Wenn nicht Bayern, dann nur Werder: „Etwas anderes kann ich mir nicht vorstellen“

Petersens Liebeserklärung

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Nils Petersen jubelt am liebsten und am häufigsten im Weserstadion – neun Mal hat der 24-Jährige in Heimspielen bereits getroffen. ·

Bremen - Es sind die Tage der Bekenntnisse: Marko Arnautovic hat dem Millionen-Lockruf aus Kiew widerstanden und klargestellt, dass er nicht in die Ukraine wechseln und stattdessen in Bremen bleiben wird – mindestens bis Saisonende.

Nils Petersen positioniert sich ebenfalls klar: Er fühlt sich bei Werder so gut aufgehoben, dass er nicht weg will. Fordert der FC Bayern seine Leihgabe im Sommer nicht zurück, sieht der 24-Jährige seine Zukunft in Bremen und nirgendwo anders.

„Sollte es bei den Bayern nächste Saison keine Perspektive geben, kommt für mich nur Bremen in Frage. Da bin ich mir schon sehr sicher. Ich weiß, dass man nie nie sagen soll. Aber etwas anderes kann ich mir nicht vorstellen, da fühle ich mich hier zu wohl“, betont Petersen, der beim 2:3 gegen Freiburg erneut doppelt traf und mit nun elf Saisontoren (und dazu fünf Assists) mit Abstand der beste Bremer Scorer ist.

Das registrieren andere Clubs – und natürlich auch die Bayern. Dennoch sieht es momentan nicht so aus, als würden sie mit Petersen (Vertrag bis 2015) planen. In Mario Mandzukic, Mario Gomez und dem Ex-Bremer Claudio Pizarro haben sie drei Mittelstürmer, zudem soll es starkes Interesse an Dortmunds Torjäger Robert Lewandowski geben. „Da gibt es immer wieder neue Konstellationen. Ich weiß noch nicht, was die Bayern vorhaben“, sagt Petersen: „Sie hatten aber einen Plan, als sie mich verpflichtet haben. Und ich denke, den haben sie nicht komplett verworfen.“

Solange es jedoch keine Zukunftsgespräche mit dem deutschen Rekordmeister gegeben hat, redet und schwärmt Petersen von Werder Bremen – und es klingt wie eine Liebeserklärung. Über sein Team sagt er: „Wir haben eine Mannschaft mit Perspektive. Ich weiß, dass wir eine junge und schlagkräftige Truppe haben, die manchmal noch zu grün hinter den Ohren ist. Aber ich sehe Potenzial, dass mehr drin ist als Platz elf. Ich möchte dann auch ein Bestandteil sein, wenn es nächstes Jahr besser läuft.“

Für ihn selbst läuft es in dieser Saison besonders in Heimspielen. Neun seiner elf Treffer schoss der Stürmer zu Hause, bei den letzten sechs Toren leuchtete im Weserstadion immer sein Name auf der Anzeigetafel. Petersen „knipste“ gegen Leverkusen (1:4), gegen Nürnberg (1:1) sowie gegen Hannover und Freiburg in der Rückrunde jeweils doppelt. „Wir haben ein geiles Stadion. Es macht richtig Spaß, hier zu spielen. Man hat immer das Gefühl, dass noch etwas geht. Das wusste ich auch, als ich die eine Chance gegen Freiburg so kläglich vergeben habe“, meint Petersen und fügt an: „Ich freue mich immer besonders auf die Heimspiele.“

Und die Bremer freuen sich, dass er – zumindest zu Hause – so regelmäßig trifft. „Die Statistik spricht für ihn. Nils ist ein echter Strafraumstürmer, er ist immer präsent und macht die Dinger rein“, lobt Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic und schiebt noch hinterher: „Er macht das sehr gut und ist sehr, sehr wichtig für uns.“ Findet auch Trainer Thomas Schaaf, der derzeit das sieht, „was wir von Nils sehen wollen. Er zeigt, warum wir uns für ihn entschieden haben. Er will die Tore unbedingt machen – und er macht sie.“

Verbesserungswürdig ist allerdings die Auswärts-Bilanz – und da bietet sich am Wochenende eine herrliche Gelegenheit, diese aufzupolieren. Werder tritt am Samstag (15.30 Uhr) bei Petersens eigentlichem Arbeitgeber FC Bayern an. „Ich freue mich auf das Spiel. Es ist immer schön in der Allianz Arena“, findet der 24-Jährige, der sich trotz der momentanen Übermacht des souveränen Tabellenführers durchaus etwas ausrechnet: „In München traut uns keiner etwas zu, da setzt keiner einen Pfifferling auf uns. Wir haben da nicht den Druck wie etwa gegen Freiburg. Und in solchen Spielen haben wir schon öfter gut ausgesehen. Werder kann bei großen Gegnern für Überraschungen sorgen.“ · mr

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