Nordderby-Matchwinner Pizarro angriffslustig: „Unser Ziel ist jetzt Platz eins“

„Piza“ backt große Brötchen

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Bremer Jubelposen: Doppeltorschütze Claudio Pizarro (rechts) streckt die Arme nach seinem vorentscheidenden 2:0 gegen den HSV nach unten, Kapitän Clemens Fritz reißt sie nach oben.

Bremen - Er ist eben einfach nicht zu bremsen – nicht während des Spiels und auch nicht danach. Erst schwang sich Claudio Pizarro mit einem Doppelpack zum Matchwinner beim 2:0 (0:0) im Nordderby gegen den Hamburger SV auf, hinterher gab der 32-jährige Werder-Torjäger – anders als alle anderen Bremer – auch noch verbal Vollgas:

„Unser Ziel ist jetzt Platz eins. Wir wollen ganz nach oben. Und wenn wir so weiterspielen, klappt das auch!“

Eine klare Kampfansage an den punktgleichen Tabellenführer Bayern München, die der Peruaner noch untermauerte: „Es ist sehr wichtig für uns, wieder eine Top-Mannschaft zu sein. Dass wir da oben stehen, überrascht mich überhaupt nicht. Ich sehe doch, wie das Team jeden Tag im Training arbeitet. Wir sind wieder eine richtige Mannschaft – und die will an die Spitze.“ Werder habe in dieser Saison nicht nur gute Spieler auf dem Feld, „sondern auch auf der Bank“, betonte Pizarro: „Außerdem spielen wir nur noch in einem Wettbewerb, haben also genug Zeit zum Regenerieren.“

Mit seinem gewohnt forschen Optimismus steht „Piza“ – zumindest öffentlich – aber noch ziemlich alleine da. Die Verantwortlichen und seine Teamkollegen gaben sich deutlich zurückhaltender. „Wir sind keine Bayern-Jäger, sondern Punkte-Jäger. Und wir passen schon auf, dass keiner abhebt“, versicherte Sportchef Klaus Allofs, der demnach auf Pizarro ein waches Auge haben muss. „Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen“, mahnte Verteidiger Sebastian Prödl. Kapitän Clemens Fritz empfahl: „Wir tun gut daran, die Füße still zu halten.“ Und sogar von Keeper Tim Wiese, der sonst gerne mal vorprescht, gab es „keine Ansage an die Bayern. Wir bleiben auf dem Boden, wollen einfach unsere Spiele gewinnen.“

Die Einzelkritik

Einzelkritik: Ignjovski stark, Pizarro überragend

Der Werder-Keeper räumte aber immerhin ein, dass er derzeit „absolut zufrieden“ ist: „Es ist alles super. Spielerisch sind wir besser, kämpferisch auch. Der Derbysieg wird uns einen ordentlichen Push geben. Und wenn wir so voller Adrenalin und Selbstvertrauen sind, kann man uns nur ganz schwer stoppen.“

Das Nordderby

2:0-Sieg im Nordderby

Das beste Beispiel hierfür war das rassige und mit acht Gelben Karten sehr farbenfrohe 95. Bundesliga-Nordderby gegen den HSV, das Werder dominierte und letztlich souverän gewann – dank Pizarro. Der erste Treffer des Peruaners zählte noch nicht, weil er sich regelwidrig gegen HSV-Kapitän Heiko Westermann eingesetzt haben soll (48.). Aber dann: Nach einem Pfosten-Freistoß von Marko Marin staubte er per Kopf zum 1:0 ab (52.) und machte später mit einem Traumtor zum 2:0 (78.) alles klar. Pizarro nahm den Ball mit der Brust an, ließ ihn abtropfen und nagelte ihn mit 91 km/h – das verriet der „Karacho-Tacho“ – in den rechten Winkel. „Alle haben gesagt, wie schön das Tor war. Das war mir gar nicht so bewusst“, schmunzelte Pizarro und ergänzte, als er die TV-Bilder gesehen hatte: „Wow, es war echt schön.“

Bremen: 2, HSV: 0

Hamburg zündelt, Werder antwortet kreativ

Comeback von Naldo

So wie der gesamte Abend – aus Werder-Sicht. „Sensationell, wie wir hier aufgetreten sind. Ein toller Sieg“, schwärmte Allofs nach dem vierten Erfolg in der fünften Partie: „So wie heute macht’s richtig Spaß.“

Erfreulich zudem: Es gab kaum Ausschreitungen, die Polizei nahm „nur“ sechs Fans in Gewahrsam. · mr

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