Doppelpack des Peruaners, trotzdem spielt Werder nur 2:2 bei Schlusslicht Freiburg

„Piza“ tobt, weil seine Tore nie reichen

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Nach dem Schlusspfiff ging Pizarro mit hängenem Kopf vom Platz.

Bremen - Vergangene Woche ein Tor gegen Leverkusen, kein Sieg. Gestern zwei Tore in Freiburg, wieder kein Dreier. Claudio Pizarro kann in diesem Jahr so viel treffen, wie er will, der SV Werder gewinnt trotzdem nicht.

Deshalb tobte der Peruaner gestern nach dem enttäuschenden 2:2 (1:1) bei Bundesliga-Schlusslicht SC Freiburg: „Ich bin total sauer. Ein Sieg wäre so wichtig gewesen. Darüber haben wir die ganze Woche gesprochen. Dann gehst du zweimal in Führung, und es reicht dennoch nicht. Wir waren nicht konzentriert genug.“

Auch Werder-Boss Klaus Allofs, der die Mannschaft nach den Unentschieden in Kaiserslautern und gegen Leverkusen noch gelobt hatte, schlug diesmal kritische Töne an: „Wir können nicht zufrieden sein. Es ärgert mich, dass wir nicht clever genug sind, unser Tor zu verteidigen.“

Die Noten

Die Einzelkritik: Pizarro wieder der Beste

Werder ist einfach zu unentschieden – nicht nur in den Ergebnissen, sondern auch auf dem Platz. Die Verantwortung wird gerne zum Nebenmann weitergeschoben, das hemmt den Spielfluss enorm. So auch in Freiburg. Die Gäste taten sich von Beginn an schwer und gaben den ersten Torschuss, oder besser gesagt: das erste Torschüsschen, nach langen 27 Minuten ab – in Person von Mehmet Ekici. Da hatte Abstiegskandidat Freiburg in Person von Michael Lumb schon den Pfosten getroffen (25.).

So war die Werder-Führung mehr als überraschend, aber auch wunderschön: Pizarro bediente Neuzugang Zlatko Junuzovic, der sich fein revanchierte, so dass der Peruaner noch feiner vollendete (29.). Okay, SC-Keeper Oliver Baumann machte seine Sache nicht so fein, ließ den Ball unglücklich vorbei.

Die Bilder vom Spiel

Werder Bremen holt in Freiburg nur ein Unentschieden

Aber zum Glück für ihn und seine Freiburger machten auch die Bremer Fehler. So durfte Cedrick Makiadi nach einer Ecke von Lumb ganz schnell zum Ausgleich einköpfen (32.). Futsch war die erste Führung, und Allofs schimpfte: „Genau so ein Tor haben wir uns schon gegen Leverkusen gefangen, das darf nicht passieren.“

Es ging also wieder bei Null los, um die Auswärtsschwäche endlich zu besiegen. Natürlich war es Pizarro, der Hoffnung darauf machte. Der Peruaner erzielte auch den dritten Werder-Treffer in diesem Jahr, diesmal nach Vorarbeit von Ekici (47.). Und wer weiß schon, was passiert wäre, wenn Markus Rosenberg seinen tollen Drehschuss aus acht Metern nicht an den Innenpfosten, sondern ins Tor gesetzt hätte (52.). Allofs wusste es oder glaubte zumindest, es zu wissen: „Das wäre die Entscheidung gewesen.“

Doch so blieb Freiburg dran, das Publikum trotz Minusgraden weiter heiß und laut. Das bekam Werder gar nicht. Vor den 22 000 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Mage Solar Stadion agierten die Gäste immer nervöser. „Uns hat heute gefehlt, was uns früher so ausgezeichnet hat: Wir haben nicht die Ruhe gehabt, um zu kombinieren und den Gegner auszuspielen“, monierte Allofs, der gegen stürmende Freiburger keinen einzigen gefährlichen Bremer Konter mehr sah. Und auch hinten lief es nicht rund. Sicher, Werder kämpfte. Aber nicht immer geschickt. So wie in Minute 70: Nach einem Einwurf durfte Erik Jendrisek ungehindert Jonathan Schmid bedienen, der danach erst Florian Hartherz und dann Keeper Tim Wiese schlecht aussehen ließ – 2:2.

Der Breisgau bebte, der schon als Absteiger abgestempelte Sportclub lebte – und hatte auch die einzige Chance zum Sieg. Doch Wiese parierte gegen Ivan Santini (79.). So blieb Werder wenigstens ein Punkt, der sogar Platz fünf zurückbrachte. Doch darüber wollte sich Allofs nicht freuen. Zu groß war die Verärgerung über die verpasste Gelegenheit, „alle Teams hinter Hannover richtig zu distanzieren“.

Und noch etwas nervte den Boss: Pizarro hatte die fünfte Gelbe Karte gesehen und muss nun gegen Hoffenheim zuschauen. „So viele Karten für einen Stürmer so früh in der Saison – das ist schon ein Ding“, kritisierte Allofs. Pizarro selbst gab sich überrascht und damit nicht gerade professionell: „Nein echt? Das ist scheiße.“ Besser war da schon seine Antwort auf die Frage, ob er über die Saison hinaus in Bremen bleibt: „Ich hoffe schon.“ Allerdings dürfte diese Hoffnung schnell schwinden, falls seine Tore weiter keine Siege bringen. · kni

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