Arnold „Pico“ Schütz feiert heute seinen 75. Geburtstag

„Pico ist Werder und Werder ist Pico“

Große Konkurrenten, aber gute Freunde: „Pico“ Schütz (links) freut sich heute vor allem auf Uwe Seeler.Fotos (2): imago

Werder-Bremen - BREMEN (kni) · Seinen Vornamen kennt kaum einer in Bremen – nicht mal bei seinem Club Werder Bremen waren sie da immer ganz auf der Höhe. Arnold Schütz ist einfach nur „Pico“ und schon zu Lebzeiten eine Werder-Legende.

Heute feiert Schütz seinen 75. Geburtstag. Natürlich im Weserstadion. Werder richtet einen großen Empfang mit rund 80 Gästen aus. „Pico ist für unseren Verein etwas ganz Besonderes. Er hat ja praktisch nur bei uns gespielt – so etwas gibt es in der heutigen Zeit gar nicht mehr“, schwärmt Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer, der heute die Laudatio halten wird.

Sagenhafte 826 Mal trug Schütz von 1955 bis 1972 das Trikot mit der Raute. „Werder ist mein Verein“, sagt der Ehrenspielführer. Seinen Spitznamen hatte er allerdings schon, bevor er zu Werder kam. „In der Jugend beim TuS Walle war ich immer der Kleinste. Deshalb haben sich mich Pico gerufen“, erinnert sich Schütz und fügt noch schmunzelnd an: „Als ich in die Lehre kam, habe ich einen richtigen Schuss gemacht, bin größer und kräftiger geworden. Trotzdem blieb ich für alle nur Pico, obwohl ich mit 1,78 Meter gar nicht klein bin.“

Auf dem Platz war „Pico“ sowieso ein ganz Großer, ob als Mittelfeldmann, Stürmer

nErfolgreicher Kampf

ngegen den Krebs

oder Abwehrspieler. 1961 feierte er mit Werder den ersten DFB-Pokalsieg, und vier Jahre später führte er seinen Club als Kapitän zur ersten deutschen Meisterschaft. „Das war eine schöne Zeit“, sagt Schütz etwas nüchtern. Er gilt eben nicht umsonst als äußerst bescheiden. Neid auf die heutigen Fußball-Profis und deren Millionen-Gagen ist ihm jedenfalls fremd: „Ich sage immer: Damals war die Butter auch billiger.“ Nicht nur das hat sich verändert. So erinnert sich Klaus-Dieter Fischer, „dass Pico als Fußballer auch noch im Hafen als Schadensbesichtiger einer Versicherung gearbeitet hat. Das ist doch in der heutigen Zeit unvorstellbar.“

Natürlich hat auch Schütz nicht schlecht vom Fußball gelebt. Doch manchmal war es gar nicht so einfach, an sein Geld zu kommen. „Auf der Weihnachtsfeier gab’s für jeden Spieler immer einen Kuvert. Da wurde jeder Spieler nach vorne gerufen. Und einmal fragte dann der Vorstand, als er nur noch einen Umschlag hatte: Wer ist eigentlich Arnold?“, berichtet Schütz und lacht: „Pico ist wirklich ein Markenzeichen geworden.“ Noch heute wird er in Bremen auf der Straße nur mit „Pico“ angesprochen.

Zuletzt hat sich Schütz, der in Worpswede wohnt, allerdings in der Hansestadt etwas rar gemacht – unfreiwillig. Ein Krebsleiden machte ihm schwer zu schaffen, mehrfach musste er am Kiefer operiert werden. „Gott sei Dank geht’s mir jetzt wieder gut“, sagt Schütz – und sein größter Wunsch zum 75. Geburtstag liegt da ganz nahe: „Ich will einfach noch ein paar Tage gesund bleiben.“ Dabei ist er guter Dinge. Das liegt an seiner Ehefrau „Micky“, „die mich unglaublich unterstützt hat“, an Professor Andreas Bremerich und seinen Ärzten im Klinikum Bremen-Mitte, „die mich gut wieder hinbekommen haben“, und an ihm selbst: „Ich habe wohl ein gutes Heilfleisch. Als Fußballer war ich ja auch kaum verletzt – und wenn doch, dann war ich schnell wieder fit.“

Heute freut sich Schütz vor allem auf ein Wiedersehen mit HSV-Legende Uwe Seeler. „Obwohl wir immer Konkurrenten waren, sind wir gute Freunde“, erklärt Schütz. Aber auch mit vielen anderen Weggefährten möchte „ich ein schönes Fest feiern. Ich bin Werder sehr dankbar für diesen Empfang.“ Für Fischer war’s eine Ehrensache: „Pico ist Werder und Werder ist Pico – diese Gleichung stimmt immer.“

53. Sixdays in Bremen - der Montag  

53. Sixdays in Bremen - der Montag  

Strick, Flausch, Promis - Berliner Fashion Week startet

Strick, Flausch, Promis - Berliner Fashion Week startet

Was ist denn neu beim BMW 4er?

Was ist denn neu beim BMW 4er?

Frachter prallt gegen Brücke - Schiffsführer tot

Frachter prallt gegen Brücke - Schiffsführer tot

Meistgelesene Artikel

Grillitsch geht! Ein Wechsel, der Werder wehtut

Grillitsch geht! Ein Wechsel, der Werder wehtut

Ekici in Trabzon suspendiert

Ekici in Trabzon suspendiert

Das sagt Sportchef Baumann zum Grillitsch-Wechsel

Das sagt Sportchef Baumann zum Grillitsch-Wechsel

Test gegen Moskau verloren - Capin wechselt zu Davala

Test gegen Moskau verloren - Capin wechselt zu Davala

Kommentare