„Ich würde es doch als Erster erfahren“ / Werder-Star soll mit Bayern klar sein

Pizarro wird Münchner, aber Allofs glaubt es noch nicht

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Tschüss, Werder! Werder-Torjäger Claudio Pizarro soll sich für einen Wechsel zum FC Bayern entschieden haben. ·

Bremen/München · Bis um 18 Uhr war es gestern ein guter, sogar ein sehr guter Werder-Tag. Stolz hatte Clubchef Klaus Allofs am Mittag endlich eine Vertragsverlängerung mit einem Leistungsträger verkündet.

Kapitän Clemens Fritz bleibt bis 2014, unter bestimmten Voraussetzungen sogar bis 2015. Doch das war am Abend nur noch Nebensache, denn der „Münchner Merkur“ verkündete: „Alles klar, Pizarro kommt zurück zu den Bayern.“ Ein Schock für Werder! Der Bundesligist verliert seinen Superstar, seinen besten Torschützen – und das auch noch ablösefrei.

Doch Werder-Boss Klaus Allofs wollte sich darüber noch nicht ärgern. Er zweifelt den Wahrheitsgehalt der Nachricht aus München an. „Ich bin fest davon überzeugt, dass ich es als Erster erfahre, wenn Claudio sich entschieden hat“, sagte Allofs dieser Zeitung, gestand allerdings auch: „Ob sich Claudio gedanklich schon entschlossen hat, weiß ich nicht. Ich kann ihm nicht in den Kopf schauen.“ Und Allofs hatte gestern auch nicht das Bedürfnis, sich beim Peruaner zu erkundigen und verwies dabei auf das vertrauensvolle Verhältnis: „Ich frage jetzt nicht bei ihm nach, denn wir haben klare Absprachen.“

Pizarros Momente

Pizarro-Momente bei Werder Bremen

Pizarro musste gestern Abend trotzdem antworten, reagierte aber auf die Nachfrage dieser Zeitung nur mit einem fröhlichen „Dazu sage ich nichts“. Das wiederholte der 33-Jährige noch zwei Mal, dann brauste er in seinem Dienstwagen vom Weserstadion nach Hause.

In München, so der „Merkur“, soll er sich bereits nach einer neuen Bleibe erkundigt haben. In den nächsten Tagen, vielleicht Montag, möglicherweise aber auch schon direkt nach dem Duell zwischen Werder und Bayern morgen in Bremen soll die offizielle Bestätigung des Wechsels erfolgen. Das Aufeinandertreffen der Clubs soll der Grund für das Schweigen der Bayern sein – aus Respekt vor Werder und um die Fanseele nicht überkochen zu lassen.

Allofs geht allerdings ziemlich cool mit der Personalie Pizarro um: „Ich bin entspannt, weil wir alles getan haben, was wir tun konnten. Wenn das nicht reicht, dann ist das so.“ Klingt fast schon wie eine Einstimmung auf ein Pizarro-Nein für Werder. Genauso wie Allofs’ Aussage: „Alle geraten hier immer in Panik, wenn ein Spieler mal nicht verlängert oder nicht kommt. Aber davon geht die Welt nicht unter.“

Allofs ist eben Berufsoptimist und beschäftigt sich lieber mit Erfolgen – zum Beispiel der Vertragsverlängerung mit Fritz. Der 31-Jährige sei mit seiner Erfahrung und seiner Führungsqualität „eine ganz wichtige Persönlichkeit in unserem Gebilde“, erklärte Allofs. Fritz soll ein Fixpunkt sein in einem Team, das neu aufgebaut werden muss, so der Boss: „Er kann aber nicht der alleinige Pfeiler sein, da braucht es schon mehrere. Aber Clemens ist ein Baustein.“

Pizarro wohl nicht mehr. Der Peruaner konnte offenbar nicht der Versuchung widerstehen, noch einmal auf der ganz großen Bühne zu stehen. Der FC Bayern spielt um Titel – und das sogar in der Champions League. Dass er dabei nur als Ersatz für Mario Gomez vorgesehen ist, scheint den selbstbewussten Noch-Bremer nicht zu stören. Ganz nebenbei wird ihm der steinreiche Fast-Finalist der Königsklasse sicher auch einiges mehr an Gehalt zahlen als der klamme Euro-Wackelkandidat. Und in München haben sich Pizarro und seine Familie schon einmal von 2001 bis 2007 sehr wohl gefühlt. Damals war Pizarro auch von der Weser an die Isar gewechselt. Für eine Ablöse von 8,2 Millionen Euro. Geld, dass Werder nun gut gebrauchen könnte, aber nicht bekommt. Denn Pizarro hat seinen bis 2013 laufenden Vertrag längst fristgemäß zum Saisonende gekündigt und damit seinen Abschied eingeläutet. · kni/csa

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