Werders Innenverteidiger fehlt nach Gesäßmuskel-OP mehrere Monate / Pasanen die erste Alternative

Prödl: „Das tut sehr weh“

Bitterer Rückschlag: Sebastian Prödl wird nach seiner Gesäßmuskel-Operation in dieser Saison nicht mehr für Werder spielen.

Von Malte Rehnert · Erst Naldo, dann Sebastian Boenisch, später auch Per Mertesacker, Clemens Fritz, Dominik Schmidt und Mikael Silvestre: Besonders in der Abwehr zieht Werder Bremen das Verletzungspech in dieser Saison magisch an – und die Ausfallliste ist jetzt sogar noch länger geworden.

Innenverteidiger Sebastian Prödl fällt nach einer Operation am Gesäßmuskel mehrere Monate aus. Für den 23-jährigen Österreicher ist somit die aktuelle Saison beendet – und die Vorbereitung auf die kommende gefährdet. Erster Kandidat als Stellvertreter dürfte nun der Finne Petri Pasanen sein.

„Das tut mir sehr weh, dass ich Werder in der Endphase der Bundesliga nicht helfen kann, aber ich werde bei jedem Spiel mit ganzem Herzen dabei sein und meinen Kollegen die Daumen drücken“, ließ Prödl aus dem Krankenhaus in Graz übermitteln.

Dort war er am Freitag von Unfallchirurg Dr. Martin Leonhardt – in Absprache mit Werder-Clubarzt Dr. Götz Dimanski – operiert worden. Dabei handelte es sich um einen diagnostischen Eingriff. Das heißt: Der Operateur wollte sich erst mal Gewissheit über die Art und Schwere der Verletzung verschaffen, die sich Prödl am 17. März bei einem Rugbyspiel im Training zugezogen hatte.

Bei der OP bestätigte sich laut Werder-Angaben Dimanskis Annahme. Demnach laboriert Prödl an der linken Gesäßhälfte an einem Muskeleinriss mit langem Riss an der Muskelsehnenplatte – so die medizinische Bezeichnung. Während der Operation wurde die Muskelhülle wieder verschlossen. Notwendig war der Eingriff, weil die Muskulatur bereits durch die Muskelhülle hervorgetreten war. Laut Dr. Leonhardt handelt es sich um eine sehr seltene Verletzung an einer ungewöhnlichen Stelle.

Wohl auch deshalb gibt’s derzeit keine exakten Heilungsprognosen. Fest steht nach Meinung des Chirurgen aber bereits, dass sich der österreichische Nationalspieler auf eine lange Nachbehandlung einstellen muss. „Wir werden alles dafür tun, ihn bei seiner Rückkehr bestmöglich zu unterstützen“, kündigte Dimanski an.

Prödl, der die Klinik in Graz voraussichtlich heute verlassen darf, wirkt trotz des schweren Rückschlags schon wieder ziemlich gefasst. „Ich muss die Tatsache jetzt akzeptieren und lernen, damit umzugehen. Es gibt leider keinerlei Erfahrungen mit dieser Verletzung, aber ich werde alles daran setzen, so schnell wie möglich wieder für Werder und die Nationalmannschaft auf dem Platz zu stehen.“

Bislang war der 23-Jährige in dieser Saison der Bremer Dauerbrenner. In der Hinrunde absolvierte er in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal alle Partien – von der ersten bis zur letzten Minute. Erst am 19. Spieltag zwang ihn eine Gelbsperre beim Auftritt in Köln (0:3) zu einer Pause. Danach absolvierte Prödl wieder sieben Begegnungen über die volle Distanz, ehe ihn die schwere Verletzung aus der Stammelf warf.

Zuletzt in Nürnberg (3:1) verteidigte statt des Österreichers der Finne Pasanen innen neben Abwehrchef Per Mertesacker. Und es ist gut möglich, dass dies bis Saisonende so bleibt und Pasanen (30) – der keinen neuen Vertrag bekommt und Werder im Sommer verlassen wird – in seinen letzten Spielen noch mal richtig wichtig wird. Alternativen drängen sich jedenfalls nicht gerade auf. Mikael Silvestre (33), der sich in der Zentrale auskennt, hat gerade als Linksverteidiger Fuß gefasst. Für die unerfahrenen Leon Balogon (22) und Neuzugang Samuel (24) dürfte diese wichtige Aufgabe eine Nummer zu groß sein. Bleibt noch Dominik Schmidt (23), der gelernter Innenverteidiger ist, bei den Profis bisher jedoch ausschließlich außen zum Einsatz kam.

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