Pizarro vor seiner schwierigsten Mission

Leidenschaft pur: Stürmer Claudio Pizarro.

Bremen · Dass sein Club tief im Abstiegskampf steckt, geht Claudio Pizarro gewaltig an die Nieren. Er leidet mit. „Die Situation ist wirklich nicht einfach, auch für mich nicht“, sagt der Bremer Topstürmer.

Doch Pizarro wehrt sich gegen die bedrohliche Lage. Er gibt alles auf dem Platz, versucht seine Mitspieler mitzureißen und erzielt – wie zuletzt beim 1:1 in Mainz – die ganz wichtigen Tore. Pizarro ist Vorbild und Retter in einer Person. Die Erleichterung und die grenzenlose Freude, die nach dem Last-Minute-Tor zum 1:1-Ausgleich im Bruchwegstadion in seinem Gesicht zu lesen war, spricht da Bände.

„Als Führungsspieler musst du vorangehen, die anderen mitnehmen, kämpfen und alles dafür tun, dass die Mannschaft gewinnt“, sagt der 32-Jährige, der sich in Mainz aufrieb, ackerte, rannte und am Ende sein Tor mit eisernem Willen erzwang. Und diese Tugenden will der Peruaner auch morgen (17.30 Uhr) im Heimspiel gegen Hannover 96 wieder an den Tag legen: „Es ist eine besondere Rolle, die ich gerne einnehme. Es ist eine Aufgabe, der ich mich stelle.“

Training am Freitag

Werder-Training vor dem Hannover-Spiel

Dass er sich damit zusätzlich unter Druck setzt, dessen ist sich Pizarro bewusst. Doch er kann damit umgehen. Mehr noch: Er saugt sogar noch Honig daraus. „Für mich ist es wichtig, immer Druck zu haben. Vielleicht geht es bei mir nicht anders, ich brauche das“, räumt „Pizza“ ein: „Für mich ist es wichtig, Freude am Fußball zu haben. Wenn ich auf dem Platz stehe, dann will ich gewinnen, dann habe ich Spaß.“ Der, so beteuert Werders Stürmerstar, ist ihm trotz der prekären Situation noch nicht abhanden gekommen.

Pizarro hat in seiner Laufbahn schon so einiges erlebt. Werder aus dem Abstiegskampf herauszuführen, dürfte aber seine schwierigste Mission sein. „Jedes Spiel ist für uns nun ein Endspiel. Es ist wichtig, dass wir jetzt auch mal ein Spiel gewinnen“, erklärt der Angreifer. Nach drei Begegnungen ohne Sieg und nur einen Zähler von Relegationsplatz 16 entfernt wären die drei Punkte gegen Hannover fast schon überlebenswichtig. „Der Punktgewinn in Mainz hat uns noch einmal neues Selbstvertrauen gegeben“, hat Pizarro erkannt. Er weiß aber auch, dass das Remis die Bremer nicht wirklich nach vorn gebracht hat. Und daher fordert Pizarro: „Jetzt wollen wir mehr. Wir spielen zu Hause vor unseren Fans, wir müssen gewinnen.“

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