Frank Baumann

Privatier statt Direktor

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Sportchef Thomas Eichin (re.) muss sich eine neue „rechte Hand“ suchen. Frank Baumann wird Werder Bremen in 14 Monaten verlassen. ·

Bremen - Als die Position des Sportchefs zu vergeben war, hatte Frank Baumann abgewunken. Er wollte nicht im Rampenlicht stehen, wollte nicht in die erste Reihe.

Er blieb im Hintergrund, ließ sich zum „Direktor Profi-Fußball und Scouting“ ernennen – ein extra für ihn geschaffener Titel. Doch auch diesen Posten wird der Kapitän der Double-Mannschaft von 2004 in einem Jahr aufgeben. Baumann verlässt Werder Bremen. Aus rein persönlichen Gründen, wie er beteuert.

Schon als er nach seinem Karriereende vor fünf Jahren als Assistent von Klaus Allofs seine ersten Schritte als Fußball-Funktionär gemacht hatte, wusste er: Das muss keine Lebensaufgabe sein. Baumann: „Ich habe immer gesagt, dass ich mir vorstellen kann, mich nach ein paar Jahren in anderen Bereichen zu verwirklichen und weiterzubilden. Ich denke, dass Ende der kommenden Saison der richtige Zeitpunkt dafür ist.“

Also wird er einen Job an den Nagel hängen, „den ich mit Liebe und Leidenschaft mache“. Aber die Scouting-Abteilung zu leiten und zu organisieren, dazu die U 23 zu managen – das alles sei „sehr zeitintensiv. Bei Sieben-Tage-Wochen und 60 bis 70 Wochenarbeitsstunden bleibt vieles auf der Strecke“, so der 38-Jährige. Vor allem die Familie, „aber auch ich selbst“. Weil er nach seiner Karriere als Bundesliga-Profi finanziell ohnehin ausgesorgt hat, gönnt er sich ab dem Sommer 2015 „den Luxus, etwas anderes zu machen“. Was? „Erstmal nichts“, sagt Baumann: „Ich werde jetzt nirgendwo anders hingehen.“ Er bleibt mit seiner Familie in Bremen, will das Leben genießen. Vielleicht kehre er irgendwann ins Fußballgeschäft und zu Werder zurück, meint der Ex-Nationalspieler. In welcher Funktion das sein könnte, weiß er aber auch noch nicht: „Als Nachwuchstrainer, als Mediendirektor, als Manager – keine Ahnung.“

Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin ist in Baumanns Pläne schon seit dem vergangenen Jahr eingeweiht, hat folglich schon Zeit gehabt, in Ruhe nach einem neuen „Direktor Profi-Fußball und Scouting“ zu suchen. „Es kann sein, dass es schon in den nächsten Wochen eine Option gibt“, sagt Baumann zu der Nachfolgeregelung und kündigt an, auf jeden Fall für die Einarbeitung zur Verfügung zu stehen: „Es gibt keinen Grund für mich, früher als angekündigt aufzuhören.“

Eichin sieht die Dinge offenbar noch nicht so weit gediehen wie Baumann. „Wir müssen für Franks Position Ersatz finden. Und der Schuss muss sitzen, weil es eine sehr wichtige Stelle ist. Deshalb lasse ich mir Zeit mit der Entscheidung“, erklärt der Sportchef und sagt, dass er Baumanns bevorstehenden Wechsel in den Stand eines Privatiers bedauert: „Das ist ein sehr großer Verlust für uns.“

Unkommentiert bleibt bei Eichin, ob Ex-Profi Tim Borowski (33), der im Sommer sein Management-Trainee-Programm abschließt, ein möglicher Anwärter auf den Posten sein könnte. · csa

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