Werder-Stürmer sorgt für die große Erleichterung

Pizarro – wenn’s mal etwas länger dauert . . .

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SYMBOLISCHE GESTE: Nach seinem Tor umarmte Claudio Pizarro (re.) seinen Trainer Thomas Schaaf.

BREMEN - Von Arne Flügge. Es war spät geworden, sehr spät sogar. Erst um 0.20 Uhr kam Claudio Pizarro aus der Kabine. Werders Stürmerstar war zur Dopingprobe beordert worden, und es wollte zunächst nicht so richtig laufen. Erst nach Mitternacht klappte es doch noch. „Es hat etwas länger gedauert“, feixte der 31-Jährige.

Und das lässt sich eins zu eins auf sein Spiel zuvor beim 2:1-Erfolg gegen Hertha BSC übertragen. Lange Zeit war das Tor für den Peruaner wie zugenagelt. Drei hochkarätige Chancen hatte Pizarro schon ausgelassen. Einmal traf er den Pfosten, zweimal scheiterte er an Berlins starkem Schlussmann Jaroslav Drobny. Damit brachte „Pizza“ sich und die meisten der 35 600 Fans im Weserstadion an den Rand der Verzweiflung. Dann, es lief schon die 81. Minute, schlug der Peruaner doch noch zu. Nach einem Freistoß von Torsten Frings fiel ihm der Ball im Strafraum vor die Füße, eine kurze Drehung – drin war die Kugel und Werder erstmal ein Stück raus aus der Krise. „Zum Glück ist der reingegangen. Da war der Drobny ja auch noch dran“, atmete Pizarro auf: „Ich bin immer in der Konzentration geblieben, weil ich gehofft hatte, noch eine Chance zum Tor zu bekommen. Und ich bin froh, dass es geklappt hat.“

Nach seinem Treffer lief der Peruaner über den halben Platz und sprang seinem Trainer Thomas Schaaf in die Arme. Der Coach hatte sich zuletzt massiver Kritik ausgesetzt gesehen, Pizarro wollte mit dieser Aktion zeigen, dass er und die Mannschaft an Schaaf glauben. „Auch der Trainer braucht Vertrauen, das ist wichtig für ihn“, sagte Pizarro, „mir war es wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass wir zu ihm stehen“, erklärte der Siegtorschütze.

Die ganze Diskussion um Schaaf in den letzten Tagen „habe ich sowieso nicht verstanden“, ergänzte Kapitän Torsten Frings: „Es gibt keinen Zweifel daran, dass Thomas der Richtige für uns ist.“ Und Mittelfeldspieler Aaron Hunt ergänzte: „Allein schon die Frage nach dem Trainer ist Schwachsinn, absolut lächerlich!“

Im Gegensatz zu Bayern-Trainer Louis van Gaal, der nach dem 3:2-Siegtreffer in Bremen dem Torschützen Arjen Robben ausweichen wollte und auf die Nase gefallen war, blieb Schaaf stehen. „Ich laufe nicht weg“, sagte der Coach, der trotz des Sieges mürrisch und schlecht gelaunt wirkte. Vielleicht aber war der 48-Jährige noch zu angespannt, um irgendwelche Späßchen zu machen.

Claudio Pizarro indes strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Der Stürmer war glücklich über das Happy End, das er seiner Mannschaft bescheren konnte. „Ich fühle mich schon ein wenig als Matchwinner“, räumte er ein. Denn nach Marko Marins Führung (66.) und dem sofortigen Ausgleich durch Theofanis Gekas (67.) stand das Spiel lange auf den Messers Schneide. „Es war in dieser Phase wichtig, dass wir gezeigt haben, dass wir kämpfen können“, sagte Pizarro nach seinem auch für ihn ganz besonderen Treffer. Es war sein 125. in der Bundesliga. „Jetzt will ich den Rekord von Giovane Elber holen“, kündigte der Bremer Superstürmer an. Der Bundesliga-Torrekord eines ausländischen Spielers, den der ehemalige Angreifer von Stuttgart und Bayern München hält, liegt bei 133 Treffern. „Das kann ich schaffen“, sagte Pizarro, „vielleicht sogar noch in diesem Jahr.“

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