1:1 - Pizarros Treffer reicht nicht

Bremen - Eigentlich steht ein 1:1 ganz selten im Verdacht, geschichtsträchtig zu sein. Das gilt auf den ersten Blick auch für dieses 1:1 (1:0) gestern Nachmittag zwischen dem SV Werder Bremen und Bayer Leverkusen. Die Tabellennachbarn und Gerade-Noch-Mitglieder der Eurozone in der Bundesliga lieferten eben nur Arbeits- statt Zauberfußball ab. Aber der zweite Blick macht diese Partie – vor allem aus Werder-Sicht – so besonders:

Gleich drei Spieler feierten gestern ihr Bundesliga-Debüt – und auch drei Spieler sind erst zarte 18 Jahre alt. Das dürfte einmalig in Werders Bundesliga-Historie sein.

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Das war der Liveticker vom Spiel

„Unsere jungen Spieler haben ihre Sache wirklich gut gemacht“, schwärmte Clemens Fritz. Natürlich hätte der Werder-Kapitän gerne drei Zähler geholt, aber angesichts der Personalsorgen und der teilweise blutjungen Mannschaft herrschte im Bremer Lager Zufriedenheit mit dem Spiel und dem Ergebnis. „Ein großes Kompliment, was die Jungs abgeliefert haben“, lobte Trainer Thomas Schaaf und sprach von einem tollen Spiel beider Teams.

Werder holt Punkt gegen Leverkusen

Der objektive Betrachter hatte da einen etwas anderen Eindruck. Schon der Start war sehr holprig. Werder musste sich – verständlicherweise – erst noch (zurecht-)finden. Schließlich galt es, den gerade erst verpflichteten Francois Affolter und den erst 18-jährigen Debütanten Florian Hartherz in der Abwehr zu integrieren. Und Leverkusen schien irgendwie der Fall Michael Ballack zu hemmen. Der bei den Bayer-Bossen in Ungnade gefallene Ex-Nationalspieler hatte vor der Partie alle Blicke auf sich gezogen – als Ersatzspieler. Gut möglich, dass er gestern zum letzten Mal im Kader stand, eine echte Alternative stellt er für Trainer Robin Dutt offenbar nicht mehr dar. Trotz einer keineswegs überragenden Leistung seiner Mannschaft stellte der Coach später fest, „dass es keine Veranlassung gab, in der zweiten Halbzeit etwas zu verändern“.

Zurück zu Halbzeit eins: Nach rund 20 Minuten fand Werder besser in die Partie, wurde immer forscher. Auch, weil Hartherz und Affolter gut funktionierten. Und als der 18-jährige Tom Trybull in seinem zweiten Bundesliga-Spiel den alten Hasen Claudio Pizarro bediente, rappelte es: Der Peruaner nahm die Kugel mit der Brust an und vollstreckte mit tollem Linksschuss ins lange Eck zum 1:0 (29.). Markus Rosenberg hätte erhöhen müssen, vergab aber zwei sehr gute Möglichkeiten (39. und 45.).

Die Pause tat den Gastgebern nicht gut, der Elan war in der Kabine geblieben. Bayer wurde zwar nicht wirklich stärker, glich aber dennoch aus – mit freundlicher Unterstützung von Tim Wiese: Der Werder-Keeper bekam nach einer Ecke nur Hartherz und nicht den Ball zu fassen, so dass Stefan Reinartz mühelos einköpfen konnte (57.). Ein richtig ärgerliches Tor.

Schaaf reagierte, brachte in Stürmer Niclas Füllkrug den nächsten 18-jährigen Debütanten. Trotzdem blieb Bayer angriffslustiger, verpasste aber durch den eingewechselten Eren Derdiyok zweimal (69. und 79.) die Führung. Den Bremern erging es danach ähnlich: Erst setzte Rosenberg eine feine Hartherz-Hereingabe nur an den Pfosten (81.), dann scheiterte der Vorlagengeber an Leverkusens Schlussmann Bernd Leno (86.). So blieb die Krönung des Debütanten-Balls aus.

Statistiken zum Spiel

Ballbesitz in %: 40,4 - 59,6

Torschüsse: 16 - 13

gew. Zweikämpfe in %: 43,7 - 56,3

Fouls: 18 - 16

Ecken: 4 - 6

Von Björn Knips

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