„Heute haben wir auch gekämpft“: Später Sieg gegen Hertha BSC ein erster Schritt aus der Krise

2:1 – Pizarro erlöst Werder

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„Heute haben wir auch gekämpft“: Später Sieg gegen Hertha BSC ein erster Schritt aus der Krise

Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Mit einem Zittersieg hat Werder Bremen gestern Abend den ersten Schritt aus der Krise getan. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf besiegte dank eines späten Tores von Claudio Pizarro in der 81. Minute Schlusslicht Hertha BSC mit 2:1 (0:0) und hat damit vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale am Dienstag gegen 1899 Hoffenheim neues Selbstvertrauen getankt.

Vor 35 600 Zuschauern hatte Marko Marin (66.) die Bremer in Führung gebracht. Aber nur 90 Sekunden später schaffte Herthas Winter-Einkauf Theofanis Gekas (68.) schon den Ausgleich.

„Wir sind glücklich, dass wir drei Punkte geholt haben – das war wichtig nach der Niederlagenserie“, schnaufte Marin nach dem Abpfiff durch. Und Matchwinner Pizarro stellte fest: „Nur mit Fußball gewinnt man manchmal nicht. Heute haben wir auch bis zur letzten Minute gekämpft.“

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Werder Bremen - Hertha BSC

Thomas Schaaf hatte schon geahnt, dass seine Mannschaft nach fünf Pleiten in Folge nicht plötzlich ein Feuerwerk abbrennen würde. Werder war erstmal auf Sicherheit bedacht. Die Verunsicherung war den Spielern deutlich anzumerken. Doch der Wille war da. Über den Kampf fanden die Bremer dann immer besser in die Partie, schnürten die Berliner in ihrer Hälfte ein. Doch gegen die kompakt stehende Hertha war es schwer, die Lücke zu finden.

So bedurfte es einer Standardsituation, ehe Werder erstmals richtig Gefahr versprühte. Nach einer Ecke stand Claudio Pizarro frei, köpfte den Ball aber an den Pfosten (20.). Symptomatisch für eine krisengeschüttelte Mannschaft.

Die dann allerdings auch richtig Glück hatte: In der 30. Minute ging Berlins Stürmer Theofanis Gekas steil, umkurvte Werder-Keeper Tim Wiese und drückte den Ball über die Linie. Doch Schiedsrichter Günter Perl aus Pullach entschied auf Abseits. Zu Unrecht – Bremens Verteidiger Per Mertesacker war beim Pass auf Gekas einen Schritt zu spät herausgekommen.

Werder war weiterhin bemüht, das für die Psyche befreiende 1:0 zu erzielen. Und in der 34. Minute hatten die meisten der 35 600 Fans den Torschrei auch schon auf den Lippen. Nach einer tollen Kombination zwischen Aaron Hunt und dem blassen Mesut Özil flankte Marko Marin präzise auf den Schädel von Pizarro, doch der Bremer Stürmer brachte das Kunststück fertig, den überragenden Berliner Torhüter Jaroslav Drobny aus vier Metern anzuköpfen (34.).

Der Peruaner stand auch bei der ersten Großchance nach der Pause im Brennpunkt. Nach toller Vorarbeit von Marin schoss der 31-Jährige aber wieder aus kurzer Distanz nur Drobny an, und zu allem Überfluss traf Hunt beim Nachschuss dann auch noch Pizarro (49.). Eine miserable Chancenverwertung, die Gift für das ohnehin schon angeknackste Bremer Selbstvertrauen war.

111 Jahre Werder Bremen - der Empfang

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Schaaf verstärkte nach einer Stunde die Offensive, brachte für Mittelfeldmann Peter Niemeyer, der ordentlich gespielt hatte, in Hugo Almeida einen weiteren Stürmer. Werder erhöhte den Druck, wartete aber weiterhin vergeblich auf den Brustlöser. Für den sorgte Marin in der 66. Minute: Nach einem Pressschlag zwischen Özil und Lukasz Piszczek nahm der Bremer „Zauberzwerg“ den Ball volley und jagte die Kugel ins Eck.

Doch die Bremer Freude hielt nur 60 Sekunden, weil im direkten Gegenzug Wiese patzte. Nach einem Freistoß ging der Bremer Keeper unentschlossen in das Luftduell mit Hertha-Kapitän Arne Friedrich, der Ball landete statt in Wieses Armen vor Gekas’ Füßen, und der Grieche staubte zum 1:1 ab (67.). Von einem Torwart-Fehler mochte Wiese dennoch nicht sprechen: „Ich hab’ den Ball wegen einer Berührung von Friedrich nicht unter Kontrolle bekommen und den Schiri gefragt, warum er nicht abgepfiffen hat.“

Mit dem Mute der Verzweiflung und angetrieben von Frings, Hunt und Marin warfen die Bremer nun alles nach vorn, agierten dabei aber oft nicht klar genug. So war es wieder eine Standardsituation, die Werder zurück in die Erfolgsspur führte: Nach einem Freistoß von Frings fiel der Ball im Strafraum Pizarro vor die Füße, und diesmal überwand der Peruaner Drobny mit einem Schuss ins rechte Eck – 2:1 (81.). Dass Pizarro nach seinem Treffer direkt zum zuletzt heftig kritisierten Thomas Schaaf lief und ihn herzlich umarmte, war dann ein deutliches Zeichen: Trainer, dieses Tor ist für Dich!

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