen Vertrag zu unterschreiben.

Bremen - Vom Drängler zum Bummler – für diesen Wandel hat Sebastian Prödl gute fünf Monate gebraucht. Im März war es, als der Bremer Abwehrchef Worte voller Entschlossenheit formulierte: „Ich möchte spätestens im Sommer über meine Zukunft Bescheid wissen.“

Und: „Obwohl ich noch ein Jahr Vertrag habe, will ich wissen, wie es weitergeht.“ Selbst ein Drohszenario hatte er aufgebaut, indem er die vorzeitige Vertragsverlängerung verlangte. Andernfalls würde er seinen Vertrag auslaufen lassen oder vorher schon zu einem anderen Club wechseln.

Zu letzterem ist es nicht gekommen. Zu allem anderen aber auch nicht. Der 2015 endende Vertrag ist bis dato nicht verlängert worden. Dabei sind Gespräche geführt, Argumente ausgetauscht und Angebote angeblich bereits erhöht worden. „Es ist von Werder-Seite schon etwas gekommen“, bestätigt Prödl einmal mehr. Aber obwohl er im Frühjahr große Eile hatte, mag er jetzt nicht unterschreiben, hat plötzlich alle Zeit der Welt. Der naheliegendste Grund: Prödl wartet ab, ob sich andere, bessere Optionen ergeben. Doch zur gesamten Thematik sagt er nur, dass er eigentlich nichts sagen will. Und gibt zu verstehen, „dass ich den Poker nicht medial austragen will – wie manch anderer“.

Es soll also gefeilscht werden. Ob sich Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin darauf einlässt? Als Verhandlungsführer der Gegenseite hat er (wie einst Prödl) ebenfalls schon zur Peitsche gegriffen und sie ordentlich knallen lassen. „Ich werde sicherlich nicht bis Winter warten, da bin ich radikal“, hatte er eine klare Frist für eine Entscheidung gesetzt. Die gilt nicht nur für Sebastian Prödl, sondern auch für seinen österreichischen Landsmann Zlatko Junuzovic. Auch dessen Vertrag läuft 2015 aus, auch er hat einen unterschriftsreifes Angebot vorliegen, aber auch er verschleppt trotz Eichins Aufforderung, auf die Tube zu drücken, das Tempo. Wieder und wieder sagt der Mittelfeldspieler, was sich sehr stark nach Ausflucht anhört – nämlich, dass er sich nur auf seine fußballerischen Aufgaben konzentrieren will. Vorsorglich macht Junuzovic schon mal jeden, der etwas anderes von ihm verlangt, zum Saboteur seiner Leistungskraft: „Ich will mich jetzt nicht ablenken lassen. Jegliche Ablenkung wäre riskant und würde Prozente kosten.“

Seinen Seismographen für Störungen von außen könnte er freilich abschalten, wenn er mit Eichin eine Übereinkunft findet. Doch das will der in zwei Wochen 27 Jahre alt werdende Nationalspieler derzeit genauso wenig wie Prödl. Einfach nur Fußballer zu sein, sei ihm derzeit wichtiger, als über seine Zukunft nachzudenken, sagt er: „Deswegen will ich mich später entscheiden.“ Aber natürlich ist er voll im Thema, weiß, dass sein Berater und Thomas Eichin in den Gesprächen schon „weit gekommen“ sind: „Es gibt aus meiner Sicht aber noch einiges zu klären“, erklärt Zlatko Junuzovic.

csa

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