Aufsichtsrat wartet auf einen Vortrag der Geschäftsführung / Allofs hat noch Hoffnung

Pizarro kaufen? Bisher gibt es keine Tendenz

Der Name Claudio Pizarro steht heute nicht auf der Tagesordnung des Werder-Aufsichtsrates.

Werder-Bremen - BREMEN (csa) Werder will ihn nur ausleihen, der FC Chelsea will ihn verkaufen – das sind die beiden Hauptzutaten, die um die angestrebte Weiterverpflichtung von Claudio Pizarro ein Tohuwabohu entstehen lassen.

Das allerdings leicht aufzulösen wäre – wenn die Bremer die von Chelsea geforderte Ablösesumme (im Gespräch sind sechs bis acht Millionen Euro) zahlen würden. Doch danach sieht es nicht aus. Jedenfalls wird die Werder-Geschäftsführung dem Aufsichtsrat auf dessen Sitzung heute kein entsprechendes Modell zur Absegnung vorlegen. „Wir warten auf einen Vortrag der Geschäftsführung, doch ich gehe nicht davon aus, dass es einen geben wird“, erklärte der Vorsitzende Willi Lemke gestern. Den Tagesordnungspunkt Pizarro habe er jedenfalls nicht auf seiner Liste entdeckt.

Ein Kauf des Top-Stürmers wäre für Werder ein extrem teurer Spaß. Von sechs Millionen Euro Ablöse ausgehend und bei einer angeblichen Gehaltsforderung von 4,2 Millionen Euro jährlich sowie einem Dreijahresvertrag, würden die Dienste des Peruaners locker mehr als 18 Millionen Euro kosten. Das Problem: Pizarro wird am 3. Oktober 31 Jahre alt. Wer weiß schon, ob er im dritten Jahr der Vertragslaufzeit noch sein Geld wert sein wird? Und die Wahrscheinlichkeit der Refinanzierung durch einen Weiterverkauf tendiert ohnehin gen null.

Sportdirektor Klaus Allofs setzt deshalb weiter auf die Möglichkeit des Ausleihens – auch wenn sich die Dinge durch das Einschalten von Spielervermittler Michael Becker (soll Pizarro im Chelsea-Auftrag in Deutschland verkaufen) verkompliziert haben: „Man kann durchaus noch die Hoffnung haben, dass es klappt.“

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