Hattrick beim 3:2 gegen Köln nach 0:2-Rückstand

Pizarro – „einfach  unglaublich!“

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STRAHLEMANN: Werders Superstar Claudio Pizarro drehte das Spiel gegen Köln mit seinem Dreierpack im Alleingang.

Werder-Bremen -

BREMEN. Dieser Typ ist einfach irre – und zwar irre wichtig für Werder Bremen! Claudio Pizarro war gestern Nachmittag mal wieder der gefeierte Mann, der brillante Torjäger, diesmal sogar der Hattrick-Held. Nach einem 0:2-Pausenrückstand und einer gruseligen Bremer Leistung im Heimspiel gegen den 1. FC Köln zog der Peruaner ganz groß auf und schoss sein nun stark verbessertes Team mit drei Toren noch zum 3:2-Sieg. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der 33-Jährige ganz bescheiden. Andere wurden deutlicher, etwa Kapitän Clemens Fritz: „Ich habe es gerade schon zu Tim Wiese gesagt; ,Piza‘ ist einfach unglaublich!“

„Unglaublich“ – diese Etikett passt auch perfekt auf die Fortsetzung von Werders Rückstands-Serie. Die Bremer kassierten vor 41 500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion, darunter der kurz vor dem Anpfiff verabschiedete Ex-Kapitän Torsten Frings, schon zum sechsten Mal (!) hintereinander das 0:1 – und diesmal richtig früh. Zwei Minuten und 42 Sekunden waren gespielt, da flankte Lukas Podolski präzise in den Bremer Strafraum. Lukas Schmitz ließ Christian Clemens ungehindert köpfen – 0:1. Und fast wäre es noch schlimmer gekommen, doch Keeper Tim Wiese war bei einem 22-Meter-Freistoß von Podolski auf dem Posten und lenkte den Ball über die Latte (8.). Kurz vor der Pause machte Kölns einzige Spitze dann aber ihr Tor. Nach langem Ball von Clemens zog Podolski auf und davon – es war bereits sein neunter Saisontreffer. Und die Führung im Torjägerduell mit Pizarro, der bis dahin völlig in der Luft hing. Denn Werder lieferte laut Trainer Thomas Schaaf „eine grausame erste Halbzeit“ ab. Ein tolles Fallrückzieher-Tor von Hunt, das Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht anerkannte – das war alles.

Schaaf guckte sich das 36 Minuten lang an, dann griff er knallhart durch und holte mit Spielmacher Mehmet Ekici (bemüht, aber wenig effektiv) und Linksverteidiger Schmitz (mitschuldig am 0:1, dann mit viel Vorwärtsdrang) gleich zwei Spieler vom Platz. „Ich hätte auch andere nehmen können“, sagte er später. Die eingewechselten Philipp Bargfrede und Markus Rosenberg konnten dem Bremer Spiel zunächst aber auch keinen Schwung verleihen.

In der Kabine fand Schaaf dann offenbar die richtigen Worte. „Er hat gesagt, wir sollen so spielen, als wenn es noch 0:0 stehen würde“, verriet Fritz. Das wirkte offenbar. Werder gab gleich mächtig Gas, wollte unbedingt in „Führung“ gehen – und schaffte das schon in der 49. Minute. Pizarro traf aus kurzer Distanz zum 1:2. Dann hatte Werder Glück, als Naldos Handspiel nicht mit einem Elfmeter bestraft wurde. Den gab es stattdessen auf der anderen Seite – und Pizarro nutzte die Chance eiskalt (54.). Vorausgegangen waren ein Foul an Rosenberg und die (harte) Rote Karte für Kölns Henrique Sereno.

Nun waren die Bremer mal wieder in Überzahl, in der Schlussphase dann sogar mit zwei Spielern wie schon vor einigen Wochen gegen Hertha. Denn Innenverteidiger Ammar Jemal musste mit dick bandagiertem Oberschenkel verletzt runter – und Köln hatte bereits drei Mal ausgewechselt. Anders als gegen die Berliner, als Pizarro erst in der Nachspielzeit zum 2:1 getroffen hatte, nutzte Werder den doppelten Vorteil diesmal etwas eher. Nach Hunts Flanke und Rosenbergs Kopfballverlängerung schob Pizarro am langen Pfosten zum umjubelten 3:2 ein (86.), entschied das Duell mit Podolski dank Saisontor Nummer elf endgültig für sich und hievte sein Team – zumindest vorübergehend – vom vierten auf den dritten Platz der Bundesliga.

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