Mit einem Doppelpack spielt der Ex-Bremer dem SV Werder übel mit / Rückkehr an die Weser möglich? „Wer weiß“

Pizarro – der 199-Sekunden-Mann

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Claudio Pizarro (li.) bejubelt mit David Alaba den Treffer zum 3:2. Mit zwei Toren binnen 199 Sekunden vermieste der Peruaner seinem Ex-Club die Tour. ·

Werder-Bremen - Noch sehr lange stand Claudio Pizarro ungeduscht im Kabinentrakt der Allianz Arena und pflegte alte Freundschaften. Er plauschte mit Clemens Fritz, mit Frank Baumann, mit Franco Di Santo, der einst beim FC Chelsea für eine Halbserie sein Kollege gewesen war.

Pizarro scherzte, lachte und war doch voller Mitgefühl, für die ehemaligen Bremer Weggefährten, denen er auf dem Platz mit seinen zwei Toren für den FC Bayern übel mitgespielt hatte.

Beinahe, so machte es den Eindruck, hätte er sich am liebsten dafür entschuldigt. Doch das macht man ja nicht im Profi-Geschäft. Also musste reichen, was Pizarro auf dem Platz gezeigt hatte. Oder besser: nicht gezeigt hatte. Er hatte nur sehr verhalten gejubelt. „Mehr ging doch nicht. Nicht gegen diesen Verein, nicht gegen diese Fans“, sagte Pizarro, der sich einst bei Werder zu einem Klassestürmer entwickelt hatte.

Jetzt klingt die Karriere langsam aus. Werder, sagte Pizarro, ist dabei „immer noch in meinem Herzen“. So tief, dass sich der 35-Jährige sogar nochmal eine Rückkehr an die Weser vorstellen könne? Mit 37, 38 Jahren vielleicht? Die entsprechende Frage eines Journalisten beantwortete der Peruaner mit dem Pizarro-Lächeln: „Wer weiß.“

Objektiv betrachtet gibt es aber keine Gründe für ein drittes Pizarro-Engagement bei Werder nach 1999 (bis 2001) und 2008 (bis 2012). Schade, findet Trainer Robin Dutt. Von der Gala des Bayern-Stürmers beim 5:2 war er schwer beeindruckt. „Er ist immer noch ein begnadeter Strafraumspieler, ein außergewöhnlicher Stürmer“, schwärmte Dutt.

Die Noten

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Innerhalb von 199 Sekunden hatte Pizarro die Partie gedreht, aus einem 1:2 ein 3:2 gemacht (53./57.). Mit nun 85 Toren für die Bayern – für Werder war er 89 Mal erfolgreich – zog er mit Lothar Matthäus auf Rang acht der internen ewigen Torschützenliste der Münchner gleich, Paul Breitner (83) liegt jetzt hinter ihm. Und Uli Hoeneß ist nur noch ein Tor vor dem Peruaner. Zwei Spiele bleiben noch, um den zurückgetretenen Präsidenten einzuholen. Oder eine ganze weitere Saison. Vielleicht wird Pizarros Vertrag bei den Bayern trotz der Verpflichtung von Robert Lewandowski noch einmal verlängert. Werbung genug hat er gerade betrieben. Und Lust hat er auch noch: „Ich will noch weiter spielen, weiter Tore machen.“ Wenn es sein muss, auch wieder gegen Werder. · csa

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