Torjäger droht Hinrunden-Aus – und dann hat Werder wieder ein Riesenproblem / „Das ist einfach scheiße“

Pizarro-Schock! Innenbandanriss im Knie

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Claudio Pizarro hat sich am Samstag in der Partie in Gladbach einen Innenbandanriss im rechten Knie zugezogen, dem Torjäger droht das Hinrunden-Aus.

Bremen - von Björn Knips. Die 0:5-Klatsche tat schon weh, doch diese Nachricht ist für den SV Werder Bremen noch viel schmerzhafter: Claudio Pizarro hat sich am Samstag in der Partie in Gladbach einen Innenbandanriss im rechten Knie zugezogen, dem Torjäger droht das Hinrunden-Aus.

Für die Bremer wäre das eine absolute Katastrophe, denn ohne die Tore des Peruaners ist der Absturz in der Bundesliga-Tabelle fast schon programmiert.

„Das ist ein ganz schlechter Zeitpunkt, das ist einfach scheiße“, seufzte Pizarro gestern Mittag. Statt auf dem Trainingsplatz zu stehen, hatte er sich in den Katakomben des Weserstadions behandeln lassen. Doch an eine Wunderheilung glaubt er nicht: „Für Sonntag gegen Stuttgart sieht es ganz schlecht aus.“ Und so eine pessimistische Aussage will bei dem 33-Jährigen schon etwas heißen. Denn normalerweise ist der Angreifer immer optimistisch, immer gut gelaunt und immer in Eile. Doch beim ungewohnt langsamen Gang von der Kabine zum Auto wirkte der Nationalspieler gestern ziemlich geknickt. Zu eindeutig ist die Diagnose. „Wir haben eine Kernspintomografie gemacht, und leider sieht man da etwas“, berichtete Pizarro und klärte auf: „Es ist ein Innenbandanriss im Knie.“ Alles andere als eine kleine Verletzung – und so räumte Pizarro zerknirscht ein: „Das kann eine Woche dauern, aber auch zwei, drei oder vielleicht sogar auch vier.“

Und das sind nicht irgendwelche Wochen für Werder, sondern es sind die Wochen der Wahrheit. Jetzt entscheidet sich, ob die Bremer Richtung Europa oder Richtung Niemandsland steuern. Die Gegner des Tabellenfünften haben es in sich: Nach Stuttgart (6.) geht es zu den Bayern (1.), dann kommt Wolfsburg (12.), und zum Hinrunden-Abschluss steht die Partie auf Schalke (4.) auf dem Programm. Und das alles ohne Pizarro – wie soll das nur gehen? Der Peruaner (elf Tore, vier Vorlagen) war in dieser Saison an 15 der 23 Bremer Bundesliga-Treffer beteiligt. Er ist ohne Wenn und Aber Werders Lebensversicherung, rettete seinem Team in dieser Serie zahlreiche Punkte quasi im Alleingang. Unvergessen auch die vergangene Spielzeit: Weil Pizarro wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte, wäre Werder beinahe abgestiegen.

In dieser Saison sind die Muskeln okay, dafür streikt das rechte Knie. Schon vor Werders Saisonauftakt Anfang Juli hatte es Pizarro erwischt – in der Vorbereitung mit Peru auf die Copa America. In einem Testspiel zog sich der Kapitän der peruanischen Nationalmannschaft einen Innenbandriss zu und fiel insgesamt sieben Wochen aus. Diesmal handelt es sich zum Glück „nur“ um einen Anriss. Der sich jedoch angedeutet hatte. „Ich habe schon seit mehreren Wochen Probleme mit dem Knie“, berichtete Pizarro: „Bislang ging es immer wieder, aber in Gladbach habe ich mir dann das Knie verdreht.“ Und das schon in der ersten Halbzeit. Mit Schmerz verzerrter Miene lag der Bremer am Boden, spielte dann aber noch weiter – sogar bis zum Ende. Nach der Partie wurden die Schmerzen allerdings so groß, dass sich der Stürmer untersuchen ließ. Es folgte die niederschmetternde Diagnose.

Übrigens fast die gleiche wie vor einer Woche bei Pizarros Landsmann Jefferson Farfan (Teilabriss des Innenbandes). Der Schalker wird frühestens beim Heimspiel gegen Werder zurückerwartet – das findet am 17. Dezember statt. Ein deutlicher Fingerzeig, dass es bei Pizarro kaum schneller gehen dürfte.

Sein Ausfall trifft Werder bis ins Mark, es ist ein Schock. Vielleicht sprach Trainer Thomas Schaaf auch deshalb gestern nur von „Knieproblemen“ und machte (sich) mit der Aussage Mut: „Jetzt müssen wir abwarten.“ Leider wohl bis zur Rückrunde, um Pizarro wiederzusehen. · kni

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