Werder-Stürmer am Rücken verletzt / „Wir wollen keine Horrorszenarien entwerfen“

Pizarro hat es erwischt

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Da war der Rücken noch in Ordnung: Werder-Profi Claudio Pizarro (links) ging in der WM-Qualifikation für Peru ins Kopfballduell mit Uruguays Luis Suarez.

Bremen - Die Bilder aus Montevideo ließen Schlimmstes befürchten: Claudio Pizarro lag auf einer Trage und wurde per Golfcart vom Platz transportiert. Das WM-Qualifikationsspiel in Uruguay war für den Peruaner nach 49 Minuten beendet – und seitdem zittert Werder. Denn ein längerer Ausfall des Stürmers würde den Bundesligisten im Abstiegskampf ganz hart treffen. Eine offizielle Diagnose gibt es noch nicht.

„Wir wollen jetzt keine Horrorszenarien entwerfen“, meinte Thomas Eichin. Der Sportchef wusste auch noch „nichts Genaues“. Der Stürmer hätte sich zwar gemeldet, aber für Klarheit hätte das noch nicht gesorgt. Immerhin gab es da dieses Fernseh-Interview des Angreifers. „Gegen Ende der ersten Halbzeit habe ich ein Ziehen im Rücken gespürt. Als ich in der zweiten Halbzeit wieder auf dem Platz war und versucht habe, weiter zu spielen, konnte ich mich nicht komplett schmerzfrei bewegen. Deswegen war es besser, dass mich ein Spieler ersetzt, der zu hundert Prozent fit ist“, erklärte der Nationalelf-Kapitän dem TV-Sender CMD. Warum er deshalb extra vom Platz gefahren werden musste, blieb offen.

Mit Rückenproblemen hat Pizarro schon länger zu kämpfen. Sie waren auch die Ursache für seine Beschwerden im Oberschenkel, die letztlich für seinen Ausfall beim Gastspiel in München sorgten. Das ist knapp drei Wochen her. Danach spielte Pizarro gegen Mainz und in der WM-Qualifikation gegen Venezuela. Auch in Uruguay stand der 37-Jährige in der Startelf. Und er machte eine gute Partie. In den peruanischen Medien hieß es, dass der Pizarro-Ausfall entscheidend war. Ohne den Spielmacher, den der Bremer in der peruanischen Nationalmannschaft oftmals gibt, hätten die Gäste zu wenig Druck ausgeübt. Uruguay sei deshalb mutiger geworden und somit auch zum 1:0-Sieg gekommen.

Pizarro ist also nicht nur für Werder unersetzbar. Die WM-Qualifikation können die Südamerikaner fast schon abhaken. Nun sind auch die Bremer Ziele in Gefahr. Zwölf Tore hat Pizarro in 23 Bundesliga-Spielen erzielt – davon allein zehn in der Rückrunde. Ohne ihn würde Werder wahrscheinlich längst unter dem Strich stehen.

Zusammen mit Routinier Clemens Fritz ist Pizarro so etwas wie Werders Lebensversicherung. Einziger Trost: Es gibt ja auch noch Anthony Ujah. Der Nigerianer hat in dieser Bundesliga-Saison immerhin auch schon neun Tore erzielt. Für ihn war allerdings im Bremer 4:1:4:1-System mit nur einem Stürmer kein Platz, weil sich Pizarro in Topform befand.

Am Donnerstagabend wird Pizarro in Bremen zurückerwartet. Anschließend geht es sofort in die Praxis von Mannschaftsarzt Dr. Philip Heitmann. Und dann wird sich herausstellen, ob es wirklich nur ein leichtes Rückenziehen ohne große Folgen war oder Pizarro länger ausfallen wird. kni

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