Mit Krücken hätte er gespielt, mit einer Grippe geht’s nicht / Frings: „Das trifft uns hart“

Pizarro: Bett statt Bayern

Dicke Jacke und Mütze haben nichts geholfen: Die Grippe hat Claudio Pizarro trotzdem erwischt.

Werder-Bremen - Von Carsten Sander · Alles hätte passieren dürfen, nur das nicht: Claudio Pizarro fällt für den Bundesliga-Hit heute (15.30 Uhr, Weserstadion) gegen Bayern München aus. Der Stürmer-Star des Tabellensechsten liegt mit einer Grippe flach – und damit das Bremer Angriffsspiel erneut brach?

Seit vier Spielen ist bei Werder vorne nichts los – nur ein Tor, zuletzt drei Pleiten in Folge. Ein Grund dafür: Pizarro war nie richtig fit. Im Hinrundenfinish kam er nach siebenwöchiger Verletzungspause nicht mehr in Schwung, den Rückrundenauftakt erlebte er am vergangenen Wochenende bei Eintracht Frankfurt (0:1) wegen Knieproblemen nur als „Joker“. Doch pünktlich vor dem so wichtigen Duell mit den Bayern schien er fit zu sein. Endlich. „Er hat die ganze Woche trainiert, es gibt bei ihm keine Schwierigkeiten mehr“, hatte Trainer Thomas Schaaf noch am Donnerstag erklärt. Und Pizarro war extrem „heiß“ auf das Duell mit seinem Ex-Club. „Ich will auf jeden Fall dabei sein. Und wenn ich auf Krücken spiele“, hatte er gesagt. Jetzt braucht er Fiberthermometer und Hustensaft. Ein Schock für die Bremer. Ohne den Peruaner müssen sie den FC Bayern besiegen und die Wende herbeiführen. Eine „Mission impossible“?

„Sein Ausfall trifft uns hart“, seufzte Kapitän Torsten Frings, der gerade noch die fehlende Qualität in der Offensive bemängelt hatte: „Außer Pizarro trifft bei uns keiner regelmäßig.“ Also muss gehofft werden, dass heute Hugo Almeida einen seiner guten Tage erwischt. Er dürfte den Vorzug vor dem in Frankfurt einmal mehr enttäuschenden Markus Rosenberg und vor dem vor der Rücksendung zu Schachtjor Donezk stehenden Marcelo Moreno bekommen. Trainer Thomas Schaaf ließ sich gestern jedoch noch nicht in die Karten blicken: „Ich mache mir noch Gedanken. Wir müssen jetzt damit leben, dass Claudio nicht dabei ist.“

Das Problem ist jedoch, dass Werder ohne den Torjäger mehr vegetiert als lebt. Und scheinbar gibt es bei Werder keine ernsthaften Bestrebungen, im Sturm personell nachzubessern. Während sich der Hamburger SV gerade in Ruud van Nistelrooy einen richtigen dicken Fisch ins Boot zieht, wirft Werder offenbar nicht mal die Angel aus. Schaaf sieht die Situation im Sturm immer noch so: „Wir sind ausreichend besetzt, wenn alle fit sind und ihre Leistung abrufen.“

Ja, wenn! Die Realität sieht aber anders aus: Hinter Pizarro regiert die Unbeständigkeit. Das lässt sich sogar in Zahlen ausdrücken: 132 Chancen (Liga-Höchstwert) hat die Mannschaft in dieser Saison herausgespielt – aber nur 32 genutzt. Satte 100 wurden dagegen vergeben. Aber auch diese Quote kann Schaaf vor dem Nord-Süd-Klassiker nicht beeindrucken. Er versucht die Brisanz mit einem Fußball-Kalauer zu überdecken: „Wir müssen ja nicht vier Tore schießen. Es reicht, wenn wir eins mehr machen als der Gegner.“ Angesichts des aktuellen Negativlaufs lösen solche Aussagen aber gewiss kein amüsiertes Grinsen aus.

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