Werder verspielt gegen Valencia ein 2:0 – und verliert im Elfmeterschießen / Kleiner Erfolg für Traumduo

Für den Pokal reicht‘s noch nicht

Generalprobe misslungen: Torsten Frings (re.) verlor mit Werder Bremen gestern gegen Hediwges Maduro und den FC Valencia im Elfmeterschießen.

Werder-Bremen - Aus Meppen berichtet Björn Knips  Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen: Werder Bremen hat gestern Abend in Meppen gegen den FC Valencia seinen letzten Test vor dem Pflichtspielstart verloren – und das ausgerechnet im Elfmeterschießen.

Auf einen Krimi vom ominösen Punkt sollten sich die Bremer am Sonntag im DFB-Pokal bei Union Berlin also lieber nicht einlassen. Doch neben der 4:6 (2:2, 2:0)-Niederlage gab es auch Positives im Emsland: Werder hatte in der ersten Halbzeit ganz ordentlich gespielt – zudem hatten Mesut Özil und Marko Marin bei ihrer Premiere als gemeinsame Strippenzieher im Mittelfeld zumindestens kleine Erfolgserlebnisse.

Auf das Duo hatten sich die Zuschauer offenbar ganz besonders gefreut. Der Andrang beim ersten gemeinsamen Auftritt von Özil und Marin im Werder-Dress war derart groß, dass die Partie mit 13-minütiger Verspätung angepfiffen wurde. Vor fast ausverkauftem Haus (16 000 Zuschauer) hielten sich die Protagonisten aber erst mal zurück. Valencia übernahm das Kommando, obwohl der spanische Erstligist stark ersatzgeschwächt angetreten war. So saßen die drei Europameister David Villa, Carlos Marchena und David Silva nur auf der Tribüne. „Wir haben Valencia viel zu sehr in Ruhe gelassen“, monierte Werder-Boss Klaus Allofs in der Pause.

Mehr Kritik war nicht nötig, denn Werder – angetreten in der derzeit besten Besetzung – hatte sich nach einer Viertelstunde gesteigert. Endlich waren auch die beiden Hoffnungsträger zu sehen: Erst scheiterte Marin am glänzend reagierenden FC-Keeper Cesar (18.), dann verfehlte Özil mit einem Fernschuss nur knapp das Gehäuse (25.).

Fürs erste Tor musste ein anderer sorgen: Hugo Almeida. Der Portugiese köpfte eine von Boubacar Sanogo verlängerte Frings-Ecke in die Maschen (29.). Nur zwei Minuten später standen aber wieder die eigentlichen Hauptdarsteller im Blickpunkt: Marin wurde von Alexis im Strafraum gelegt, und Özil verwandelte den fälligen Strafstoß zum 2:0. Wenn man so will, war das die erste erfolgreiche Co-Produktion der beiden 20-Jährigen. Die Fans fanden es klasse und ließen die Welle durchs Stadion schwappen. Auch Özil war zufrieden: „Es lief ganz gut, wir haben beide ein gutes Spiel gemacht.“ Allofs sah das etwas anders: „Es gibt keinen Grund, euphorisch zu sein“, meinte der Werder-Boss, fügte aber noch an: „Wenn die beiden richtig fit sind, wird das ganz anders aussehen.“

Gestern gab’s nach der Pause leider gar nichts mehr zu sehen, denn Marin blieb in der Kabine. Das Traumduo war gesprengt – und Werder kaum noch wiederzuerkennen. So hatte Nicola Zigic keine Mühe zu verkürzen (57.). Es kam noch schlimmer: Nach weiteren Wechseln von Werder-Coach Thomas Schaaf ging bei den Bremern gar nichts mehr – und Zigic schaffte per Kopf den verdienten Ausgleich (76.). Dabei hatte Valencia mittlerweile nur noch eine C-Elf auf dem Platz.

Den hätten die enttäuschten Werder-Profis nach dem Schlusspfiff nur zu gerne verlassen, doch der Veranstalter verlangte nach einem Elfmeterschießen – schließlich ging’s um den Sparkassen-Cup. Und der steht künftig in der Vitrine der Spanier, weil Philipp Bargfrede und Marcelo Moreno an FC-Keeper Cesar gescheitert waren.

Bleibt nur als Trost: Einer verpatzten Generalprobe folgt meist eine gelungene Premiere. Vielleicht verzichtete Allofs auch deshalb auf eine harsche Kritik und meinte nur: „Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen. Wir können noch nicht bei 100 Prozent sein, das geht allen Teams so.“

Werder Bremen - FC Valencia 4:6 n.E. (2:2, 2:0). Werder: Wiese - Fritz, Mertesacker (61. Boenisch), Naldo, Pasanen (80. Prödl) - Frings (61. Vranjes), Borowski (61. Niemeyer) - Özil (61. Bargfrede), Marin (46. Hunt) - Sanogo (80. Moreno), Almeida (61. Futacs). Valencia: Cesar - Bruno (46. Miguel), Alexis (46. Navarro), Dealbert, Mathieu (46. Carleto) - Maduro, Baraja (46. Albelda) - Olcina (46. Joaquin), Ever (46. Michel), Vicente (46. Jordi Alba) - Miku (46. Zigic). Tore: 1:0 (29.) Almeida, 2:0 (31.) Özil, 2:1 (57.) Zigic, 2:2 (76.) Zigic. Elfmeterschießen: 2:3 Carleto, 3:3 Hunt, 3:4 Jordi Albas, Bargfrede scheitert an Cesar, 3:5 Zigic, 4:5 Naldo, 4:6 Joaquin, Moreno scheitert an Cesar. Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen). Zuschauer: 15 000.

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