Thomas Schaaf macht sich für den umstrittenen Torjäger stark: „Entscheidender Punkt bei der Planung“

„Pizarros Image wird ihm nicht gerecht“

Was passiert, wenn Diego und Pizarro abhanden kommen? „Dann packen wir die Dinge wieder neu an“, sagt Trainer Thomas Schaaf.

Werder-Bremen - BREMEN (csa) Die Personalie Claudio Pizarro – sie erregt nicht erst seit gestern die Bremer Gemüter. Passt er, der Tore am Fließband schießt, der aber auch dem Verdacht der Steuerhinterziehung und anderer Finanzdelikte ausgesetzt ist, zum Werder-Image des „sauberen“ Clubs?

Niemand kennt Pizarro besser als Trainer Thomas Schaaf. Er holte ihn aus Peru nach Deutschland, er hat ihn auch jetzt in seiner Obhut. Und Schaafs Meinung ist eindeutig.

?Lassen Sie sich von den Vorwürfen, die sich um Claudio Pizarro ranken, in Ihrer Haltung ihm gegenüber beeinflussen?

!Für mich als Trainer zählt in erster Linie eins: Wie geht der Spieler mit mir um, wie verhält er sich mir gegenüber. Da kann ich rückblickend auf die ganzen Jahre nur sagen, dass es mir immer sehr, sehr viel Spaß gemacht hat, mit ihm zusammenzuarbeiten. Ihn wieder nach Bremen geholt zu haben, war ein Super-Deal, und ich würde gerne mit ihm weiterarbeiten.

?Die Vorwürfe, denen er sich in Peru stellen muss, sind für Sie uninteressant?

!Die Situation um ihn finde ich im Moment sehr schade. Meiner Meinung nach bekommt er ein Image angeheftet, das ihm nicht gerecht wird. Ich glaube, dass er mit den Dingen, die da im Raum stehen, nichts zu tun hat. Dafür fehlt ihm allein auch die Zeit. Ich sehe es so: Er hat sein Geld angelegt – das war’s.

?Werden Sie um Pizarros Verbleib kämpfen?

!Ich bringe meine Anliegen vor, wie ich es immer tue. Ihn zu verlieren, wäre sehr schade. Er hat gezeigt, wie gut und wichtig er für uns ist.

?Ohne ihn hätten Sie ein Riesenproblem im Sturm.

!Natürlich stellt sich die Frage: Wie könnten wir das kompensieren, wer kann das auffangen? Das ist ein ganz entscheidender Punkt für unsere Saisonplanung.

?Die Geschäftsführung dementiert, dass über die Personalie Pizarro schon eine Entscheidung gefällt wurde. Wie lange können Sie darauf noch warten?

!Solange es dauert. Mir bleibt ja keine andere Wahl. Es sei denn, ich hätte eine Alternative.

?Haben Sie eine?

!Wir schauen uns natürlich auf dem Markt um – auch, weil wir unsere Offensive insgesamt überprüfen. Es ist ja so, dass Markus Rosenberg in dieser Saison lange nicht getroffen hat, dass wir mit Auftritten von Hugo Almeida wie dem zuletzt beim 0:1 in Dortmund nicht zufrieden sind. Und Claudio Pizarro ist auch keine 23 Jahre mehr (sondern 30, d. Red.).

?Champions-League-Millionen fließen in der kommenden Saison definitiv nicht. Folgerung: Der Handlungsspielraum wird kleiner, Ihre Wünsche auch?

!Noch kann man gar nicht sagen, wie groß oder klein unsere Möglichkeiten sein werden. Das hängt auch davon ab, was wir sportlich am Ende erreicht haben. Und wie wir den Kader verändern. Das heißt: Was durch eventuelle Spielerverkäufe hereinkommt.

?Allgemein wird damit gerechnet, dass ein Verkauf von Spielmacher Diego in diesem Sommer 20 Millionen Euro oder mehr in die Kasse spülen wird…

!Immer wieder zu diesen Gerüchten Stellung nehmen zu müssen, macht mir keinen Spaß. Ich kann dazu nichts Neues sagen.

?Skizzieren wir den schlimmsten Fall: Diego und Pizarro sind beide am Saisonende weg. Was dann?

!Dann packen wir die Dinge wieder neu an. Das haben wir in den vergangenen Jahren ja schon häufiger getan.

?Sie müssten Ersatz für zwei Top-Spieler finden – und das auf einem Markt, den Sportdirektor Klaus Allofs gerne als „überhitzt“ bezeichnet.

!Da erzählt er keinen Unsinn. Der Markt ist weitaus umkämpfter, als er es noch vor ein paar Jahren war. Und wenn Sie sich die Preise in Nordeuropa angucken, dann werden Sie feststellen, dass die Engländer mit ihrem Geld ganze Arbeit geleistet haben. Die Preise sind kaputt und für unsere begrenzten Mittel zu hoch.

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