„Wir sind jetzt eigentlich mal dran“

Preußen Münster träumt von seiner ersten Pokal-Sensation

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Der Ex-Bremer Amaury Bischoff ist ein ganz wichtiger Mann in Münsters Mittelfeld.

MÜNSTER · Die Bremer Tage haben für den SC Preußen Münster schon am vergangenen Samstag begonnen. In Amaury Bischoff und Dominik Schmidt sicherten zwei Ex-Werderaner dem Drittligisten beim 2:2 in Wiesbaden in den Schlussminuten einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt.

Es war der zehnte aus fünf Spielen – eine beachtliche Ausbeute des Vorjahresneulings, der vor dem Saisonstart im Juli auf keinem Favoritenzettel aufgetaucht war, bislang aber als Vierter zu den positiven Erscheinungen gehört.

Nach einer turbulenten Premieren-Saison in der Dritten Liga mit Trainerwechsel (Pavel Dotchev für Marc Fascher), großer Unruhe im Umfeld, kurzzeitiger Abstiegsgefahr und letztlich Platz zwölf geben sich die Verantwortlichen bei der Zielsetzung diesmal vorsichtig. „Konkrete Vorgaben machen wir nicht“, erklärt Sportvorstand Carsten Gockel. Träumereien sind aber nicht verboten. „Ich möchte schon oben mitmischen“, sagt Trainer Dotchev. Eine Einstellung, die Aufsichtsratsboss und Hauptsponsor Thomas Bäumer (Tuja Zeitarbeit) gefällt – auch er will nur allzu gerne zurück in die Zweite Liga.

Bilder vom Training

Alle Nationalspieler wieder beim Werder-Training

Doch die Punktspiele treten am Wochenende vorübergehend in den Hintergrund. Münster will endlich seine erste Sensation im DFB-Pokal schaffen. 2008 (4:5 im Elfmeterschießen gegen den VfL Bochum), 2009 (1:3 nach Verlängerung gegen Hertha BSC) und 2010 (1:2 gegen den VfL Wolfsburg) hätte es fast geklappt. „Unsere Chancen liegen nur bei drei oder vier Prozent. Aber wir sind jetzt eigentlich mal dran, in die zweite Runde zu kommen“, sagt Kapitän Stefan Kühne kämpferisch. Erstliga-Erfahrung haben die Münsteraner in diesem Sommer schon reichlich gesammelt. In den Tests gegen Hannover 96 (2:0), Mönchengladbach (0:3) und Meister Borussia Dortmund (2:4) zogen sie sich achtbar aus der Affäre.

Nun also kommt Werder – und die Pokal-Lust ist riesig. Die Partie, für die das Fassungsvermögen des Stadions an der Hammer Straße von 15 050 Plätzen mit einer Ausnahmegenehmigung der Stadt auf über 18 000 aufgestockt wurde, war binnen 36 Stunden ausverkauft.

Doch auch sonst kommen wieder mehr Besucher zum Berg Fidel, in der Liga im Schnitt 7 000. Von einigen Zwischengeräuschen mal abgesehen, hat der Verein sein Image in den vergangenen Jahren mächtig aufgepeppt. Der Aufstieg im Mai 2011 war der Höhepunkt einer Entwicklung hin zu professionellen Strukturen. Beim Amtsantritt der Riege um Präsident Dr. Marco de Angelis 2005 hatte Münster knapp 1,5 Millionen Euro Schulden, inzwischen ist das Bundesliga-Gründungsmitglied fast alle finanziellen Sorgen los.

Und Dotchev hat ein interessantes Team zusammengestellt – mit Perspektive, spielerischer Klasse und einer offensiven Denkweise. Bischoff kommt im zentralen Mittelfeld eine Schlüsselrolle zu. Der 25-jährige Portugiese mit französischen Wurzeln war als Talent von 2005 bis 2008 bei Werder, konnte sich dort aber ebenso wenig durchsetzen wie danach beim FC Arsenal. Es folgten Stationen in Portugal (Academica Coimbra und CD Aves), ehe er im Mai für zwei Jahre bei den Preußen unterschrieb. Schmidt (25) hat sich nach einem erfolglosen Jahr bei Erstliga-Aufsteiger Eintracht Frankfurt („Der Club wollte nur den Kader mit mir auffüllen“) bereits in der Innenverteidigung etabliert. Stützen sind zudem der erfahrene Keeper Daniel Masuch, Kapitän Kühne im Abwehrzentrum und der US-Amerikaner Matthew Taylor im Sturm. Mit Dennis Grote kickt auch ein U 21-Europameister von 2009 mittlerweile wieder in der Heimat. · tre

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