Kein Feilschen, keine Verhandlungen mehr: Allofs erwartet jetzt ein Ja oder Nein

Poker um Pizarro: „Wir haben gemacht, was wir können“

Claudio Pizarro (Bild) lässt sich mit seiner Entscheidung ganz viel Zeit. Dabei hat Werder Bremen die Karten laut Klaus Allofs längst auf den Tisch gelegt. ·

Bremen - Die 100 Meter zwischen Kabinen- und Autotür reichen nicht. Claudio Pizarro legt sie schnellen Schrittes zurück, lässt sich nur von zwei Autogrammjägern aufhalten. Aber nicht von ihm lästigen Fragen zu seiner Zukunftsplanung.

„Dazu sage ich nichts“, meint er – und das Lächeln verrät seine Irritation darüber, dass tatsächlich noch jemand die verwegene Erwartung hat, er würde auch nur einen winzigen Gedanken seiner Überlegungen preis geben.

Macht er definitiv nicht. Pizarro wirft die Autotür zu und fährt gemächlich davon. So läuft es immer mit dem Peruaner – heute genauso wie anno 2001, als er schließlich von Werder Bremen zu Bayern München wechselte. Dass er diesen Weg im Sommer wieder beschreiten wird, wabert als Spekulation seit Wochen durch die Liga. Parallel laufen die Verhandlungen mit Werder. Oder korrekter: Sie liefen. Denn verhandelt wird nicht mehr, wie Werder-Chef Klaus Allofs behauptet: „Wir haben unser Angebot vorgelegt und das gemacht, was wir können.“ Unausgesprochener Zusatz: Mehr geht nicht.

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Für Pizarro, der seinen ursprünglich bis 2013 laufenden Vertrag fristgerecht und einer vereinbarten Option entsprechend zum Saisonende gekündigt hat, liegt ein neuer Kontrakt bis 2014 vor. Allerdings laut „Bild“-Zeitung mit reduzierten Bezügen. Statt 4,2 Millionen Euro Jahresgehalt sollen es künftig nur noch – na, raten wir mal – 3,8 oder 3,5 Millionen oder noch weniger sein. Werder muss halt sparen – auch bei seinem Besten. Pizarro überlegt mittlerweile schon einige Zeit, ob ihm das genug ist. Allofs äußert erste Ungeduld: „Wir warten auf eine Antwort. Claudio und sein Berater wissen genau, dass wir da schnell eine Entscheidung brauchen.“ Doch weder war bisher ein Ja noch ein Nein aus dem Mund des Torjägers zu vernehmen. Nicht mal ein Vielleicht. Pizarro schweigt eben nicht nur zwischen Kabine und Parkplatz, sondern auch in den Büros der Werder-Vorstandsetage.

Ob es da einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden Spiel gegen den FC Bayern gibt? Man kennt das ja aus der Branche: Wechsel zu einem neuen Club werden selten kommuniziert, wenn dieser neue Club noch gegen den bald alten Club spielen muss. Doch das ist, wie gesagt, eine Spekulation, die wiederum auf einer anderen Spekulation basiert. Aber viele befassen sich seit Wochen mit dem angeblichen Bayern-Flirt. Auch Allofs, der Pizarro via „Sport Bild“ rät, nicht noch einmal in den Süden der Republik zu gehen, weil er dort nur als Ersatzspieler eingeplant ist. „Bayern“, argumentiert Allofs also, „ist nicht der ideale Club für Claudio.“

Der Vorsitzende der Bremer Geschäftsführung bedient sich weiter der Schlagworte „Führungsspieler“ und „Wohlfühlfaktor“, um für das eigene Ziel zu werben. Die Geduld, auf Pizarros Entscheidung zu warten, hat er allemal. „Es wäre ja auch ungeschickt, jetzt die Tür zuzuschlagen“, sagt der 55-Jährige, der als nächste Reaktion der Pizarro-Fraktion ein verbindliches Wort erwartet: „Ein Feilschen wird es nicht mehr geben. Es geht um die Entscheidung für oder gegen Werder.“ · csa

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