1:0 in Hoffenheim – nach einem niveauarmen Kick jubelt Werder dank des Mannes mit der Torgarantie

„Pizarro, patsch, Tor, gewonnen“

Wo geht der Ball hin, sagt der fragende Blick von Claudio Pizarro. Antwort: Über Timo Hildebrand hinweg ins Tor.

Sinsheim - Von Björn Knips · Es ist nicht so, dass gestern zwischen der TSG Hoffenheim und Werder Bremen überhaupt nichts passiert wäre. Aber es war so wenig, dass Tim Wiese vier Worte reichten, um 90 Minuten treffend zusammenzufassen:

„Pizarro, patsch, Tor, gewonnen.“ Was der Werder-Keeper damit meinte: In einem niveauarmen Bundesliga-Spiel triumphierten die Bremer dank eines späten Treffers ihres Torjägers Claudio Pizarro (80.) mit 1:0 (0:0).

In Wieses Stakkato-Statement blieb unerwähnt: Werder verbesserte mit dem Sieg wesentlich die Aussichten, noch über die Liga den Sprung in den europäischen Wettbewerb zu schaffen. Der Hamburger SV auf Rang fünf ist seit gestern nur noch einen Punkt entfernt. Und der Trend spricht für die Bremer, meinte Geschäftsführer Klaus Allofs: „Es geht aufwärts.“

Die Noten

Hoffenheim - Werder: Einmal die 1, zweimal die 5

Diese Aussage allein aus der Partie gestern abzuleiten, fällt allerdings schwer. Ohne den wegen Rückenproblemen in Bremen gebliebenen Mesut Özil und ohne Wirbelwind Marko Marin, der zunächst nur auf der Bank saß, boten die Gäste vor 30 150 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena eine äußerst uninspirierte Vorstellung. Mit dem einen Highlight, das das Spiel entschied. Nach einem Präzisionspass des eingewechselten Daniel Jensen hob Pizarro das Spielgerät gefühlvoll über den zögerlich reagierenden 1899-Keeper Timo Hildebrand. Der Ball touchierte die Latte, tropfte aber hinter die Linie. Es war ein Treffer wie ein Sonnenstrahl im trüben Fußball-Grau, das beide Teams zusammengemischt hatten. „Ich bin sehr glücklich, der Erfolg ist für uns sehr wichtig“, lachte Pizarro.

Bilder vom Spiel

Hoffenheim - Werder: Die Bilder

Trainer Thomas Schaaf durfte sich mitfreuen, dass seine „Safety-first“-Taktik tatsächlich noch drei Punkte, statt nur einen gebracht hatte. „Wir wissen, was wir an Claudio haben. Genau darum haben wir uns vor der Saison so für ihn eingesetzt“, sagte der Coach, der die Bremer Mannschaft ziemlich „unwerderhaft“ eingestellt hatte. Der Fokus lag total auf der Defensive, die übliche Angriffslust fiel der Müdigkeit nach dem kraftraubenden Europa-League-Spiel drei Tage zuvor beim FC Valencia zum Opfer. „Wir hatten dieses schwere Spiel in den Knochen. Warum sollen wir also auf Teufel komm raus nach vorne spielen?“, fragte Kapitän Torsten Frings: „Wir haben einfach alles zugemacht.“

Mit Erfolg. Kriselnde Hoffenheimer holten sich an der Bremer Beton-Defensive Beulen und blutige Nasen, kamen lediglich zu einer Chance durch Carlos Eduardo (28.). Der Schuss des Brasilianers strich knapp am Pfosten vorbei.

Vor lauter Sicherheitsdenken kreierte Werder ebenfalls nur eine Tor-Möglichkeit. Nach einem Eckball fiel Per Mertesacker der Ball vor die Füße, den Schuss aus der Drehung parierte jedoch Hildebrand (37.). Danach trug sich zu, was im Fußball gern als Kampf und Krampf oder Gewürge bezeichnet wird. „Beide Mannschaften haben nicht viel getan“, meinte Wiese und ließ Anzeichen von Mitleid für Hoffenheim erkennen: „Ein 0:0 wäre gerecht gewesen.“

Torsten Frings sah das anders. Sein Urteil: „Die Teams haben sich neutralisiert. Wir hatten dann aber noch die eine Chance – und die haben wir genutzt. Also haben wir verdient gewonnen.“

Claudio Pizarro sei Dank. Sein Tor war zudem die Krönung eines persönlichen Jubiläums. Zum 100. Mal trug der 31-Jährige in der Bundesliga das Werder-Trikot – und erzielte den 57. Treffer für Bremen. Er sei eben, meinte Allofs, ein Mann „mit eingebauter Torgarantie“. Insgesamt hat der Peruaner nun 128 Bundesliga-Tore (71 für Bayern München) auf dem Konto und kommt Giovane Elber – mit 133 Treffern erfolgreichster ausländischer Stürmer in Deutschland – immer näher. Den Rekord, gestand Pizarro, „habe ich schon im Kopf“.

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