Für das Hochrisikospiel bekommt die Bremer Ordnungsmacht kräftig Verstärkung / „Alle sollen diesen Tag genießen“

Polizei greift durch: Kontrollen schon in den Zügen

Bremen - Kein Verein war bisher häufiger zu Gast in Bremen, doch Routine kehrt angesichts dieser traditionell heißen Nordderbys bei den Ordnungshütern nie ein – „trotz aller Erfahrungswerte“, wie Hauptkommissarin Franca Haedke als Sprecherin der Bremer Polizei gestern verdeutlichte.

Seit Wochen bereiten sich ihre Kollegen gemeinsam mit Club-Verantwortlichen und Fan-Gruppierungen auf diesen Samstag vor, an dem der SV Werder den Hamburger SV empfängt. Oberstes Ziel: „Wir wollen, dass alle Beteiligten diesen Fußball-Tag genießen.“

Um dies sicherzustellen, forderte die Behörde Verstärkung an: Neben Beamten aus Bremen und Bremerhaven reisen Polizisten aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein an – von der Reiterstaffel Hannover bis zu zusätzlichen Hundertschaften. Auch aus Hamburg kommen Kollegen zur Unterstützung – neben Kräften der Schutzpolizei unter anderem „Szenekundige Beamte“ (SKB), die meist in den Sonderzügen mitfahren. Haedke: „Ein Hochrisikospiel wie dieses ist lange vorher in unseren Personalplanungen berücksichtigt.“

Besondere Aufmerksamkeit gilt natürlich am Bremer Hauptbahnhof, wo der Großteil der Gäste ankommt. Ein Fan-Marsch durch die Stadt wurde wie immer beim Derby verboten. „Also nehmen wir die Hamburger gleich bei der Ankunft in Empfang und geleiten sie zu den Shuttle-Bussen auf der Bürgerweide“, erklärt die Polizeisprecherin. Mögliche „Ausreißer“ bergen das größte Risiko, doch die sollten schnell wieder auf den richtigen Weg gebracht sein. Gleichwohl sei Aufmerksamkeit entlang der Strecke zwischen Bahnhof und Weserstadion geboten: „Wir wollen niemandem von einem Besuch der Stadt abraten, aber ein wenig Vorsicht kann nie schaden – vor allem in der Nähe beliebter Treffpunkte wie den Lokalitäten im Viertel und auf dem Peterswerder“, erinnert Hauptkommissarin Haedke. Um die Fan-Lager möglichst sicher unter Kontrolle zu haben, öffnen die Stadiontore am Samstag schon um 12.30 Uhr – eine Stunde früher als sonst.

Auch die Bundespolizei, zuständig für die Sicherheit in den Bahnhöfen und Zügen, hat ihr Kontingent aufgestockt. Unter anderem stehen Kontrollen an allen Zwischenstationen auf dem Weg von Hamburg nach Bremen sowie entlang der Strecken Bremerhaven-Bremen und Verden-Bremen an. Wer rechtzeitig einen dieser Züge erreichen will, sollte früh genug am Bahnhof sein – denn die Ordnungshüter kontrollieren die Fahrgäste dort sowie in den Abteilen auf Pyrotechnik. Feuerwerk jeglicher Art bedeute einen Verstoß gegen die am Montag erlassene Verfügung der Bundespolizeidirektion Hannover – und das hat Folgen bis hin zu 250 Euro Geldstrafe sowie dem Ausschluss von der Fahrt. Nötig wurde dieser Schritt, weil „in der Vergangenheit alkoholisierte Fußballfans teilweise erhebliche Straftaten begangen haben“, berichtet die Bundespolizei über Szenen bei den Einfahrten in die Bahnhöfe. Dies gefährde Fans und Unbeteiligte.

Zudem war es beim Hinspiel in Hamburg zu schlimmen Szenen gekommen. Zirka 30 Vermummte hatten versucht, in den Bremer Fan-Block einzudringen. Als die Polizei einschritt, wurde sie unter anderem mit Pyrotechnik beworfen. · ck

Rubriklistenbild: © nordphoto

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