Duell von Werders und Kölns „Knipser“ steht heute Nachmittag im Mittelpunkt

„Piza“ oder „Poldi“ – wer ist der bessere Ballermann?

Einst hatten Claudio Pizarro und Lukas Podolski auch gemeinsam Spaß beim FC Bayern.

Von Malte Rehnert - Feuer frei! Werder Bremen empfängt heute Nachmittag (15.30 Uhr) im Weserstadion den 1. FC Köln – und dabei stehen die beiden Top-Torjäger ganz klar im Mittelpunkt. Der Bremer Claudio Pizarro und der Kölner Lukas Podolski sind in dieser Saison so etwas wie die Lebensversicherungen ihrer Clubs.

Wenig verwunderlich, dass es vor dem direkten Duell zwischen „Piza“ und „Poldi“ ausgiebige Lobhudeleien gibt. Sogar die Hauptpersonen schwärmen vonein-ander.

Claudio Pizarro (33)

Es klingt schon ehrfürchtig, wie Podolski über den Peruaner spricht. „Claudio ist ein Weltklasse-Stürmer, nicht nur jetzt in Bremen, sondern auch schon in seiner Münchner Zeit“, sagt Podolski im „Express“ über seinen ehemaligen Bayern-Kollegen, mit dem er von 2006 bis 2007 beim deutschen Rekordmeister gestürmt hatte. „Er hat unglaubliche Qualitäten, ihn müssen wir ausschalten“, fordert Podolski. Das dürfte allerdings richtig schwierig werden, denn Pizarro – zuletzt in absoluter Topform – hat seine Fußprellung überwunden und ist bereit für neue Tor-Taten. An elf der letzten zwölf Bremer Treffer war der 33-Jährige als Schütze oder Vorlagengeber beteiligt. Dass es nach einer miesen Saison mit mehreren Zwangspausen (fast immer wegen Muskelfaserrissen im Oberschenkel) nun wieder so prächtig läuft, schiebt Pizarro hauptsächlich auf seine körperliche Unversehrtheit: „Ich hatte keine Verletzung, habe fast jedes Spiel machen können. Und wenn ich gesund bin, dann läuft alles.“

Auch Trainer Thomas Schaaf hat registriert, dass sein Torjäger endlich den Rhythmus gefunden hat, den er in der vergangenen Spielzeit wegen der Verletzungen vergeblich gesucht hatte. „Jetzt ist er verschont geblieben, das gibt ihm zusätzliche Stärke“, meint der Coach. Zudem bekomme Pizarro nun – anders als im Vorjahr – „die Zuspiele, von denen er abhängig ist. Er profitiert davon, dass wir in unserem Spiel wesentlich mehr Sicherheit und Klarheit haben“, betont Schaaf.

Sportchef Klaus Allofs hatte Pizarro zuletzt in Mainz (3:1) ein Weltklasse-Spiel bescheinigt und beim Versuch, die Wichtigkeit des Peruaners für Werder zu verdeutlichen, sogar Parallelen zu einem zweimaligen Weltfußballer gezogen: „Der FC Barcelona ist in gewisser Weise auch von Lionel Messi abhängig.“

Lukas Podolski (26)

Der deutsche Nationalspieler durfte sich ebenfalls über einen Vergleich mit dem genialen Argentinier freuen. „Messi hat vielleicht mehr Finesse im linken Fuß. Aber ,Poldis‘ Power-Fuß ist einmalig auf der Welt. Barcelona ist nicht Barcelona ohne Messi, und Köln ist nicht Köln ohne Podolski“, sagte der norwegische Trainer Stale Solbakken. Podolski hat in den vergangenen sechs Bundesliga-Spielen sieben Tore geschossen – darunter waren gleich drei Doppelpacks, zuletzt am vergangenen Wochenende beim 3:0 gegen Augsburg. Eine Bilanz , die sogar einen wie Pizarro beeindruckt. Der Werder-Torjäger lobt den Kölner Goalgetter: „Jeder kennt doch seine Qualitäten. Er hat einen super linken Fuß, ist sehr beweglich und nutzt seine Chancen eiskalt – da müssen wir sehr aufpassen.“ Das weiß natürlich auch Schaaf. Podolski sei derjenige, „der die meiste Torgefahr ausstrahlt. Er sucht den direkten Weg zum Tor, profitiert von seiner Schussstärke“, urteilt der Werder-Trainer und schickt gleich noch eine unmissverständliche Forderung an seine Defensive hinterher: „Wir müssen die Zuspiele auf ihn verhindern, damit diese Qualität nicht zum Tragen kommt.“ Linksverteidiger Lukas Schmitz hat’s bereits verinnerlicht: „Podolski ist sehr schnell und braucht Raum für sein Spiel. Diesen Raum wollen wir ihm nehmen und eng dran sein.“

Bleibt noch die Frage, wer denn nun heute Nachmittag das Torjäger-Duell gewinnt. Pizarro mag sich da nicht festlegen, seine Antwort ist aber dennoch deutlich: „Werder Bremen.“

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