„Es ist Zeit, mich weiter zu etablieren“ / Die Abwehr-Konkurrenz scheint noch übermächtig

Prödl – das Jahr der Entscheidung

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Norderney · Als Sebastian Prödl dieser Tage wieder einmal früh morgens am Strand von Norderney unterwegs war, berieselt von Musik und allein mit sich und seinen Gedanken, da wurde ihm klar: „Die neue Saison wird für mich von besonderer Bedeutung sein.“

Zwei Jahre ist der Innenverteidiger jetzt bei Werder Bremen. Nach einer ersten Saison mit vielen Einsätzen lief’s für ihn im vergangenen Jahr überhaupt nicht nach Wunsch. Die Rote Karte gleich zum Saisonstart gegen Frankfurt, später eine langwierige Knieverletzung. „Ich war vier Monate weg vom Fenster, und habe auch sonst nicht viel gespielt“, sagt der 22-Jährige: „Das war natürlich unbefriedigend.“

Daher hat sich Prödl jetzt vorgenommen, dass die kommende Saison seine Saison werden soll. „Es ist Zeit, mich weiter zu etablieren. Die Situation, wie ich sie letztes Jahr hatte, darf kein Dauerzustand sein. Bei einer Vertragslaufzeit von vier Jahren ist das dritte Jahr das entscheidende.“ Und nach der Saison müsse dann in Klausur gegangen werden: „Bin ich zufrieden, ist der Trainer mit mir zufrieden? Wenn nicht, dann muss ich mir Gedanken machen.“

Doch ein etwaiger Weggang von Werder ist für Sebastian Prödl derzeit überhaupt kein Thema. „Ich habe keine Wechselgedanken im Kopf. Meine nahe Zukunft liegt bei Werder.“

Obwohl die Konkurrenz dort groß ist. Fast schon übermäßig riesig könnte man sogar sagen: Schließlich hat Prödl in Bremen in Naldo und Per Mertesacker eines der besten Innenverteidigerpaare der Fußball-Bundesliga vor der Nase. „Ich weiß, dass es schwer für mich ist, und ich weiß auch, dass ich noch nicht an ihr Niveau herankomme, doch ich werde weiter daran arbeiten, um den Unterschied zwischen uns so gering wie möglich zu machen. Ich muss sportlich noch zulegen.“

In den vergangenen beiden Jahren habe er viel von Naldo und Mertesacker gelernt. „Sie haben mir gezeigt, Dinge spielerisch zu lösen, ruhig zu agieren und den Ball nicht gleich hoch nach vorn zu spielen.“

Auf Norderney hat Sebastian Prödl derzeit die große Chance, sich bei Trainer Thomas Schaaf mit Leistung und Engagement zu empfehlen. Denn Per Mertesacker ist nach der WM gerade in den Urlaub gegangen, Naldo weilt zwar auf der Nordseeinsel, hat aber wegen Knieproblemen bislang kaum trainiert. „Sicherlich habe ich jetzt die Möglichkeit, besonders auf mich aufmerksam zu machen“, sagt Prödl. Ihm ist aber auch klar, dass die Beiden weiterhin gesetzt sein werden, wenn sie gesund sind: „Da darf ich nicht blind sein und mir irgendwelche Luftschlösser bauen.“ Er will aber da sein und überzeugen, wenn er gebraucht wird. „Die Saison ist lang, und die Belastung wird sehr hoch sein. Wenn ich dann meine Chance bekomme, muss ich den Trainer überzeugen.“

Dafür arbeitet Sebastian Prödl in der Vorbereitung hart. Einfacher dürfte es für ihn sicherlich werden, wenn beispielsweise Mertesacker noch dem Werben eines Topclubs erliegen würde. Arsenal London soll ja bereits seine Fühler ausgestreckt haben. Doch über diesen Weg will Prödl nicht ans Ziel kommen. „Was soll ich machen – einem Freund raten, dass er gehen soll? Nein! Wenn Per wechseln würde, dann wäre das zudem ein Riesenverlust für den Verein“, weiß der Österreicher. Dann doch lieber weiter ein wenig hinterherhecheln.

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