Allofs: „Wir müssen auf der Hut sein“

Polizei und Werder rüsten auf

Drohen bei einem Fußballspiel Ausschreitungen, dann werden Pferdestaffeln eingesetzt – so auch morgen bei der Werder-Partie gegen Enschede.

Bremen (kni) · Erst einmal zeigt sich die Bremer Polizei sehr (gast-)freundlich. Jeder Fan von Twente Enschede, der sich am Donnerstag vor der Europa-League-Partie in Bremen die Innenstadt anschauen möchte, der darf das auch.

„Es macht keinen Sinn, Fans über Stunden am Stadion einzukesseln. Wir beobachten die Fans, reichen ihnen sozusagen die Hand. Aber wenn es nötig ist, werden wir auch andere Maßnahmen einsetzen“, erklärt Ronald Walter, der Pressesprecher der Bremer Polizei.

Die Ordnungshüter sind gewarnt. Vor dem Hinspiel stürmten deutsche Hooligans eine Kneipe in der Innenstadt von Enschede. Nun wird mit einem Racheakt in Bremen gerechnet. Dabei geht es gar nicht nur um Werder und Twente, Hooligans von RW Essen, VfL Bochum und Schalke 04 haben sich wegen angeblicher Fan-Freundschaften eingemischt. Die Bremer Polizei ist deshalb bereits am Donnerstagmorgen im Einsatz – und sie hat sich Verstärkung aus anderen Bundesländern geholt. Dazu zählt zum Beispiel die Pferdestaffel aus Hannover, die gerne vor brisanten Partien angefordert wird. „Wir sind kräftemäßig wesentlich stärker ausgestattet als sonst. Denn unter den 1 500 bis 2 000 Fans aus Enschede sollen 200 sogenannte Problem-Fans sein“, berichtet Walter. Einen „Überfall“ auf eine Bremer Kneipe kann er zwar nicht kategorisch ausschließen, aber Walter versichert: „Wir werden sehr wachsam sein, damit so etwas wie in Enschede bei uns nicht passiert.“

Dass mit Twente-Anhängern nicht zu spaßen ist, zeigen die Vorfälle im Dezember 2008. Vor der Partie bei Paris St. Germain randalierten 300 Niederländer in der französischen Hauptstadt, griffen 40 PSG-Anhänger an und lieferten sich anschließend noch eine Straßenschlacht mit der Polizei. Auch diesmal wird damit gerechnet, dass es nicht in der Nähe des Stadions zu Auseinandersetzungen kommt, sondern eher in der Stadt.

Trotzdem hat auch Werder reagiert. Obwohl aufgrund der späten Anstoßzeit (21.05 Uhr) nur 20 000 Besucher im Weserstadion erwartet werden, „haben wir wesentlich mehr Sicherheitspersonal im Einsatz als bei dieser Kulisse normalerweise nötig wäre“, berichtet Werder-Mediendirektor Tino Polster. Der Sicherheitsstandard sei ähnlich hoch wie im Herbst bei der Partie gegen Austria Wien, als ebenfalls zahlreiche Problem-Fans erwartet worden waren. Doch die Befürchtungen bestätigten sich damals nicht, es blieb ruhig.

Das wünscht sich Werder-Boss Klaus Allofs auch für morgen: „Ich hoffe, dass es bei uns nicht zu Ausschreitungen kommen wird. Aber wir müssen auf der Hut sein.“ Gerade die kurze Anreise könnte den einen oder anderen Gewalt bereiten Fan dazu verführen, nach Bremen zu kommen und Krawall zu machen. Doch das versucht schon die Bundespolizei zu verhindern. Sie will an der Grenze umfangreiche Kontrollen durchführen, die Fahrzeuge nach Waffen durchsuchen und Problem-Fans gleich wieder zurückschicken.

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