Werders Wunschstürmer soll sich als Steuersünder angezeigt haben / „Das hat mit uns nichts zu tun“

Pizarro-Wirbel – aber Allofs will ihn

Bislang hatte Claudio Pizarro immer bestritten, in eine Steueraffäre verwickelt zu sein. Doch das hat sich nun offenbar geändert.

Werder-Bremen - BREMEN n Zum Abschluss des Trainingslagers von Werder Bremen waren in Bad Waltersdorf jede Menge dunkle Wolken aufgezogen – und die sorgten mit ihrem Regen für die Absage des Testspiels gegen West Ham United. Aber auch im übertragenen Sinne hatte sich die Wetterlage bei Werder schlagartig geändert: Das Thema Claudio Pizarro drückte auf die Stimmung. Denn Neuigkeiten in dessen Steueraffäre bedrohen seine geplante Rückkehr nach Bremen. Dem widersprach zwar gestern Klaus Allofs, doch der Werder-Boss wirkte von den Schlagzeilen über den Wunschstürmer alles andere als begeistert.

Der „Spiegel“ hatte berichtet, dass Pizarro möglichen Ermittlungen deutscher Steuerbehörden zuvorgekommen sei und Selbstanzeige erstattet habe. Es geht um einen vermeintlichen Nebenjob des Fußball-Profis als Berater. Demnach soll der 30-Jährige im Jahr 2001 beim Wechsel von Roberto Silva zu Werder über die Firma „Image“ seines Beraters Carlos Delgado, an der er beteiligt ist, mitverdient haben und diese Einkünfte (angeblich 900 000 Dollar) in Deutschland nicht versteuert haben. Pizarro hatte eine Beteiligung an diesem Transfer stets bestritten.

nGeständnis im

nFall Roberto Silva

Der „Bild am Sonntag“ liegt jedoch nach eigenen Angaben ein Gesprächsprotokoll vor, in dem Pizarro bei einer Aussage vor der Staatsanwaltschaft in Lima Anfang Juli den Nebenverdienst im Fall Silva eingeräumt haben soll. In Peru beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft schon seit längerem mit den Geschäften von „Image“, es wird Steuerhinterziehung und Geldwäsche vermutet.

Bei der Vernehmung von Pizarro ging es laut der „Bild am Sonntag“ auch um einen lukrativen Werbe-Vertrag über acht Jahre mit Sportausrüster adidas. Das Unternehmen habe ihm im Jahr 2001 bei seinem Wechsel von Werder zum FC Bayern 21 Millionen Dollar bezahlt. Gegenüber der Staatsanwaltschaft behauptete Pizarro, er habe davon elf Millionen Dollar in Deutschland ans Finanzamt überwiesen und zehn Millionen Dollar in Peru investiert.

Alles Nachrichten, die Werder gar nicht gefallen dürften. Denn der Wirbel um Pizarro hatte den Clubverantwortlichen schon in der vergangenen Saison nicht geschmeckt. Zudem droht dem Stürmer eine Sperre durch den Weltverband FIFA, sollte er tatsächlich als Berater tätig gewesen sein. Denn das ist Fußball-Profis lauf FIFA-Statuten untersagt. „Aus sportlicher und menschlicher Sicht wollen wir Claudio gerne behalten, aber wir müssen auch die Untersuchungen in Peru abwarten, denn wir können uns ja nicht außerhalb des Rechts stellen“, hatte Sportchef Allofs bereits Anfang März eine Weiterverpflichtung des vom FC Chelsea ausgeliehenen Angreifers in Frage gestellt. Gestern tat Allofs das allerdings nicht: „Diese Sache hat mit Werder nichts zu tun. Für uns hat sich Situation nicht verändert.“ Deshalb wolle Werder den Angreifer auch weiterhin unbedingt an die Weser zurückholen. Über eine mögliche FIFA-Sperre macht sich Allofs keine Sorgen, „denn bei uns ist Claudio nicht als Berater aufgetreten.“ Ob die FIFA das genauso sieht?

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