„Ich bin glücklich“ / Werder-Angreifer kann heute eine tolle Woche mit Bundesligarekord krönen

Pizarro stürmt wieder für Peru

Freut sich wieder aufs Nationalteam: Werder-Stürmer Claudio Pizarro.

Bremen (flü) · Das Comeback ist perrfekt: Werder-Stürmer Claudio Pizarro wird nach knapp drei Jahren Abstinenz wieder für die peruanische Nationalmannschaft spielen.

Deren neuer Coach Sergio Markarian aus Uruguay berief den 31-Jährigen in den Kader für die Freundschaftsspiele im September gegen Kanada und Jamaika. „Es ist mit dem Trainer abgesprochen, dass ich nur im ersten Spiel gegen Kanada dabei bin, weil er viele Spieler testen will“, sagte Pizarro gestern nach dem Bremer Abschlusstraining vor vom Bundesliga-Auftakt heute (15.30 Uhr) bei der TSG 1899 Hoffenheim. „Ich bin glücklich, dass ich wieder dabei bin. Seit der neue Trainer da ist, war es fast schon klar, dass ich wieder zurückkomme.“

Pizarro war vor fast drei Jahren wegen angeblicher Disziplinlosigkeiten aus der Nationalmannschaft geworfen und seitdem nie wieder nominiert worden. Er soll nach dem WM-Qualifikationsspiel im November 2007 gegen Brasilien (1:1) mit drei Kollegen im Mannschaftshotel eine feuchtfröhliche Party gefeiert haben. Drei Tage später unterlag Peru in einem weiteren Ausscheidungsspiel in Ecuador mit 1:5. Pizarro hatte immer wieder seine Unschuld beteuert, zog sogar im vergangenen Jahr vor das oberste Sportgericht CAS und wurde vollständig rehabilitiert. „Ich wurde damals ganz schlecht behandelt. Ich bin froh, dass der ganze Mist jetzt vorbei ist und ich wieder für die Nationalmannschaft spiele. Das ist schön“, meinte Pizarro.

Trainer Thomas Schaaf hat die Rückkehr seines Stürmer-Stars in Perus Nationalelf mit einem weinenden und einem lachenden Auge zur Kenntnis genommen. „Jeder Spieler, der nicht bei uns ist, den vermissen wir natürlich“, meinte der 49-Jährige: „Auf der anderen Seite freut es mich für Claudio, dass er wieder dabei ist. Er hat immer wieder betont, wie gerne er für die Nationalmannschaft gespielt hat und wie sehr er es sich gewünscht hat, seine Leistung dort auch wieder zu zeigen.“ Der Coach weiter: „Wichtig war für Claudio, dass er alles klarstellen konnte, nachdem damals so viel auf ihn eingeprasselt war. Er wurde mit so vielen Dingen konfrontiert, von denen am Ende nichts übrig geblieben ist. Darüber sollten einige Leute mal nachdenken.“

Pizarros Gedanken kreisten gestern schon um die Partie heute in Hoffenheim. Ein Tor am Mittwoch beim 3:1 gegen Genua, gestern die Nominierung für Peru – für Bremens Topstürmer war’s bislang eine tolle Woche, die er heute zum Bundesliga-Auftakt noch krönen kann. 133 Bundesligatore hat der Peruaner bislang erzielt und liegt mit dem Brasilianer Giovane Elber gleichauf. Ein Treffer heute – und Pizarro wäre der alleinige Rekordhalter als torgefährlichster Ausländer in der Bundesligageschichte. Hoffenheim scheint dem Angreifer auch zu liegen: In vier Begegnungen mit den Kraichgauern erzielte „Piza“ drei Tore. „Es wäre natürlich schön, wenn ich gegen Hoffenheim treffen würde“, strahlte Pizarro, gab sich dann aber sofort wieder ganz als Teamplayer: „Viel wichtiger ist, dass wir gewinnen und damit gleich einen guten Start hinlegen.“

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