Der „Pott“ ist schon in Berlin

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Werder-Sportchef Klaus Allofs und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach (v.l.) bei der Pokalübergabe.

Berlin - Von Dirk Nierhaus · 52 Zentimeter hoch, 5,7 Kilogramm schwer, aus Gold und Silber gefertigt, mit Edelsteinen reich verziert und mindestens 100 000 Euro wert: Seit gestern befindet sich der DFB-Pokal in Berlin.

Dort kann er im Foyer des Roten Rathauses bis einen Tag vor dem Pokalfinale am 15. Mai besichtigt werden, ehe ihn Titelverteidiger Werder Bremen oder der FC Bayern München mit nach Hause nimmt.

„Es wäre schön, wenn wir den Pokal nur vorübergehend in Berlin stationiert hätten“, hofft Sportdirektor Klaus Allofs auf den zweiten Bremer Erfolg im dritten Endspiel gegen den Rekordmeister in Berlin. 1999 hatte Werder im Elfmeterschießen gewonnen, 2000 revanchierten sich die Bayern. „Ich bin zuversichtlich, dass wir es jetzt wieder schaffen“, fügte Allofs hinzu und wagte sogar einen Tipp: „Wir gewinnen 2:0.“

Der Konter der Bayern blieb aus. Kapitän Mark van Bommel musste kurzfristig absagen. Die seit Tagen den Flugverkehr in Deutschland behindernde Aschewolke verhinderte seine Anreise ebenso wie die von DFB-Präsident Theo Zwanziger. „Sie wären gerne gekommen, aber es war einfach nicht möglich“, bedauerte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

So blieb es den Bremern vorbehalten, gemeinsam mit Niersbach für das Pokalfinale zu werben. Allofs und sein Assistent, der langjährige Werder-Kapitän Frank Baumann, übergaben den „Pott“ an Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Dass der Titelverteidiger die Trophäe vier Wochen vor dem Finale in die Hauptstadt bringt, hat es zuvor noch nicht gegeben, bestätigte Niersbach: „Wir machen das, damit Berliner und Besucher der Hauptstadt Gelegenheit haben, den Pokal zu sehen und sich mit ihm fotografieren zu lassen.“

Die Fans werden sich der Faszination des prachtvollen Pokals ebenso wenig entziehen können, wie die Spieler. Denen dürfte es freilich weniger um dessen materiellen Wert gehen, sondern mehr um den sportlichen Ruhm, der damit verbunden ist. „Jeder möchte ihn haben, ihn nur mal berühren“, bestätigte Allofs.

Das DFB-Pokalfinale wird seit 1985 im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Mindestens bis 2015 bleibt es dabei. Am Rande der Pokalübergabe besiegelten Niersbach und Wowereit eine entsprechende Rahmenvereinbarung zwischen dem DFB und dem Land Berlin. „Die Sportstadt Berlin erwartet weiterhin spannende Pokalfinals als Höhepunkte der deutschen Fußball-Saison“, sagte Wowereit. Und Niersbach geriet gar ins Schwären, als es um das Endspiel im Olympiastadion ging: „Die Atmosphäre dort ist besser als im Wembleystadion.“

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