Petersen wünscht sich eine „eiskalte“ Schlagzeile

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Werder-Stürmer Nils Petersen nimmt seine Mitspieler und sich selbst in die Pflicht: „Wir müssen alle an unserer Konzentration beim Abschluss arbeiten.“ ·

Bremen - In seinem Kopf ist die Überschrift schon fertig. „Die eiskalten Bremer haben wieder zugeschlagen“, würde Nils Petersen gerne am Sonntag über Werders Spielbericht lesen.

Dafür muss sein Team tags zuvor in Augsburg (15.30 Uhr) aber mal wieder treffen – und genau das ist in diesem Jahr noch gar nicht gelungen. Doch Petersen ist „fester Hoffnung“, dass das Gerede von den Null-Tore-Bremern am Wochenende endet: „Ich denke, dass sich die weite Reise für unsere Fans lohnen wird.“

Vielleicht auch dank ihm, die Voraussetzungen sind jedenfalls nicht schlecht. Petersen ist mit fünf Toren Werders bester Schütze der Saison und hat alle seine Treffer auswärts erzielt – in Hamburg (2), Stuttgart, Hoffenheim und Berlin. „Fünf Tore in 13 Spielen sind o.k.“, sagt der 25-jährige Stürmer.

Optimistisch ist er aber nicht wegen der eigenen, ordentlichen Quote – sondern weil er weiß, „dass wir effektiv sein und eiskalt zuschlagen können. Das haben wir am Ende der Hinrunde gezeigt“, erinnert Petersen an den 1:0-Sieg gegen das Spitzenteam aus Leverkusen. Danach, mutmaßt er, habe sich Werder aber „vielleicht ein bisschen zu sehr darauf verlassen, dass wir immer für ein Tor gut sind und es schon irgendwann machen“.

Gegen Braunschweig klappte es nicht, trotz guter Chancen ging kein Ball rein. „Das ist natürlich für die Zuschauer nicht so schön und nicht so einfach“, weiß Petersen. Sportchef Thomas Eichin beklagte hinterher die fehlende Gier, unbedingt das Tor machen zu wollen. „Da hat er Recht, der Killerinstinkt war nicht so da – auch bei mir nicht. Wir müssen alle an unserer Konzentration beim Abschluss arbeiten“, fordert Petersen.

Drei Chancen hatte er selbst ausgelassen, zwei davon aus der Kategorie Hochkaräter. „Natürlich bin ich damit nicht zufrieden. Wenn davon keiner reingeht, habe ich meine Aufgabe nicht erfüllt.“ Trotzdem ließ Trainer Robin Dutt den Mittelstürmer 90 Minuten auf dem Platz – und Franco Di Santo 90 Minuten auf der Ersatzbank. Das kann aber ganz schnell auch mal genau andersrum aussehen, meint Petersen: „Wenn man nicht gut spielt so wie ich gegen Braunschweig, wird der Trainer nachdenken. Ich empfinde das schon auch als Druck. Würde ich mir da überhaupt keine Sorgen machen, wäre das schon komisch.“

Di Santo, seinen direkten Konkurrenten im Kampf um den Platz im Angriffszentrum, sieht der ehemalige Bayern-Stürmer als „richtig guten Spieler. Franco wird uns ganz sicher noch weiterhelfen. Wir sind unterschiedliche Typen. Er hat Qualitäten, die ich nicht so habe“, urteilt Petersen und nennt sie dann auch gleich: „Franco ist extrem stark darin, den Ball zu halten und abzuschirmen. Das hat er wohl in England gelernt. Da kann ich mir noch einiges abgucken.“

Genau wie zuletzt Di Santo ist auch Petersen schon mal sporadisch auf der Außenbahn getestet worden. Zwei Experimente, die als gescheitert anzusehen sind. Die allerdings auch deutlich zeigen: Auf den Flügeln sind die Bremer zu schlecht besetzt – die Auswahl an geeigneten Kandidaten ist zu klein, die Qualität zu gering. Eljero Elia darf sich rechts als Stammspieler bezeichnen, auf der linken Seite lief gegen Braunschweig Zlatko Junuzovic auf. „Nicht meine Idealposition“, sagt der Österreicher, der sich in der Mitte wohler fühlt. In Dutts Gunst ist er aber selbst als Außenspieler höher angesiedelt als Özkan Yildirim und Martin Kobylanski.

Der Problemlöser könnte Diego Perotti (25) sein, der Dribbelkünstler vom FC Sevilla greift meistens über den linken Flügel an. Nachdem das Bremer Interesse bekannt geworden war, hat der stets neugierige Petersen schon mal ein bisschen im Internet recherchiert. „Ich kann die spanische Liga nicht so gut einschätzen. Aber es waren oder sind einige europäische Clubs an ihm dran – und das spricht für Qualität“, findet Petersen: „Wenn er uns sofort weiterhilft und uns verbessert, würde ich das begrüßen. Aber nur dann bringt es auch etwas.“ · mr

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