Pizarro beendet das Zittern

Claudio Pizarro auf dem Weg zum 3:1, Markus Thorandt (links) setzt zur Grätsche an, kann aber nichts mehr retten.

Aus Hamburg berichtet Björn Knips - Die Reeperbahn auf der einen, die Mega-Kirmes Hamburger Dom auf der anderen Seite – doch Werder Bremen verließ St. Pauli auf direktem Weg. Dabei hätte es nach dem 3:1 (0:1)-Erfolg beim Tabellenvorletzten allen Grund zum Feiern gegeben.

Der Klassenerhalt ist quasi geschafft, es müsste schon ganz dumm laufen, damit Werder noch einmal in Abstiegsgefahr gerät.  Aber diese kleine Ungewissheit machte die Bremer gestern so vorsichtig. Glückwünsche wurden von allen Beteiligten abgelehnt – wenn auch mit einem fetten Grinsen. Denn die Erleichterung über den fast perfekten Klassenerhalt war deutlich zu sehen. Allofs schimpft Da störte es beinahe nur noch am Rande, dass Werder eine indiskutable erste Halbzeit abgeliefert hatte und beinahe die Bundesliga-Tabelle hinuntergestürzt wäre.

Training am Ostersonntag

Training am Ostersonntag

Werder-Boss Klaus Allofs legte den Finger denn auch in die Wunde: „So kann man nicht spielen, uns hat in der ersten Halbzeit die Geschlossenheit gefehlt. Wir haben uns viel zu wenig bewegt. So konnte es nicht weitergehen.“ Also gab’s in der Pause eine nicht laute, aber sehr klare Ansprache, wie Allofs verriet – und Werder war danach wie ausgewechselt.

St. Pauli unterliegt Werder 3:1

Werder gewinnt gegen St. Pauli

Aber der Reihe nach: In der gruseligen ersten Hälfte hatte bei den Gästen noch das Abstiegsgespenst mitgekickt, während die Gastgeber mutig um den Klassenverbleib kämpften. Claudio Pizarro testete zwar einmal die Festigkeit des Pfostens (12.), aber dann kam Pauli. Und mit freundlicher Unterstützung von Pizarro (Fehlpass nach einer Pauli-Ecke) und Per Mertesacker (hob das Abseits auf) brachte Fin Bartels die Gastgeber in Führung (29.).

Werder im Rückstand, der so sehnlichst gewünschte Sieg schien unmöglich, denn die Bremer hatten in dieser Saison noch kein Spiel gedreht. Aber auf dem Kiez gab’s endlich das erste Mal – und das deutete sich schon Sekunden nach dem Wechsel an: Den Schuss von Sandro Wagner konnte Paulis Innenverteidiger Ralph Gunesch gerade noch an den Pfosten lenken. Teamkollege Markus Thorandt hatte da weniger Glück, er drückte eine Hereingabe von Philipp Bargfrede ins eigene Netz (51.). 1:1 – trotzdem war Werder noch nicht geheilt. Nach einem Bruns-Pass durfte Gerald Asamoah allein auf Tim Wiese zusteuern, aber der in der ersten Halbzeit noch etwas unsichere Werder-Keeper parierte Asamoahs Außenrist-Versuch (53.).

Es wurde Zeit für einen echten Torjäger – und der trägt nun einmal das Bremer Trikot: Nach einer Frings-Ecke stieg Claudio Pizarro am höchsten – 2:1 (73.). Zwei Minuten später legte der Peruaner nach, als er nach schöner Marin-Vorarbeit Pauli-Torwart Benedikt Pliquett (vertrat den verletzten Thomas Kessler) aussteigen ließ und einschob. Das war’s, die Paulianer gaben auf, und das brachte Coach Holger Stanislawski auf die Palme. „Die Jungs sind weggesackt. Das kann ich nicht tolerieren. So lange man auf dem Platz steht, muss man an den Sieg glauben“, schimpfte der Trainer und kündigte für heute an: „Ostern fällt aus! Die Jungs werden sich diese zweite Halbzeit noch einmal anschauen. Und sie werden nicht glauben können, was sie gespielt haben.“

Stanislawski kämpft weiter, doch nach diesem Auftritt steht der Aufsteiger mit einem Bein in der Zweiten Liga. Ganz anders die Situation bei Werder. Am Freitag im Heimspiel gegen Wolfsburg können auch die letzten theoretischen Zweifel am Klassenerhalt beseitigt werden.

„Natürlich ist die Erleichterung groß. Das Spiel war immens wichtig, und nach den vielen Unentschieden tut dieser Dreier richtig gut“, meinte Clemens Fritz, wollte den Moment aber auch nicht zu sehr genießen: „So lange der Abstieg noch möglich ist, sollten wir uns gerade in dieser Saison auf gar nichts verlassen.“

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