Stürmer ist wieder zurück – und Werder würde ihn am liebsten in Watte packen

Pizarro – der „Messias“ aus dem Andenland

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Eiskalt und präzise: im Stil eines Klassestürmers erzielte Claudio Pizarro das 1:0 gegen Hoffenheim - und unterstrich seine Bedeutung für Werder.

Von Arne Flügge · Teuren Schmuck legt man nach Gebrauch zurück in die Schachtel, eingebettet in weichen Schaumstoff, damit er keinen Schaden nimmt. Das würde Werder Bremen am liebsten auch mit Claudio Pizarro tun, damit dem wohl zur Zeit wertvollsten Spieler bis zur nächsten Partie bloß nichts passiert.

„Pack’ den in Watte jetzt. Der muss erst mal zwei Monate nicht trainieren“, hatte Abwehrspieler Per Mertesacker nach dem 2:1-Sieg gegen Hoffenheim über den Stürmerstar gesagt.

Die Angst ist groß in Bremen, dass sich Pizarro wieder verletzen und erneut wochenlang ausfallen könnte. Und sie ist berechtigt. Drei Muskelfaserrisse in Folge, alle im rechten Oberschenkel, hatten den 32-Jährigen in der Hinrunde über Wochen lahmgelegt – im Sturm ging so gut wie gar nichts.

Werder-Training am Dienstag

In der Woche zwischen Hoffen und Bangen aller Werder-Fans: Am Dienstag absolvierten die Profis nach einem freien Tag wieder ihre Trainingseinheit neben dem Weserstadion. © nordphoto
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Jetzt ist Pizarro zurück. Der Peruaner spielte eine starke Vorbereitung, fühlt sich gut – und er trifft wieder. Mit seinem 1:0 (36.), eiskalt und abgezockt erzielt, hatte er seine Bremer am Sonnabend auf die Siegerstraße gebracht. Es war sein 136. Bundesliga-Tor.

Doch nicht nur wegen seiner Schlitzohrigkeit vor dem gegnerischen Tor ist Pizarro so wichtig für die Mannschaft. Allein schon seine Präsenz scheint die gesamte Mannschaft zu beflügeln. Pizarro – der „Messias“ aus dem Andenland. „Claudio sticht mit seiner Qualität heraus. Sein Fehlen war auch ein Grund dafür, dass wir in der Hinrunde nach vorne nicht so erfolgreich gespielt haben. Aber an seiner Seite werden auch unsere jungen Offensivspieler wie Marko Arnautovic, Sandro Wagner oder Denni Avdic immer besser werden“, sang Trainer Thomas Schaaf ein Loblied auf seinen Angreifer.

Der nahm’s mit Freude zur Kenntnis, hob aber lieber die gesamte Mannschaftsleistung hervor. „Wir wussten, wie wichtig das Spiel ist. Wir haben bis zuletzt gekämpft, das Spiel gibt uns Selbstvertrauen“, strahlte der Peruaner: „Beim 1:1 habe ich gedacht: ,Scheiße, schon wieder‘. Nach dem 2:1 ist dann eine Menge Druck von uns abgefallen.“

Das Last-Minute-Tor von Torsten Frings könnte, so Pizarro, eine gewisse Signalwirkung für die nächsten Spiele haben. „Uns hat in den letzten Wochen einfach auch das Selbstvertrauen gefehlt. Durch solche Siege holt man sich das aber Stück für Stück zurück. Ich hoffe, dass es so weitergeht und wir noch viele Siege einfahren werden“, sagte der Peruaner, der dem weiteren Rückrundenverlauf nach dem gelungenen Auftakt erwartungsfroh entgegenblickt: „Wir können auch in dieser Saison noch einiges erreichen. Ich versuche immer, positiv zu denken, denn ich weiß um die Qualität der Mannschaft.“

Vor allem aber weiß die Mannschaft um die Qualitäten ihres Sturmführers. Und deswegen würden sie Pizarro tatsächlich nach jedem Spiel am liebsten weich und sich betten, um ihr Juwel dann vor dem nächsten Spiel wieder aus der Schatulle herauszuholen. „Claudio hat uns in der Hinrunde unglaublich gefehlt. Wir sind froh, dass er wieder da ist“, sagt Mittelfeldspieler Marko Marin – und das zweifelsohne stellvertretend für alle.

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