„Ich kann es noch besser“ / Allofs über schlampiges Abwehrverhalten verärgert

Pizarro bleibt Werders Lebensversicherung

Siegerpose: Mit zwei Toren rettete Stürmer Claudio Pizarro Werder am Donnerstagabend den 3:2-Auftaktsieg in der Europa League bei Nacional Funchal.

Werder-Bremen - Von Arne FlüggeFUNCHAL (Eig. Ber.)  Würde Klaus Allofs rauchen, hätte er sicherlich dem berühmten HB-Männchen heftig Konkurrenz gemacht. Denn der Werder-Sportchef war beim 3:2 (1:0)-Erfolg der Bremer zum Europa-League-Auftakt beim portugiesischen Erstligisten Nacional Funchal so manches Mal in die Luft gegangen.

„Wir hätten cleverer und konzentrierter sein müssen, doch wir bauen den Geger wieder auf und halten bei zwei Standardsituationen Tiefschlaf“, schimpfte der 52-Jährige.

2:0 hatte seine Mannschaft nach Toren von Torsten Frings (38./Elfmeter) und Claudio Pizarro (55.) geführt und war bereits sicher auf der Siegerstraße gewesen. Doch nach vergebenen Chancen, alles klar zu machen, herrschte in der Bremer Defensive plötzlich das totale Chaos. Felipe Lopes (68.) per Kopf und Rafik Halliche (75.) glichen vor 2 500 Zuschauern in Estadio da Madeira jeweils nach einer Standardsituation zum

2:2 aus, ehe erneut Pizarro mit einer sehenswerten Einzelleistung in der 85. Minute von der Strafraumgrenze den Bremer 3:2-Siegtreffer markierte.

Die seit Wochen immer wiederkehrenden Schwächen in der Abwehr sind Allofs jedenfalls ein Greuel. „Es ist schon peinlich, immer wieder die selben Dinge sagen zu müssen. Doch so dürfen wir in der Defensive nicht auftreten“, grantelte der 52-Jährige: „Wir können froh sein, dass Claudio zum Schluss noch so eine Superaktion hingelegt hat.“

Wieder einmal war es Pizarro gewesen, der die Bremer gerettet hatte. „Er ist unsere Lebensversicherung“, merkte Mittelfeldspieler Aaron Hunt an, der den verletzten Spielmacher Mesut Özil gut vertreten hatte. „Ich bin aber noch längst nicht bei 100 Prozent, ich kann es viel besser, will mich vor allem noch läuferisch verbessern“, sagte Pizarro und grinste: „Mein Gegenspieler hatte das 2:2 gemacht. Da musste ich mit dem Tor etwas gutmachen. Wichtig ist, dass wir zum Auftakt gewonnen haben.“

Allofs ärgerte sich indes vor allem darüber, dass seine Mannschaft am Ende noch einmal hohen Aufwand betreiben musste, um den Sieg einzufahren. Angesichts des schweren Auswärtsspiels morgen (17.30 Uhr) in der Bundesliga beim Tabellenzweiten Bayer Leverkusen völlig überflüssig, wie der Werder-Boss fand. „Ich will jetzt nicht zum Spielverderber werden. Auch ich freue mich natürlich über den Sieg, wir haben aber viel Kraft gelassen. Leverkusen konnte sich ausruhen und uns vom Sofa aus zuschauen“, meinte Allofs.

Anstatt das 2:0 ruhig und souverän über die Zeit zu schaukeln, brachte sich Werder immer wieder selbst in die Bredouille. „Wir haben uns nach der 2:0-Führung einfach zu dumm angestellt“, meinte Hunt: „Die Tore hätten so nicht fallen dürfen.“

Der Meinung war auch Naldo, am 1:2 selbst durch Unentschlossenheit beteiligt. „Es ist völlig untypisch für uns, nach zwei Standards Gegentore zu bekommen. Das darf nicht wieder passieren“, forderte der 27-Jährige – und schloss sich in die Kritik mit ein: „Wir haben wohl gedacht, das Spiel ist nach dem 2:0 gelaufen und waren viel zu weit weg von unseren Gegenspielern.“

Auch Thomas Schaaf sparte nicht mit Kritik. „Es war unnötig, den Sieg noch einmal in Gefahr zu bringen“, meinte der Werder-Trainer. Positiv sei aber die Reaktion der Spieler nach dem 2:2 gewesen. Die Mannschaft sei zurückgekommen. Und das, so Kapitän Torsten Frings, „ist am Ende alles, was zählt.“

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