Ausgerechnet jetzt: dritter Muskelfaserriss im Oberschenkel / Werder-Torjäger fehlt etwa drei Wochen

Pizarro – die nächste lange Pause

Der Blick verrät nichts Gutes: Mit einem dick bandagierten Oberschenkel verließ Claudio Pizarro gestern den Trainingsplatz.

Bremen - Von Malte Rehnert· Es wird immer schlimmer . . . Werder steckt schon in einer heftigen Krise – und gestern gab’s den nächsten, schmerzhaften Tiefschlag. Claudio Pizarro hat sich im Training wieder einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Unglaublich: Es ist schon der dritte in dieser Saison – alle rechts! Der Torjäger fällt erneut zwei bis drei Wochen aus.

„Ich habe einen Sprint gemacht und dann einen Stich gespürt“, erklärte der 32-Jährige. Dabei hatte die Szene total harmlos ausgesehen. Im Trainingsspiel sprintete Pizarro auf der linken Angriffsseite. Plötzlich stoppte er ab und sank mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. Physiotherapeut Holger Berger eilte herbei, drückte dem Peruaner ein Kühlelement auf den hinteren Oberschenkel und wickelte einen dicken Verband drum. Erst nach einigen Minuten stand Pizarro wieder auf und humpelte vom Platz. „Ich weiß nicht genau, was es ist, aber es sieht nicht gut aus“, stöhnte er auf dem Weg in die Kabine. Später bestätigte sich die böse Vorahnung.

Pizarro verletzt sich beim Training

Pizarro verletzt sich beim Training

Seine Teamkollegen reagierten ähnlich frustriert wie der Verletzte selbst. „Schon seit Anfang der Saison fallen immer wieder wichtige Leute aus“, haderte Kapitän Torsten Frings: „Das ist bitter, gerade in unserer jetzigen Situation. Natürlich wird uns Claudio fehlen. Das hat man doch gesehen, als er die letzten Male ausgefallen ist.“

Pizarro und sein rechter Oberschenkel – eine unendliche Leidensgeschichte. Beim 4:2 gegen Köln am 28. August hatte er sich den ersten Muskelfaserriss zugezogen. Pause: fast vier Wochen. Am 22. September kehrte er auf den Platz zurück. Doch nur vier Tage später erwischte es ihn erneut – im Nordderby gegen den Hamburger SV, in dem er kurz nach seiner Genesung 87 Minuten spielte. Die Diagnose war die gleiche wie Ende August, diesmal setzte Pizarro 17 Tage aus. Beide Male ließ er sich in München bei Bayerns Teamarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth behandeln. Ob er nun erneut runterfliegt, ist unklar.

Insgesamt fehlte Pizarro in dieser Saison fast sieben Wochen. Dass er in dieser Zeit „nur“ vier Bundesliga-Spiele verpasste, liegt daran, dass er sich jeweils kurz vor den Länderspielpausen verletzte. Bitter für „Piza“: Schon zwei Mal musste er sein Comeback in der peruanischen Nationalmannschaft verschieben – nun wieder. Das Länderspiel am kommenden Mittwoch in Kolumbien findet ohne ihn statt. Bitter für Werder: Der Torjäger ist am Samstag gegen Frankfurt und in der Woche darauf „auf“ Schalke nur Zuschauer. Und nur wenn’s perfekt läuft, kehrt er zum Champions-League-Spiel in Tottenham (24. November) zurück.

„Schon wieder eine Muskelverletzung. Es ist Wahnsinn, wie viele bei uns damit ausfallen“, meinte Keeper

▪ Frings: „Nicht zu

▪ hart trainiert“

Tim Wiese. Momentan haben auch Petri Pasanen, Clemens Fritz und Philipp Bargfrede, die alle gestern noch nicht am Teamtraining teilnahmen, „muskuläre Probleme“. Aber woran liegt das? Nur Pech? Oder falsch dosiertes Training? Frings winkt ab: „Zwischen Training und den Verletzungen sehe ich keinen Zusammenhang. Wir haben heute nicht zu hart trainiert.“ Pizarros Muskelfaserriss sei „im Spielchen“ passiert. Und: „Solche Muskelverletzungen sind nichts Außergewöhnliches, die kommen bei jedem Bundesligisten vor.“ Dass Werder besonders betroffen ist, liegt nach Ansicht des Kapitäns auch an der hohen Belastung: „Wir haben ein hartes Programm, spielen häufig drei Mal in sieben Tagen. Das haben in der Bundesliga nur fünf, sechs andere Mannschaften. Und da ist man körperlich anfälliger.“

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