Pizarro erzählt Ruhmreiches aus der Vergangenheit

Der Pokal-Plauderer

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Werder-Stürmer Claudio Pizarro spricht gerne über den DFB-Pokal, den er schon sechs Mal gewonnen hat. Morgen kann er sein 50. Spiel in diesem Wettbewerb absolvieren – wenn er denn ran darf...

Bremen - Auf dem Platz hat Claudio Pizarro Werder bisher kaum geholfen. Abseits davon aber, das betonen die Verantwortlichen bei jeder Gelegenheit, sei der Peruaner bereits ein ganz wichtiger Faktor. Auch vor dem Zweitrundenspiel im DFB-Pokal morgen (20.30 Uhr) im Weserstadion gegen den 1. FC Köln. Als Geschichten erzählender Heißmacher, denn der 37-Jährige hat in diesem Wettbewerb schon einiges und sehr viel Gutes erlebt. Nicht nur mit den Bayern, auch mit Werder.

„Als ich hier war, haben wir fast immer das Finale erreicht oder waren zumindest nahezu bis zum Ende dabei. Ich kenne es gar nicht anders, das ist normal für mich“, sagte Pizarro gestern. Die bitteren Stunden hat der Stürmer dabei offenbar erfolgreich verdrängt. Zwar holte er mit Werder ein Mal den Cup (2009) und stand zwei weitere Mal im Endspiel (2000 und 2010), die Bremer flogen mit Pizarro allerdings auch zwei Mal in der zweiten (2000 und 2010) und ein Mal sogar in der ersten Runde (2011) raus.

Es lässt sich jedoch ohne Übertreibung festhalten, dass er im DFB-Pokal tolle Erfolge vorweisen kann. Mit 49 Partien hat er im aktuellen Kader mit Abstand die meisten Einsätze, es folgen Kapitän Clemens Fritz (25) sowie Fin Bartels (13) und Philipp Bargfrede (10). Insgesamt schoss Pizarro bemerkenswerte 28 Tore (neun für Werder, 19 für Bayern). Sechs Mal (fünf Mal mit dem FC Bayern) durfte er den Pott in die Höhe stemmen. Momente, die er nie vergisst – und von denen er seinen Bremer Teamkollegen vorschwärmt. „Es ist immer etwas ganz Besonderes, im Finale zu sein. Ich habe den anderen schon erzählt, wie schön es in Berlin ist.“

Letztmals war er 2010 als Fußballer (als Bremer Akteur) in der deutschen Hauptstadt, nachdem Werder im Halbfinale den damaligen Zweitligisten FC Augsburg ausgeschaltet hatte. Beim 2:0 am 23. März 2010 hatte er nach Marko Marins Führungstreffer den Endstand besorgt. Es war gleichzeitig Werders bis dato letztes Heimspiel im DFB-Pokal. Es folgten nur noch Auswärtsauftritte, darunter drei peinliche Erstrunden-Knockouts hintereinander gegen die unterklassigen Clubs aus Heidenheim, Münster und Saarbrücken.

Nun will Werder endlich mal wieder länger drin bleiben – vielleicht mit Pizarro. „Gegen Köln müssen wir unseren Heimvorteil nutzen. Wir können etwas Wichtiges erreichen“, sagt der Peruaner. Inwieweit er morgen dazu beitragen kann und darf, ist aber die Frage. Trainer Viktor Skripnik ließ zuletzt zwei Mal nur mit einer Spitze spielen – und die hieß Anthony Ujah. Der Nigerianer ist ganz klar die Nummer eins im Sturm. Pizarro dagegen wurde von Skripnik gestern lediglich als „Ergänzung für die Offensive“ bezeichnet. Der Torjäger, der „perfekt in die Kabine passt“ (Skripnik) und sich selbst vor allem im Umgang mit den vielen jungen Profis als Führungsspieler sieht, muss sich sportlich aufdrängen.

Training der Reservisten

Das gelang ihm bisher nicht. Nach seiner Vorstellung am 7. September ist er heute exakt 50 Tage wieder Bremer. Die wahnsinnige Euphorie, die rund um die Rückholaktion herrschte, ebbte aber recht schnell wieder ab. Pizarro bereitete beim 3:1 in Hoffenheim zwar den wichtiger zweiten Treffer vor, trat danach aber kaum noch in Erscheinung. Ein Einsatz in der Startelf (gegen Leverkusen), dazu sechs als „Joker“, kein Tor, nur ein Hochkaräter (und den in Mainz vergeben) – das ist die magere Zwischenbilanz. Pizarros Erklärung dafür: „Ich hatte eine nicht so gute Phase und ein paar Probleme mit der Fitness.“ Das war nicht zu übersehen. Inzwischen jedoch, beteuert er, „fühle ich mich viel besser. Und ich hoffe, dass ich mehr spielen kann. Ich brauche Rhythmus und Spiele. Das ist es.“

Mehr Praxis, mehr persönliche Erfolgserlebnisse – so lautet Pizarros einfache Rechnung: „Ich habe solche Phasen schon erlebt. Ein Tor kann zum Beispiel sehr viel bewirken. Wenn eines kommt, kommen viele.“ Auch Skripnik glaubt, dass Werder noch Freude an „Pizza“ haben wird: „Wir haben ihn nicht für ein paar Wochen, sondern für die ganze Saison geholt. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir von ihm noch profitieren werden.“

mr/csa

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