Der FK Aktobe träumt heute von einem Werder-Wunder der umgekehrten Art

Pflichtaufgabe oder doch eine Herausforderung?

Große Mützen gehören bei kasachischen Polizisten zur Dienstkleidung. Diese beiden bewachten gestern das Bremer Abschlusstraining.

Bremen/Aktobe - Die Kasachen sind, so viel war gestern in der Kürze der Zeit einwandfrei festzustellen, sehr freundliche, zuvorkommende Menschen. Als Werder Bremen gestern um 17.20 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen in Aktobe gelandet war, baten vier Kamerateams bescheiden um Interviews.

Und der FK Aktobe, der heute (16.00 Uhr MESZ) im Rückspiel der Playoff-Runde zur Fußball-Euro-League das Unmögliche möglich machen und den 3:6-Rückstand aus dem Hinspiel umbiegen will, stellte dem Gegner sogar den eigenen Mannschaftsbus zur Verfügung.

Das löste bei den Werder-Profis jedoch mehr Verwunderung als Freude aus. Denn der Bus („Er wurde in Deutschland geboren und hat lange da gelebt“, schmunzelte der Aktobe-Presseoffizier) ist geschätzte 25 bis 30 Jahre alt. Ein abgenutzter und an vielen Stellen notdürftig geflickter Kässbohrer Setra. In so einem Ding haben die an Klimaanlage, Satelliten-TV, Schlafsessel und Bord-Toilette gewöhnten Bremer Spieler bestimmt schon lange nicht mehr gesessen.

Aber der Weg durch die 300 000-Einwohnerstadt, die – auch das war schnell auszumachen – sich redlich müht, den städtebaulichen Mief ihrer sozialistischen Vergangenheit zu vertreiben, bis zum Teamhotel war kurz. Und bloß weil vielleicht mal eine Polsterung durchgesessen war oder eine Feder zwickte, wird Werder heute doch wohl keine böse Überraschung erleben. Oder?

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Nein, meinte Marko Marin schon vor dem Abflug ins 3 700 Kilometer und vier Flugstunden entfernte Aktobe: „Eigentlich dürfte da nichts mehr passieren.“ Ganz so selbstverständlich wie der Mittelfeldspieler geht sein Trainer das Rückspiel allerdings nicht an. Die drei Gegentore im Hinspiel in Bremen machen ihn wachsam. „Diese Mannschaft spielt schon guten Fußball. Ich habe sie nicht so schlecht gesehen, wie sie nach unserem 6:3 gemacht wurde“, sagte der Coach über den Gegner. Gleichwohl hat er gesehen, was allen anderen vor einer Woche im Weserstadion auch nicht entgangen war: Wenn Werder ernst macht, hat Aktobe keine Chance. Bei Schaaf liest sich das dann so: „Wenn wir unser Spiel durchbringen, kommen wir auch zu Chancen.“

Daraus leitet sich automatisch die Forderung nach vollem Engagement ab, dass seine Mannschaft heute vor 13 500 Zuschauern im dann voll besetzten Zentralstadion von Aktobe zu zeigen habe. Oder wie Klaus Allofs es ausdrückte: „Ich will nichts von einem Drei-Tore-Polster hören. Auf einem Polster ruht man sich aus, aber wir sind hier, um zu gewinnen.“

Von nichts anderem geht Wladimir Muchanow , Trainer der Kasachen, aus. Er hat den FK Aktobe in den zurückliegenden Jahren zwar zur besten Mannschaft im größten Binnenstaat der Welt (2,7 Millionen Quadratkilometer Fläche, aber nur 17 Millionen Einwohner) geformt, doch Werder – nein, das ist ein, zwei Nummern zu groß für seine Jungs: „Bremen ist eine Weltklassemannschaft. Da sind unsere Chancen sehr gering.“

Aber: Natürlich will der FK Aktobe alles versuchen, will das schaffen, was Werder anno 1987 mit Spartak Moskau veranstaltet hatte. 6:2 in Bremen nach einem 1:4 in Moskau . Der Russe Muchanow kann sich gut erinnern. „Damals wurde Spartak zerschmettert. Das Spiel hat gezeigt, dass im Fußball alles möglich ist.“

Sollte sich Geschichte wiederholen, wäre zu hoffen, dass sich Thomas Schaaf auf dem Rückflug an seine Antwort auf die gestern gestellte Frage, wie er sich denn im Flugzeug die Zeit vertreibe, erinnert. Schaaf sagte: „Bestimmt nicht aussteigen!“

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