„Pizza“ liegt Mainz schwer im Magen

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Die Entscheidung: Claudio Pizarro erzielt das 3:0

Bremen - Von Arne Flügge. Gut eine halbe Stunde nach dem Abpfiff hatte Harald Strutz seinen karnevalistischen Humor wiedergefunden.

„Dieser Pizza, unglaublich. Der hat uns schon immer ein, zwei Dinger reingelegt. Ob mit München oder Bremen. Same procedure as every year“, sagte der Präsident des FSV Mainz 05.

Mit zwei späten Toren (71./81.) hat Stürmer Claudio Pizarro Werder Bremen gestern zum 3:0 (1:0)-Sieg geköpft und damit die Hoffnungen der Mainzer auf eine Punkteteilung an der Weser zunichte gemacht. Das Führungstor der Bremer erzielte vor 38 875 Zuschauern im Weserstadion der erneut starke Aaron Hunt (38.).

Pizarro, so scheint es, kann in dieser Saison nur doppelt treffen. In der Liga gestern und im Heimspiel gegen Mönchengladbach, in der Europa-League-Qualifikation beim FK Aktobe sowie zuletzt in der Gruppenphase in Funchal – Pizarro gelang jeweils ein Doppelpack. In allen anderen Spielen ging er leer aus. „Ich treffe halt gern zweimal“, strahlte der 30-Jährige und fügte schmunzelnd an: „Eigentlich versuche ich immer drei Tore zu schießen . . .“

Sportchef Klaus Allofs freute sich, dass sein Stürmer „in den entscheidenden Momente da ist“. Und Trainer Thomas Schaaf lobte: „Claudio lauert immer und hat das richtige Näschen. Es ist wichtig, dass wir ihn haben.“

Die Rückkehr zur Heimstärke

Pizzas Tore sichern den Sieg

Nun wurde Pizarro allerdings auch jeweils mit maßgeschneiderten Flanken bedient. Zuerst von Petri Pasanen, der nach 27 Minuten den verletzten Rechtsverteidiger Clemens Fritz ersetzt, dann von Sebastian Boenisch. „Die Flanken sind super gekommen, ich brauchte nur noch den Kopf hinzuhalten und die Dinger reinzumachen“, sagte „Pizza“. Nun, ganz so einfach war’s dann doch nicht, Gegenspieler Zsolt Löw jedenfalls war von der Sprunggewalt und Kopfballstärke Pizarros angetan: „Unglaublich.“ Und wenn’s nach Pizarro geht, kann der nächste Doppelpack bald folgen. Am liebsten schon am Donnerstag in der Europa League gegen Athletic Bilbao. „Ich fühle mich gut, ich bin gut drauf“, freute sich der Peruaner. Dass der Sieg gegen die Mainzer dank „Doppelpack-Pizza“ schlussendlich so deutlich ausfiel, täuscht allerdings über den wahren Spielverlauf hinweg. Lange Zeit taten sich die Bremer sehr schwer. Vor allem in den ersten 30 Minuten kam Werder mit den gut geordneten und taktisch disziplinierten Mainzern überhaupt nicht zurecht. „Das war sicher kein Spiel, in dem man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt“, analysierte Sportchef Klaus Allofs die insgesamt doch recht fade erste Halbzeit: „Als der Widerstand gebrochen war, fiel es uns dann leichter.“

Dafür sorgte Aaron Hunt . Nach feinem Pass von Marko Marin auf Philipp Bargfrede legte der 20-Jährige quer, und Hunt drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Es war bereits der zweite Treffer des Mittelfeldspielers innerhalb von drei Tagen. „Und jedes Tor gibt mir noch mehr Selbstvertrauen“, sagte der 23-Jährige, der Mesut Özil auf der Spielmacherposition erneut glänzend vertrat. Und Hunt durfte auf dem Platz bleiben, als Trainer Schaaf in der 80. Minute den von einer Magen-Darm-Grippe geschwächten Özil einwechselte, um dem 20-Jährigen noch ein wenig Spielpraxis zu geben. Dafür musste Tim Borowski gehen – und zwar begleitet von Pfiffen der Fans. Der 29-Jährige hatte erneut kein überragendes Spiel gemacht. War das schon ein Zeichen von Schaaf? Muss Borowski jetzt gegen Bilbao auf die Bank? Schließlich ist Hunt gut drauf, Özil ist zurück und Bargfrede hinterließ gestern einen starken Eindruck.

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