Werder-Stürmer trainiert wieder und hofft auf schnelles Comeback / Ohne den Torjäger gibt’s zu selten Siege

Mit Pizarro zur Herbstmeisterschaft?

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Da geht die Sonne auf: Bei schönstem Dezember-Wetter arbeitete Claudio Pizarro gestern Vormittag an seinem Comeback.

Bremen - Von Björn Knips · Er ist wieder da, er steht wieder auf dem Trainingsplatz: Claudio Pizarro hat sich bei Werder Bremen endlich zurückgemeldet – und vielleicht wird mit ihm doch noch etwas aus dem Traum mit der Herbstmeisterschaft.

Ein Comeback nach seiner vor sechs Wochen erlittenen Fußverletzung scheint sogar schon am Samstag im Bundesliga-Kracher gegen Schalke möglich. „Ich hoffe immer“, meinte Pizarro gestern nach dem Training und strahlte. Auch seine Teamkollegen wird’s freuen, denn ohne Pizarro sind sie zwar unschlagbar, aber viel zu selten siegreich.

„Ich bin mir sicher, mit Claudio hätten wir heute 2:0 oder 3:0 gewonnen“, hatte sich Kapitän Torsten Frings am Sonntag nach dem mageren 0:0 in Köln festgelegt. Werder fehlte einfach ein Vollstrecker wie Pizarro, aber auch eine Anspielstation wie Pizarro und genauso ein Vorbereiter wie Pizarro. Außerdem ist der 31-Jährige mit einer Einzelaktion stets in der Lage, ein Spiel zu entscheiden. Diese Qualitäten hat kein anderer Werder-Stürmer. Hugo Almeida, in Köln als Pizarro-Ersatz aufgeboten, fand nie richtig ins Spiel und enttäuschte. Marko Marin war zwar fast nur durch Fouls zu stoppen, aber er ist ein ganz anderer Spielertyp als Pizarro und schon gar kein Torjäger. Der eingewechselte Markus Rosenberg blieb ebenfalls erfolglos.

Claudio Pizarro in Bremen

Bilanz mit Pizarro:

3. Spieltag: Werder - Bor. M‘gladbach 3:0

4. Spieltag: Hertha BSC - Werder 2:3

5. Spieltag: Werder - Hannover 96 0:0

6. Spieltag: Bayer Leverkusen - Werder 0:0

7. Spieltag: Werder - FSV Mainz 05 3:0

8. Spieltag: VfB Stuttgart - Werder 0:2

9. Spieltag: Werder - 1899 Hoffenheim 2:0

10. Spieltag: VfL Bochum - Werder 1:4

Gesamt: 8 Spiele, 6 Siege, 2 Unentschieden - 6 Pizarro-Tore.

Einmal mehr wurde deutlich: Ohne Pizarro fehlt Werder das gewisse Etwas, um Siege einzufahren. Die Bundesliga-Statistik spricht dabei eine eindeutige Sprache (siehe Kasten). In den acht Spielen mit Pizarro (sechs Tore) feierte Werder sechs Siege, und es gab nur zwei Unentschieden. Ohne den Peruaner gelang Werder dagegen in sieben Partien nur ein Sieg (6:0 in Freiburg). Fünf Mal mussten sich die Bremer mit einem Punkt begnügen, und am ersten Spieltag setzte es ohne den noch nicht vom FC Chelsea verpflichteten Stürmerstar sogar die bislang einzige Saisonniederlage gegen Frankfurt (2:3). „Man sieht doch, dass Claudio nicht zu ersetzen ist“, sagte Frings in Köln. Und Marin fügte noch an: „Claudio fehlt uns sehr.“

Bilanz ohne Pizarro:

1.Spieltag: Werder - Eintr. Frankfurt 2:3

2. Spieltag: Bayern München - Werder 1:1

11. Spieltag: 1. FC Nürnberg - Werder 2:2

12. Spieltag: Werder - Bor. Dortmund 1:1

13. Spieltag: SC Freiburg - Werder 0:6

14. Spieltag: Werder - VfL Wolfsburg 2:2

15. Spieltag: 1. FC Köln - Werder 0:0

Gesamt: 7 Spiele, 1 Sieg, 5 Unentschieden, 1 Niederlage.

Aber jetzt ist er ja wieder da. Am Sonntag hatte sich Pizarro erstmals seit vier Wochen für ein individuelles Training auf den Platz gewagt. Gestern folgte der zweite Versuch mit Physiotherapeut Stefan Wolters. „Es war sehr gut“, meinte der Angreifer hinterher. Eine gewisse Vorsicht ist allerdings noch da. Zu kompliziert war die Verletzung gewesen. Zu oft hatte er nach München fliegen müssen, um sich dort von Bayern-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt behandeln zu lassen. „Ich muss abwarten, wie der Fuß auf die Belastung reagiert“, berichtete Pizarro und blickte schon mal voraus: „Bleibt es so gut wie jetzt, dann geht’s weiter. Wird der Fuß aber wieder dick, dann muss ich eine Pause machen.“ Positiv: Das Sonntagstraining hatte keine unerwünschte Reaktion hervorgerufen.

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