Werder verpflichtet große Abwehrhoffnung

Mit Phantasie, aber ohne Garantie

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Neuer Mann im neuen Gewand: Der Italiener Luca Caldirola trug gestern schon mal Werders künftige, weiße Auswärtskleidung.

Bremen - Der erste offizielle Auftritt für Werder begann mit einer Viertelstunde Verspätung. Um 18.14 Uhr betrat Luca Caldirola gestern Abend den Bremer Medienraum, in dunkelgrau-gelber Kapuzenjacke, blauen Jeans und hellgrauen Turnschuhen.

Zur Begrüßung der Journalisten gab es vom 22-jährigen Italiener, dem ersten in Werders Bundesliga-Geschichte, nicht etwa ein „Ciao“ oder ein „Buona sera“, sondern ein schlichtes „Hi“ – und anschließend reichlich Schmeicheleien für den neuen Club.

„Ich bin sehr glücklich, hier zu sein“, sagte Caldirola: „Als ich vom Bremer Interesse gehört habe, war ich sofort begeistert. Werder gehört zu den besten und interessantesten Vereinen Deutschlands. Das ist eine große Mannschaft.“

Der Linksfuß wollte unbedingt in die Bundesliga und weg von Inter Mailand, wo er noch bis 2015 unter Vertrag stand. Beim italienischen Spitzenclub konnte er sich nicht durchsetzen, wurde mehrfach verliehen – bis nun Werder zuschlug. Caldirola unterschrieb einen Vierjahresvertrag und kostet 2,3 Millionen Euro Ablöse. Ein Rückkaufrecht haben die Italiener nicht. „Alle Transferrechte liegen bei uns“, betonte Werder-Sportchef Thomas Eichin.

Der 46-Jährige war beeindruckt von Caldirolas Auftritten bei der U 21-EM in Israel: „Wie er die Abwehr dirigierte, hat uns allen sehr imponiert. Er ist jung, hat aber trotzdem eine gewisse, auch internationale Erfahrung und Robustheit. Und dass er Kapitän der U 21 ist, spricht auch für eine soziale Kompetenz.“

Dennoch will er Caldirola nicht gleich als neuen Abwehrchef ausrufen. Man dürfe nicht erwarten, dass er den nach Dortmund abgewanderten Sokratis sofort eins zu eins ersetzt. Eichin sieht in dem jungen Italiener einen Spieler, „der die Phantasie weckt“ und die Bremer dauerhaft voranbringt: „Die Spieleröffnung ist eine seiner Stärken. Das ist ganz wichtig im heutigen Fußball. Luca bringt perfekte Voraussetzungen mit. Ich erwarte, dass er der Abwehr Stabilität gibt. Er wird sicher ein wertvoller Mann für uns werden.“

Luca Caldirola bei Werder Bremen

Luca Caldirola bei Werder Bremen

Allerdings frühestens in anderthalb Wochen. Denn kaum war der neue Mann da, ist er auch schon wieder weg. Heute Morgen fliegt Caldirola zurück nach Italien. Sonderurlaub wegen der EM. Erst beim zweiten Trainingslager im Zillertal (ab 8. Juli) stößt er zu seinem neuen Team. · mr

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