Die Polen rufen – und Boenisch gerät ins Grübeln

Soll künftig für Polen spielen: Bremens Sebastian Boenisch.

Werder-Bremen - BREMEN (flü) · Seinem Kumpel Mesut Özil hatte er immer wieder ans Herz gelegt, sich für den Deutschen Fußball-Bund zu entscheiden – jetzt kommt Sebastian Boenisch selbst ins Grübeln.

Werder Bremens Linksverteidiger, in diesem Jahr mit den DFB-Junioren U 21-Europameister geworden, steht einem Angebot den polnischen Verbandes nicht mehr gänzlich abgeneigt gegenüber. Nach einem Bericht der polnischen Zeitung „Dziennik“ soll Polens neuer Nationaltrainer Franciszek Smuda Boenisch schon überredet haben, künftig für die polnische Nationalelf zu spielen. Bereits am 14. November, so das Blatt weiter, werde Boenisch, der wie Nationalstürmer Lukas Podolski im polnischen Gleiwitz geboren wurde, für Polen gegen Rumänien spielen.

„Davon weiß ich nichts“, erklärte Boenisch gestern Abend auf Nachfrage dieser Zeitung: „Es ist keine Entscheidung gefallen. Ich habe mit Smuda noch gar kein Gespräch geführt.“ Und bevor er nicht mit Werder und auch dem DFB über seine Situation gesprochen habe, „wird es von mir auch keine Tendenz geben“, erklärte Boenisch. Freilich räumte er ein: „Für die polnische Nationalmannschaft zu spielen, wäre gerade im Hinblick auf die EM 2012 dort interessant.“ Zudem tendieren Boenischs Chancen bei Bundestrainer Joachim Löw zurzeit gegen null.

„Ich habe mich damals klar für den DFB ausgesprochen, weil ich wusste, woran ich war“, versucht der Linksverteidiger sein jetziges Schwanken zu erklären: „Fakt ist aber, dass ich momentan keine Rückendeckung vom DFB habe. Ich weiß nicht, wo ich stehe und ob der DFB noch mit mir plant. Das ist beim polnische Verband anders. Der bemüht sich um mich.“

Boenisch will das nicht als Vorwurf an die Adresse des DFB verstanden wissen, „doch als Fußballer möchte man doch Klarheit haben und wissen, wie es weitergeht.“

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